Fußball-Oberliga: Keine Punkte für Lokalmatadoren

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SALMROHR/EPPELBORN. Der dritte Spieltag der Saison 2013/14 in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar endete mit einer „Doppel-Null“ für das heimische Duo. Der FSV Salmrohr kassierte nach einer peinlichen Leistung von Schiedsrichter Reichardt gegen Arminia Luwigshafen eine 0:1 (0:1)-Pleite. Der SV Mehring holte sich wie der Lokalrivale die erste Saisonniederlage ab: 1:3 (0:1) bei Aufsteiger FC Hertha Wiesbach.

Wie schon zum Saisonauftakt gegen Mehring (1:1) war der FSV Salmrohr auch gegen den FC Arminia Ludwigshafen die bessere Mannschaft, konnte aber dennoch keinen Sieg landen. Die Ursachen dafür waren vielfältig. Es war die oft fehlende Aggressivität in den Zweikämpfen, die auch Trainer Patrik Klyk monierte, es war die mangelnde Qualität im Abschluss, es war aber vor allem auch die peinliche, weil mehr rund 70 Minuten völlig einseitige Leistung von Schiedsrichter Manuel Reichardt.

Der „Unparteiische“ als Hauptdarsteller

Nicht nur, dass er einen fragwürdigen Handelfmeter pfiff, den Steffen Burkhard (33.) auch zum Siegtreffer für die Gäste verwandelte und Fabio Fuhs noch die Rote Karte zeigte, der den Ball aus einem Meter Entfernung nach einem Absatzkick von Tim Amberger an die Hand bekam. Nein, der Mann im gelben Jersey verhinderte auch schon nach wenigen Sekunden die Führung des FSV durch Murat Adigüzel, weil er auf Offensivfoul von Christian Schroeder nach seinem Zuspiel auf den völlig frei aufs Tor zulaufenden Türken entschied. Und er entschied in allen strittigen Szenen gegen Salmrohr, pfiff viele Fouls gegen die Gastgeber nicht, aber viele Situationen zu ihren Ungunsten, in denen die Arminia nur mit unsäglichen schauspielerischen Leistungen glänzte. Alle paar Minuten sank ein Gästespieler schreiend zu Boden, verließ humpelnd und mit schmerzverzerrtem Gesicht den Platz, um Sekunden später im D-Zug-Tempo wieder auf den Platz zu stürmen. Das alles ahndete Herr Reichardt nicht, der außerdem noch durch eine offen zur Schau getragene Arroganz auffiel. Den einen oder anderen Pfiff gönnte er dem FSV erst, als die Reaktionen der Zuschauer auf der Haupttribüne immer negativer, lauter und länger anhaltend wurden. Jetzt wollte Herr Reichardt Wiedergutmachung betreiben – was seine Leistung noch fragwürdiger machte.

„Wir hatten 80 Prozent Ballbesitz, selbst als wir in Unterzahl waren“, stellte Alexander Adrian nüchtern fest, der sich während des Spiels mehrfach beim Mann mit der Pfeife über seine Regelauslegung beschwert hatte. Diese klare Überlegenheit führte auch zu einigen Chancen neben dem gescheiterten ersten Angriff. Die klarsten Möglichkeiten hatte Fabio Fuhs (27.), der nach einer Flanke von Mathias Fischer mit einem platzierten und harten Kopfball am glänzend reagierenden Ludwigshafener Schlussmann Peter Klug scheiterte, Sebastian Schäfer (76.), der kurz nach seiner Einwechslung auf Zuspiel von Markus Bauer nur den Pfosten traf. Bauer selbst scheiterte aus kurzer Entfernung und spitzem Winkel (78.) an Klug, ehe auch die letzte Chance vergeben wurde, als Robin Mertinitz aus fünf Metern statt abzuschließen noch quer passte und seinen Mitspieler nicht fand.

„Salmrohr war klar besser. Für uns war es ein dreckiger Sieg und somit drei dreckige Punkte“, konstatierte Gästetrainer Thomas Fichtner, der die Schauspielerei seiner Akteure auf Nachfrage lapidar mit „Die sind eben so“ kommentierte. Abschließend befand Klyk: „Diese Niederlage tut weh. Zumal wir den Gegner selbst in Unterzahl haben laufen lassen. Aber es ist eben Scheiße, wenn man kein Tor macht.“ (wir)

FSV Salmrohr – FC Arminia Ludwigshafen 0:1 (0:1)

FSV Salmrohr: Sebastian Grub – Daniel Petersch, Daniel Braun, Fabio Fuhs, Mathias Fischer (89. Matondo Makiadi) – Daniel Schraps, Alexander Adrian – Julian Bidon (60. Markus Bauer), Robin Mertinitz – Christian Schroeder (73. Sebastian Schäfer) – Murat Adigüzel (60. Tim Hartmann)

Tor: 0:1 (33.) Steffen Burkhard (Handelfmeter)

Besonderes Vorkommnis: Rote Karte (32.) für Fabio Fuhs

Schiedsrichter: Manuel Reichardt (Oberbexbach) – Zuschauer: 185

 

 

Auch der SV Mehring kassierte seine erste Niederlage. Für die Moselaner hatte das Pech schon in der Woche angefangen, als sich Regisseur Sebastian Ting im Training einen Muskelbündelriss zugezogen hatte. Dieselbe Verletzung wie Spielertrainer Dino Toppmöller im Auftaktspiel in Salmrohr.

Der Plan der Gäste, beim FC Hertha Wiesbach erst einmal die Null zu halten, war schon nach wenigen Minuten Makulatur. Nach einem Foul an der Strafraumgrenze von Johannes Diederich markierte Björn Recktenwald nach acht Minuten den Ball zur Führung des Aufsteigers in die Maschen. Danach ging beim Gast erst einmal so gut wie nichts mehr, Toppmöller sprach von „einer ganz schlechten ersten Hälfte von uns“. Der einzige Mehringer, der noch was bewegte, war Torhüter Philipp Basquit, der zum stärksten Akteur seiner Elf avancierte und schon in der 24. Minute das 0:2 verhinderte, als er gegen Valentin Solovej rettete, der zunächst am Pfosten gescheitert war. , im Nachsetzen fand er seinen Meister im besten Mehringer an diesem Abend, Torwart Philipp Basquit. Angelo Del Col scheiterte nochmals an Basquit (31.) und zielte kurz vor Ende des ersten Abschnitts daneben. Mehring hatte nur eine Gelegenheit, als André Weinberg eine Flanke von Carsten Cordier knapp verfehlte.

Der Doppelwechsel in der Halbzeit – Co-Trainer Erwin Bradasch und Michael Fleck kamen in die Partie – sorgte für Belebung in der Offensive. „Von da an haben wir endlich gut über die Flügel gespielt“ zeigte sich Toppmöller nun deutlich zufriedener. Zweimal parierte Wiesbachs Torwart Philippe Persch stark gegen Tommy Toppmöller klären konnte (56., 62.), dann verfehlte André Weinberg knapp. Der Aufwärtstrend wurde durch einen Ballverlust im eigenen 16er jäh beendet, den Solovej (66.) zum zweiten Treffer für die Hausherren nutzte.

Von der 77. Minute an war Mehring wieder im Rennen, nachdem Tommy Toppmöller ein Zuspiel von Johannes Diederich zum Anschlusstreffer genutzt hatte. Natürlich musste der SVM nun mit abnehmender Spielzeit immer mehr riskieren, hatte durch Weinberg in der 88. Minute auch noch eine Möglichkeit, der aber das Zuspiel von Max Meyer nicht erreichte. In der Nachspielzeit machte Solovej dann den Endstand perfekt.
„Die Niederlage geht in Ordnung“, analysierte Toppmöller, „aber hier war deutlich mehr drin. Der Fehler vor dem 0:2 war unnötig. Dass die Moral stimmt, haben wir in der Folge aber noch zeigen können.“ (wir/pm)

FC Hertha Wiesbach – SV Mehring 3:1 (1:0)

SV Mehring: Philipp Basquit – Johannes Diederich, Andreas Hesslein, Domenik Kohl, Christoph Eifel – Mario Kön (64. Kön), Maximilian Meyer – Carsten Cordier (46. Michael Fleck), Simon Monzel (46. Erwin Bradasch), André Weinberg – Tommy Toppmöller

Tore: 1:0 (8.) Björn Recktenwald, 2:0 (66.) Valentin Solovej, 2:1 (77.) Tommy Toppmöller, 3:1 (90.+2.) Valentin Solovej

Schiedsrichter: Florian Benedum (Mehlingen) – Zuschauer: 292

 

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