Film der Woche: Elysium

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TRIER. Seit dem 15.08. läuft im Broadway Filmtheater in Trier der Science-Fiction Film „Elysium“. In seinem neuesten Streifen malt District-9-Regisseur Neil Blomkamp ein düsteres Zukunftsszenario. Insbesondere auf audiovisueller Ebene kann getrost von einem kleinen Meisterwerk gesprochen werden. Doch auch inhaltlich weiß der Film zu überzeugen. Besonders hervorzuheben ist das große Finale, das an Emotionalität kaum zu überbieten ist. 

Inhalt

Im Jahre 2154 auf der Erde vieles anders. Was gleich geblieben ist, ist die Aufteilung der Menschen in zwei Klassen. Die Reichen genießen ein luxuriöses Leben auf der Raumstation Elysium, die weniger Wohlhabenden bevölkern die ruinierte Erde. Um der Hoffnungslosigkeit auf dem einst lebenswerten Planeten zu entfliehen, unternehmen die verzweifelten Erdbewohner zahlreiche Versuche, nach Elysium zu gelangen. Als der vorbestrafte Arbeiter Max mit radioaktiver Strahlung in Berührung kommt, geben  ihm die Ärzte noch maximal fünf Tage. Seine einzige Möglichkeit zu Überleben besteht darin, sich einer medizinischen Behandlung zu unterziehen. Dazu muss er einen Weg nach Elysium, da es auf der Erde keine medizinische Versorgung mehr gibt. Max lässt sich einen Kampfanzug anfertigen und zieht in den Krieg gegen die soziale Ungerechtigkeit. 

Kritik

In der griechischen Mythologie ist Elysium eine Insel am Rande des Erdkreises. Wer Gutes tut und damit den Göttern wohlgesonnen ist, darf diesen heiligen Ort betreten und kommt in den Genuss eines unsterblichen Lebens. Das Elysium im Film ist mit dieser Sage nicht zu vergleichen. Nur wer Macht und Geld besitzt, erhält die Eintrittskarte zum Paradies. Der Rest vegetiert auf einer sterbenden Erde dahin und ist sich selbst überlassen. Für viele ist der Blick in den Himmel der einzige noch vorhandene Hoffnungsschimmer. Dort oben thront die weit entfernte Raumstation, der Ort für ein besseres, glückliches Leben. Immer wieder organisieren sich mutige und verzweifelte Menschen zu radikalen Randgruppen, mit dem Ziel, das Ticket in ein sorgenfreies Leben zu lösen. Bislang ist es aber noch niemandem gelungen, sich auf der Raumstation einzuquartieren. Selbst wenn Elysium erreicht wurde, verwehrte die Verteidigungsministerin Delacourt (Jodie Foster) den Flüchtlingen den Zutritt. Als sich die Hoffnungslosigkeit wie ein unsichtbarer Schleier über den düsteren Planeten zu legen droht, kündigt der einfache Arbeiter Max (Matt Damon) dem ungerechten System den Kampf an. Er ist der Auserwählte, dem es gelingen kann, beide Welten wieder miteinander zu vereinen.

Das Hauptthema des neuesten Films von Regisseur Neil Blomkamp sind die andauernden sozialen Missstände. Dabei verzichtet er gänzlich auf symbolische oder subtile Elemente. Sehr direkt und ohne Umschweife wird der Kinobesucher mit den Themen soziale Ungerechtigkeit, Zwei-Klassen-Gesellschaft und antihumanitärer Politik konfrontiert. Durch den Bezug zur Realität gelingt es Blomkamp eine Verbindung zwischen Protagonisten und Zuschauer herzustellen. Negativ anzumerken sind die überflüssig langen Kampf- und Explosionsszenen in der Mitte des Films, die auf Kosten der Verständlichkeit einzelner Handlungsabläufe eingestreut wurden. Glücklicherweise fallen diese kleinen Mängel durch einen stark emotionalen Beginn und ein grandioses Finale nicht allzu sehr ins Gewicht. Inhaltlich kann der Film mit kleinen Abstrichen überzeugen. Auf audio-visueller Ebene ist Blomkamp ein kleines Meisterwerk gelungen. Der Soundtrack allein ist schon äußerst überzeugend. Zusammen mit den dazugehörigen Bildern wird dem Kinobesucher ein Festival für die Sinne geboten, das ihn so schnell nicht mehr loslassen wird. Die abwechslungsreiche Farbgestaltung beider Welten, die detaillierte Aufmachung der Kampfrüstung und die realistisch wirkenden Spezialeffekte versprühen einen ungemeinen Charme. Dazu kommen die ungewöhnlichen Kameraperspektiven und die rabiaten Schnitte.

Alles in allem ist Elysium eines der Science-Ficition Highlights des Jahres. Auf audio-visueller Ebene sucht der Film seines Gleichen. Inhaltlich ist der Streifen mehr als solide und am Ende werden selbst die hartgesottensten Kerle nicht unberührt bleiben. Prädikat: Besonders seheneswert! (tw)

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