Absurdistan ist überall

0
Portrait von Willi Rausch

ECE? ECE! Über das scheinbar endlos lange Sommerloch hatte man ja fast schon vergessen, dass in Trier noch eine wichtige Entscheidung ansteht, die man im Eilverfahren noch vor den Ferien durchpeitschen wollte, es aber dann doch sein ließ. Vermutlich hatte die Einsicht obsiegt, dass das Projekt sonst gescheitert wäre.

ECE? ECE! Über das scheinbar endlos lange Sommerloch hatte man ja fast schon vergessen, dass in Trier noch eine wichtige Entscheidung ansteht, die man im Eilverfahren noch vor den Ferien durchpeitschen wollte, es aber dann doch sein ließ. Vermutlich hatte die Einsicht obsiegt, dass das Projekt sonst gescheitert wäre.

Den Sommerurlaub konnten die Projektbefürworter, allen voran die SPD mit OB Klaus Jensen an der Spitze und die ECE selbst zu intensiver Lobby-Arbeit nutzen. Manche Aktivitäten dagegen sind nicht dazu geeignet Überzeugungsarbeit für, sondern höchstens gegen das Projekt zu leisten. Da geistert immer wieder mal der Name „Hollister“ durch die Gazetten – für die weniger Eingeweihten – eine „Nobelmarke“, die schöne Menschen anzieht und anziehen will – und ein so genannter „Ankermieter“ bei ECE ist. Leider produziert dieses Unternehmen mehr negative als positive Schlagzeilen.

An Dreistigkeit, Unverschämtheit und Schamlosigkeit nicht mehr zu überbieten ist allerdings der Vorgang, der jetzt in Frankfurt vor Gericht gelandet ist. Angestellte der dortigen Filiale werden von Wachpersonal zur Toilette begleitet. Damit sie nichts kaputt machen oder klauen. Wie bitte, geht’s noch? Gehen die etwa mit aufs Häuschen? Schauen die zu? Oder hören sie zumindest zu? Ist dort ein Ableger der NSA am Werk?

Jetzt hat der Betriebsrat einen Kompromissvorschlag unterbreitet, der so erbärmlich ist, dass man sich fragt, ob die Arbeitnehmer nicht ohne Betriebsrat besser dran wären. Das Spiel „Vier gewinnt“ ist passé. Bei Hollister heißt es, „Vier verliert.“ Es ist kein Aprilscherz, sondern die bittere Wahrheit. Wer eine Vier würfelt – vermutlich mit dem auf Tischchen im Vorraum von der Firma zur Verfügung gestellten Knobelbecher – der wird, wie er es bisher gewohnt war, kontrolliert.

Bleibt nur zu hoffen, dass das Gericht diesen hirnrissigen Vorschlag ablehnt und die Betriebsbespitzelung generell untersagt. Ohne Wenn und Aber. Und den Betriebsrat sollten die Angestellten gleich mit in die Wüste schicken. Wenn das alles nicht passiert, können die Einzelhandelskaufleute aus Trier und Umgebung ja schon mal würfeln üben.

1 KOMMENTAR

  1. Hollister ist doch genau so ein Assi-Label wie seinerzeit „Ed Hardy“.die Trierer Assis können es kaum erwarten bis diese Firma in Trier aufschlägt.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.