Vier verliert – ECE-Partner Hollister lässt würfeln

0

Bildquelle: ECE

TRIER/FRANKFURT. Für die ECE sei Hollister ein wichtiger Partner bei der Expansion, lässt der Hamburger Investor immer wieder verlauten. Auch in Trier will der Projektentwickler aus der Hansestadt expandieren. Es ist wohl eine der wichtigsten noch vor der Neuwahl des Stadtrates im kommenden Jahr anstehenden Entscheidungen. Dabei spielt die Imagepflege für den Konzern eine große Rolle. Dabei tappt ihr Expansionspartner Hollister gerade von einem Verwaltungsprozess in den nächsten. Mit skurrilen Ergebnissen.

Die ECE rund um Chef-Planer Gerd Wilhelmus will in Trier investieren (lokalo berichtete bereits ausführlich). Wilhelmus schwärmte auf einer Pressekonferenz im Frühjahr bereits von den neuen Einkaufsmöglichkeiten, die sein Unternehmen den Trierer Shoppingwilligen zu bieten habe.

Nackte Männerbrüste präsentieren jugendlich-sportliche Mode in parfümierten Design-Stores – das ist die Unternehmensphilosophie von “Hollister”. Die US-Marke setzt auf den Verkauf von junger Markenmode und nutzt dabei ihr ganz eigenes Konzept. Damit ist sie ein “wichtiger Partner” bei der Expansion von ECE-Shoppingcentern in ganz Deutschland. Doch in letzter Zeit häufen sich die Image-Probleme. So ließ Mike Jeffries, Chef des amerikanischen Mutterkonzerns „Abercrombie & Fitch“, vor nicht allzu langer Zeit verlauten, welche Kundschaft er am liebsten in seinen Läden und welche Menschen er bevorzugt in seinen Klamotten sehen möchte – am liebsten ausschließlich attraktive. „Ganz ehrlich, wir wollen die coolen Kids. Viele Menschen haben in unserer Kleidung nichts zu suchen.“ Nun gerät auch das Tochterunternehmen Hollister in die Negativ-Schlagzeilen, weil es seine deutschen Angestellten überwachen lässt – in besonders intimen Momenten.

Mitarbeiter der Frankfurter Filiale hatten vor dem Arbeitsgericht der Mainmetropole eine einstweilige Verfügung gegen die Kontrollen ihres Arbeitsgebers beantragt. Dieser hatte zuvor angeordnet, dass Mitarbeiter nur noch in Begleitung von Wachpersonal die Toilette besuchen dürften. Aus Angst vor Beschädigungen oder Diebstahl im Sanitärbereich.

Ein für Dienstag angesetzter Verhandlungstermin wurde nun aufgehoben, weil Betriebsrat und “Hollister” sich auf einen Kompromiss geeinigt haben. Der allerdings klingt so absurd, dass er glatt in der Satire-Zeitschrift “Titanic” stehen könnte. Ab sofort wird die “Klo-Begleitung” aufgehoben. Und am Ausgang wird nur noch derjenige wegen Diebstahlverdachts kontrolliert, der beim Würfeln eine Vier würfelt. Dieses muntere Würfelspiel ist von der Einigungsstelle des Gerichts jedoch noch nicht bestätigt. Diese wird für September erwartet.

Was die Trierer von Hollister erwarten können, dürfte damit klar sein. (ans)

 

 

1 KOMMENTAR

  1. Was man von einem ECE-Center zu erwarten hat sieht man in Dortmund:
    http://www.ruhrbarone.de/ece-einkaufszentrum-dortmund-die-meinungsfreiheit-gilt-draussen/
    sehr interessanter Artikel:

    Draußen Mistwetter, die Shopping Mall ist gut besucht an diesem Dienstagabend im Advent. Schwer bepackte Shopper, schwitzende Familien, Burger mampfende Halbwüchsige in der „Apollinaris Food Lounge“ – und Flaschensammler, die sich mit sauberen Jacken und New-Yorker-Tüten tarnen, auf der Hut vor Security im Anzug und im Videoüberwachungsraum.

    Und kurz vor 18 Uhr trifft hier in kleinen Gruppen der Dortmunder Bürgerchor ein. Ein etwas aufgeregter Flashmob in spe der gesetzten Art, im Auftrag der Hochkultur sozusagen. Geplant sind „Versuche“, kleine harmlose Experimente mit ungewissem Ausgang.

    Und kurz vor 18 Uhr trifft hier in kleinen Gruppen der Dortmunder Bürgerchor ein. Ein etwas aufgeregter Flashmob in spe der gesetzten Art, im Auftrag der Hochkultur sozusagen. Geplant sind „Versuche“, kleine harmlose Experimente mit ungewissem Ausgang.

Schreibe einen Kommentar zu Jenaerin Antwort abbrechen

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.