SCHMIT-Z feiert Sommerfest für Homo-, Bi-, und Transsexuelle

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TRIER. Am gestrigen Samstag fand das traditionelle Sommerfest des schwul-lesbischen Kultur- und Informationszentrums SCHMIT-Z auf dem Willy-Brandt-Platz statt. Dem Publikum wurde ein buntes Unterhaltungsprogramm mit der Rockerin Rike aus Trier und dem obligatorischen Talentwettbewerb „Meine Lieblingsnummer“ geboten. Darüber hinaus zeichnete Uta-Hemmerich-Bukowski vom Verein für Jugend und Arbeit den Verein „SCHMIT-Z e.V.“ als „Ort der Vielfalt“ aus.

Der Name „SCHMIT-Z“ steht für das queere Kultur- und Informationszentrum für Schwule, Lesben, Bi-, Trans- und Intersexuelle. Der Verein wurde am 19. August 1993 in Trier zunächst als schwule Männerinitiative (SchMIT) von Alex Rollinger, Georg Weege und Walter Stamm gegründet. Seit dem 15. April 2005 versteht sich der SCHMIT-Z e.V. als Dachverband für Trierer Lesben- und Schwulengruppen und heißt seitdem SCHMIT-Z, Schwul-lesbisches Zentrum Trier e. V.. Der Verein zählt zurzeit etwa 300 Mitglieder.

In diesem Jahr feiert SCHMIT-Z sein 20-jähriges Bestehen. Neun Tage vor dem Jubiläum wurde zunächst das traditionelle Sommerfest zelebriert. Die Veranstalter verlegten dieses erstmals auf den Willy-Brandt-Platz. In den Jahren zuvor diente der Innenhof in der kleinen Eulenpfütz als Veranstaltungsort. „Das Haus in der großen Eulenpfütz, das an den großen Hof angrenzt ist baufällig. Daher mussten wir die Veranstaltung verlegen“, so Alex Rollinger, Geschäftsführer des SCHMIT-Z.

 

Der Startschuss für das Sommerfest fiel um 16 Uhr. Bereits zu dieser frühen Zeit fanden sich viele Besucher auf dem Willy-Brandt-Platz ein. Eine große Bierbude versorgte die Besucher mit gekühlten Getränken. Knurrenden Mägen konnte mit selbstgemachtem Kuchen oder herzhaften Speisen, wie der klassischen Bratwurst im Brötchen (BiB), begegnet werden. Für das Unterhaltungsprogramm hatte der Veranstalter eine Bühne unmittelbar vor dem Wasseruhrbrunnen aufgebaut.

 

Auch Andrea-Maria (28 Jahre) aus Trier war zugegen. Sie war bereits letztes Jahr dabei und schätzt den Charme des Festes. „Ich mag es einfach, wie die Schwulen und Lesben feiern. Sie haben eine ganz eigene Art und schaffen es immer wieder, mich mitzureißen.“ Die Triererin ist heterosexuell, geht aber immer wieder gerne zu homosexuellen Partys. Tobias (23 Jahre) aus Saarbrücken ist eher zufällig auf dem Willy-Brandt Platz gelandet: „Ich bin heute Morgen zwecks Wohnungssuche nach Trier gekommen. Als ich hier vorbeiging, sah ich die ganzen Menschen und wollte mal schauen, was gefeiert wird. Ich kam direkt mit zwei Leuten ins Gespräch und werde noch das ein oder andere Bier trinken.“

Um 19 Uhr wurde der Verein als „Ort der Vielfalt“ ausgezeichnet. Dabei handelt es sich um eine Ehrung, die Kommunen von der Bundesregierung für ein außerordentliches Maß an Vielfalt, Toleranz, Demokratie und gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit erhalten. Die Stadt Trier und der Landkreis Trier-Saarburg wurden 2009 zu einem Ort der Vielfalt ausgezeichnet. Seitdem haben Initiativen, Einrichtungen, Schulen, Kindergärten, Gemeinschaften und Unternehmen die Möglichkeit, an der Aktion „Wir sind ein Ort der Vielfalt“ teilzunehmen. Das SCHMIT-Z erfüllte die Aufnahmekriterien und erhielt die Auszeichnung von Uta-Hemmerich-Bukowski vom Verein für Jugend und Arbeit in Form eines „Ortsschildes““.

Um 19.30 Uhr fand die traditionelle Talentshow „Meine Lieblingsnummer“ mit Moderator Dietmar Kruppert und den Jurymitgliedern Blumenfee, Berthold Hirschfeld und Anouschka W. statt. Alina, die Gewinnerin des letzten Jahres, gab zu Beginn ihre Siegernummer zum Besten. Danach traten zwölf Nachwuchskünstler auf und versuchten das Publikum, das bei der Abstimmung mit dabei war, von der Großartigkeit ihrer Nummer zu überzeugen. Die Bandbreite der Gesangsdarbietungen war beachtlich. Von Eigenkompositionen über Filmmusik bis zu Rock und Pop war alles dabei. Als Sieger standen um kurz vor 21 Uhr Sven und Tamara aus Trier fest, die mit dem Stück „Lady Marmelade“ von Christina Aguilera das Publikum begeistern konnten. Mit dem Gewinn des Wettbewerbs sicherten sich die jungen Künstler den mit 100 Euro dotierten Siegerpreis.

Das Sommerfest fand seinen Ausklang im gegenüberliegenden Café SCHMIT-Z in der Mustorstraße. Dort legte DJ Mipunkt bis in die frühen Morgenstunden auf.

Mitveranstalter und Geschäftsführer Alex Rollinger äußerte sich glücklich und zufrieden: „Ich bin total happy. Wir haben schon damit gerechnet, dass viele Leute vorbeikommen würden. Aber diese Resonanz ist einfach unglaublich.“ Auf die Frage, ob in diesem Jahr auch wieder viele Heterosexuelle den Weg zum Sommerfest gefunden hätten, antwortete er: „Wir sehen ständig neue Gesichter. Vor ein paar Minuten wurde ich von einem heterosexuellen Paar aus Essen angesprochen. Wir plauderten ein wenig und ich fragte die Frau, ob es ihr hier gefallen würde. Ihre Antwort war eher rhetorisch: ‚Wie kann es einer Frau bei so vielen gutaussehenden Männern nicht gefallen?‘ (tw)

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