TBB Trier: 24/7 – Headcoach Henrik Rödl im Sommerinterview

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TRIER. Als Henrik Rödl im Sommer 2010 als neuer Trainer der Trierer Basketballer vorgestellt wurde, war das ein echter Paukenschlag. Einer der renommiertesten deutschen Spieler und Trainer, siebenfacher deutscher, dazu amerikanischer Collegemeister und Europameister – mehr Meriten hatte noch keiner gesammelt. Und dieser Henrik Rödl, damals 41 Jahre alt, wechselte von ALBA Berlin, einer der besten Adressen im Land, nach Trier. Das musste erst einmal sacken.

Ist es inzwischen – und wie. Rödl hat seinen Vertrag bis 2016 verlängert, ist in Trier heimisch geworden und hat alle Erwartungen erfüllt, die in ihn gesetzt wurden. Der gebürtige Offenbacher erlebt seinen Sport nicht nur, er hat ihn nicht nur verinnerlicht, Rödl ist, wie der Amerikaner sagen würde, „Basketball 24/7“. Übersetzt: Für ihn gibt es 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche nur Basketball. „Zwei Wochen habe ich wirklich Urlaub gemacht“, gesteht er lächelnd, eingebettet in eine für ihn fünfwöchige „Sommerpause“, die er traditionell mit seiner Familie in der Heimat seiner Frau Susan in North Carolina verbringt. „Da habe ich wirklich mal am Strand gelegen, ansonsten habe ich mein Büro immer am Mann.“ Gemeint ist damit das Smartphone, das stets in Reichweite ist, weil er auf alles vorbereitet sein muss.

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Rückblick. Die letzte Saison ließ die Euphorie in der Arena bis weit in die zweite Saisonhälfte hinein fast überschwappen. Da spielte das junge TBB-Team einen teilweise begeisternden, mitreißenden Basketball. So wie ihn Rödl haben will: Mit Kampf bis zur Erschöpfung, mit bedingungslosem Einsatz und immer von der Maxime geprägt: das Team steht über allem. „Wir haben in der Vorrunde sicher ein bisschen über unserem Limit gespielt, in der Rückrunde vielleicht etwas darunter. Aber insgesamt war die Bilanz okay. Drei Siege über einem Abstiegsplatz, drei hinter einem Play-off-Platz. Wichtig war, der Endspurt mit den Siegen in Frankfurt und Berlin – ein toller Abschluss. Auch wenn damit die Saison erst zu Ende war, so war die jetzt kommende doch schon längst in konkreter Planung.

Mit Nate Linhart den Eckpfeiler zu halten, „war finanziell einfach nicht machbar.“ Rödl lobt Sascha Beitzel und Sebastian Merten „und alle anderen die dabei mithelfen“ in den höchsten Tönen, „aber was Nate aus ganz Europa an Angeboten auf den Tisch flatterte, war von uns einfach nicht zu stemmen.“ Er sagt das ohne Bedauern, „so gerne wir ihn auch gehalten hätten, aber er hat sich das, was er jetzt bekommt, verdient, weil er es hart erarbeitet hat.“

Er redet von Linhart, der aus Österreich kam, wo er bestenfalls Intimkennern des Sports aufgefallen war, wie es Rödl oder die Leute aus seinem Netzwerk eben sind. Und in nur zwei Jahren haben Triers Headcoach und seine Mitstreiter aus „The Steal Deal“ einen europäischen Topspieler geformt. Und deshalb spricht der Coach zwar nüchtern aber auch zurecht mit Stolz darüber, wie sich – und da ist Linhart der letzte Mosaikstein – die Adresse TBB Trier zu einer angesehenen und anerkannten, nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa, gemausert hat. „Vereine, Agenten, Spieler – sie alle wissen inzwischen längst, welch gute Arbeit bei uns geleistet wird und dass wir der Nährboden sind, auf dem Talente gedeihen können. Und das wird auch in Zukunft so sein. Unser Programm hat sich einen Namen gemacht. Nicht mit viel Geld und Protzerei, sondern mit harter Arbeit.“

Ein wichtiger Baustein für die Zukunft ist die Installation von Frank Baum als Sportdirektor. „Frank ist auf vielen Sektoren enorm wichtig für den Verein, die Jugendarbeit, die Außendarstellung und natürlich auch für die Coaching-Abteilung. Wir haben im Optimalfall fünf Trainer zur Verfügung. Das gab es ja nicht mal in Berlin. Natürlich hätten wir auch einen Spieler mehr verpflichten können. Aber wenn wir unser Programm mit Nachhaltigkeit weiter entwickeln wollen, dann sind wir genau auf dem richtigen Weg. Die Kapazität mit fünf Trainer ist komfortabel und die Qualität dieses Quintetts ist außerordentlich.“

„Auch auf allen anderen Sektoren sind wir professioneller geworden. Wir steigern uns in allen Bereichen Und ich kann die Arbeit, die Sascha Beitzel und seine Mitstreiter leisten, gar nicht genug loben. Ihre Arbeit, und der Ruf, den wir uns inzwischen erworben haben, hilft uns auch dabei, Spieler zu verpflichten, die sich vor ein paar Jahren mit einem Wechsel nach Trier nie beschäftigt hätten. Da hilft uns auch der Werdegang eines Maik Zirbes und jetzt auch die Entwicklung, die Nate Linhart genommen hat.

Irgendwann muss doch auch ein vom Basketball Infizierter mal die Nase voll haben, oder? „Nie! Ich gehe jeden Tag mit Freude zum Training. Ich bin gerne in der Halle – immer. Und ich freue mich auch auf die neue Saison. Wir werden eine spannende Mannschaft haben und eine sicherlich spannende Saison in einer Liga, die sich in den letzten Jahren zu einer der besten in Europa entwickelt hat.“

1 KOMMENTAR

  1. Respekt für diesen gelungenen Artikel über
    einen hervorragenden Trainer der zudem als
    Symphatieträger für den Trierer Basketball
    einfach unersätzlich ist.
    Die Marke TBB hat sich in der Basketballwelt
    zur einer besonderen Adresse entwickelt.
    Dafür ein großes Lob an alle Verantwortlichen!!!

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