Angeklagter weist Vorwürfe sexuellen Missbrauchs zurück

0

TRIER/MORBACH. Am heutigen Dienstag wurde der Prozess gegen einen 53 Jahre alten Mann aus dem Kreis Morbach fortgesetzt. Ihm wird vorgeworfen, sich zwischen 2010 und 2011 in insgesamt über 18 Fällen an einem damals 12-jährigen Mädchen und ihren zwei Freundinnen vergriffen zu haben. Im Mittelpunkt der heutigen Verhandlung stand die Vernehmung des Angeklagten.

Der dreifache Familienvater H. aus dem Kreis Morbach soll zwischen Sommer 2010 und 2011 ein sexuelles Verhältnis zu dem heute 15 Jahre alten Mädchen aus seiner damaligen Nachbarschaft gehabt haben. Laut Anklageschrift der Staatsanwaltschaft soll der begeisterte Freizeitmusiker das Kind zu sexuellen Handlungen mit ihm verleitet haben. Auch zwei Freundinnen, beide heute 14 Jahre alt, soll H. sexuell missbraucht haben (lokalo berichtete: (http://www.lokalo.de/artikel/39211/Anklage-wegen-schweren-sexuellen-Missbrauchs#.UgpLPjeLkrA)

.

Der Angeklagte weist alle Vorwürfe zurück. „Ich bin hier der Leidtragende“, sagte er und behauptete Opfer von Eifersüchteleien des Vaters der Geschädigten zu sein. Seiner Darstellung nach seien die Anschuldigungen der Mädchen erfunden, er habe sich lediglich aufopfernd um das damals 12-jährige Mädchen gekümmert und sich als ihren engsten Vertrauten gesehen. „Ich hatte den Eindruck, dass ich der wichtigste Mensch für sie war“, beschrieb H. seine Beziehung zu dem Mädchen.

Auch ihre Mutter soll ihn damals nach seiner Schilderung vermehrt aufgesucht haben, um sich ihm mit ihren Sorgen anzuvertrauen. Dies soll schließlich zur Eifersucht des Ehemanns geführt haben, der seine Tochter dann gegen den Beschuldigten aufgehetzt haben soll. Die Freundinnen des Mädchens sollen demnach eifersüchtig auf die bevorzugte Behandlung der heute 15-jährigen gewesen sein und sich deswegen ebenfalls der Methode bedient haben, ihm sexuellen Missbrauch anzuhängen.

Der Angeklagte räumte lediglich ein das Mädchen sehr lieb zu haben und höchstens mit ihm „gekuschelt“ zu haben. Auch geküsst und gestreichelt habe er sie, allerdings „nie im Intimbereich oder an der Brust“. Er betonte, „die weiblichen Sexualorgane seien für ihn schon immer uninteressant gewesen“ und deshalb habe er sich gegen sexuellen Kontakt generell „immer gesträubt“.

Richter Albrecht Keimburg mahnte, dass „Belastungen aus allen Ecken“ kämen und riet dem Angeklagten lieber direkt die Wahrheit zu sagen. Alle Zeugen hätten belastende Aussagen gemacht. Der Angeklagte blieb jedoch bei seiner Schilderung, die Mädchen würden lügen. Er sei „überzeugt, dass die Aussagen gegen ihn entkräftet werden können“ und „dass bei der Familie des Opfers viel böses Blut übrig bleiben werde“.

 

Als erste Zeugen wurden seine Ex-Frau und sein Sohn vernommen. Bei diesen Aussagen wurde allerdings die Öffentlichkeit ausgeschlossen.

Die Verhandlung wird am kommenden Dienstag, den 20.08.2013, fortgesetzt. (van)

Jetzt lokalo liken und alle aktuellen News rund um Trier und die Region, inklusive Luxemburg, sofort sehen und KOSTENLOS lesen

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.