3 Jahre und 9 Monate für Sexualstraftäter

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TRIER. Der Verhandlungsmarathon ist beendet. Nach fast 6 Monaten wurde am heutigen Donnerstag ein 54-jähriger Mann (K.) aus Neustadt an der Weinstraße wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs von dem Landgericht Trier zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt (lokalo berichtete). Bis zuletzt hatte K. bestritten, E-Mails mit kinderpornographischem Inhalt verschickt zu haben. Den Missbrauch an einem zwei Monate alten Säugling gestand er hingegen bereits während der ersten Verhandlungstage.

Im Jahr 2007 missbrauchte K. zusammen mit seiner ehemaligen Sexualpartnerin das zwei Monate alte Kleinkind der Frau. Von dieser Handlung wurden Lichtbilder angefertigt und auf DVD gebrannt. Das Landgericht Trier verurteilte die Mutter des Säuglings nach deren Geständnis bereits im Juni zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung. Der Angeklagte räumte die Tat ebenfalls ein. Darüber hinaus soll K. E-Mails mit kinderpornographischem Material an seine Ex-Freundin geschickt haben, was er bis zum Ende des Prozesses bestritt. Der Neustädter behauptete, Opfer einer Intrige geworden zu sein. Demnach soll eine seiner ehemaligen Partnerinnen die besagten E-Mails mit seiner Adresse  verschickt haben und ihn daraufhin anonym angezeigt haben.

Die mutmaßliche Intrigantin war auch am letzten Verhandlungstag ein zentrales Thema. Sie hatte dem Gericht eine E-Mail von einer ihr unbekannten Person geschickt. Damit wollte sie verdeutlichen, dass K. sie nach ihrer Beziehung terrorisierte und belästigte. In der Nachricht ging es darum, dass K. sie unbedingt zurückhaben will. „Wir gehen davon aus, dass sie die E-Mail unter falschem Namen geschrieben haben, um mit der Frau wieder in Kontakt zu kommen“, hielt der Vorsitzende Richter Albrecht Keimburg dem Angeklagten vor. Dem widersprach dieser vehement: „Das wusste sie doch bereits. Außerdem haben viele andere Freundinnen von mir mit ihr gesprochen“, argumentierte K.

Die psychiatrische Gutachterin Dr. Sylvia Leupold bescheinigte dem Angeklagten volle Schuldfähigkeit: „Es gibt keine Hinweise auf eine fehlende Einsichts- und Steuerungsfähigkeit zum Tatzeitpunkt. Daher liegen keine Gründe für eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus vor“, so die Ärztin. Sie merkte allerdings an, dass die Diagnosestellung nur durch die Beobachtung des Angeklagten während des Prozesses, sowie die Aussagen der Zeugen gestellt werden konnte, da K. ihr gegenüber keine Angaben habe machen wollen.

Die Staatsanwältin Kristina Speicher beantragte eine Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten, „weil für mich eindeutig feststeht, dass K. Urheber der E-Mails ist.“ Sie begründete das vor allem durch die Aussage der bereits verklagten Mittäterin, die mehrfach angegeben hatte, E-Mails mit kinderpornographischen Bildern von dem Angeklagten erhalten zu haben. Die Theorie mit der Intrige bezeichnete sie ebenfalls als äußerst unglaubwürdig: „Warum sollte eine Frau so etwas tun, die die Beziehung beendet hat und keinen Kontakt mehr zu ihnen wollte“, fragte die Staatsanwältin.

Der Strafverteidiger des Angeklagten, Christian Hass aus Ludwigshafen, sprach sich für eine Gesamtfreiheitsstrafe von 18 Monaten auf Bewährung aus: „Aus unserer Sicht liegt hier ein minderschwerer Fall vor. Das ergibt sich aus den Anführungen des physiologischen Psychologen (der als Zeuge aussagte) der erklärte, dass bei Babys bis zum Alter von acht Monaten, wegen des noch nicht abschließend entwickelt Gehirns, keine Spätfolgen zu erwarten seien. Außerdem gab der Verteidiger zu bedenken, dass Computer seines Mandanten auch von anderen Personen hätte benutzt werden können.

Die große Strafkammer folgte dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft und verurteilte K. zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten. Damit ist K. glimpflich davon gekommen – das mögliche Strafmaß für die ihm zur Last gelegten Taten reicht bis zu 10 Jahren. „Wir sind uns zu 100 Prozent sicher, dass die E-Mails von dem Angeklagten verschickt wurden. Was K. uns versucht hat glaubhaft zu machen, ist bis ans Unerträgliche gegangen“, stellte Richter Keimburg abschließend fest. (tw)

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1 KOMMENTAR

  1. Angesichts des geringen Strafmaßes wünsche ich K. das seine Mithäftlinge erfahren was Er verbrochen hat und Ihm die nächsten 3Jahre, 9Mon. zur Hölle auf Erden machen.

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