Weinwirtschaft mit gedämpften Erwartungen

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TRIER. Die jüngsten Ergebnisse der Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier unter den Unternehmen der Weinwirtschaft der Mosel weisen in der Summe auf ein positives Geschäftsklima hin. Die Erwartungen für das laufende Halbjahr sind wiederum eher gedämpft.

Sehr deutlich bringen dies die Weinkellereien zum Ausdruck, die besonders im Weißweinbereich über niedrige Lagerbestände klagen. Auch die gestiegenen Preise drücken in wettbewerbsintensiven Märkten auf den Absatz. „Die Unternehmen hoffen mit der Ernte 2013 auf eine Entspannung der Situation“, erklärt IHK-Geschäftsführer Albrecht Ehses. „Große Nachfrage besteht nach einfachen, qualitativ ordentlichen Weißweinen, doch das Angebot ist landesweit nach wie vor zu gering.“

Gut gestimmt sind die befragten Weingüter. Die Endverbraucher haben die moderat gestiegenen Flaschenweinpreise akzeptiert, und auch im Handel sowie teils im Export konnten die Betriebe neue Vermarktungsimpulse setzen. Lediglich die Bewertung des Absatzes in der Gastronomie trägt negative Vorzeichen.

Die Weinvermarkung ins Ausland stellt sich aufgrund der kleineren Ernten der Vorjahre und der erheblichen Marktanteilsverluste noch immer schwierig dar. „Es zeigt sich, dass einmal verlorene Regalplätze nur schwer wieder zurückzuerobern sind“, sagt Ehses über die Auswertung. „Hinzu kommt, dass sich Moselweine im Preis deutlich entwickelt haben und der Durchschnittspreis inzwischen um 1,30 bis 1,50 Euro/Liter über dem für Qualitätsweine aus der Pfalz oder aus Rheinhessen liegt.“ Dies führe zum Austausch einzelner Erzeugnisse.

Wichtigster Markt für deutsche und zugleich für Moselweine ist mit einem Volumen von etwa 26 Millionen Liter die USA. Dort weist die Exportstatistik Durchschnittspreise von 3,38 Euro pro Liter aus – und für Moselweine immerhin 4 Euro. Erfreulich für die IHK Trier: Den weitaus größten Teil deutscher Weinexporte in die USA wickeln Kellereien, Weingüter und Genossenschaften aus dem hiesigen IHK-Bezirk ab: 2012 waren es immerhin 19,1 Millionen Liter und damit über 70 Prozent. „Das verdanken wir in der Hauptsache der Rebsorte Riesling, die über alle Qualitätsstufen und Geschmackrichtungen hinweg gut ankommt“, sagt Ehses. Er sieht gute Entwicklungschancen und weiteres Marktpotenzial in Übersee. (red)

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