Im Sommerloch

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    Ich komme von hier und fühle mich hier zuhause. Ich liebe diese Stadt und wohne demzufolge gerne hier. Aber nicht in der politischen Sommerpause mit einem Bundestagswahlkampf vor der Tür.

    Ich komme von hier und fühle mich hier zuhause. Ich liebe diese Stadt und wohne demzufolge gerne hier. Aber nicht in der politischen Sommerpause mit einem Bundestagswahlkampf vor der Tür.

    Die Kommunalpolitik ist ausgeflogen und ausgestorben. Die meisten Redakteure beim führenden Trierer Printmedium sind ausgeflogen und posten munter Bilder ihres Strandurlaubs auf der Social Media Plattform Facebook. Die halbe Stadt ist in Urlaub, während sich die andere Hälfte bei Volks-, Wein- oder Brunnenfesten von ihrer trinkfesten Seite zeigt oder besser: den guten Willen dazu.

    Bernhard Kaster, der scheinbar unbezwingbare Direktkandidat der CDU tourt mit seiner Aktion „Lokalrunde“ durch die Kneipen des Wahlkreises, um seine Stammwählerklientel fit für die Wahl zu machen. Katarina Barley klopft mit selbstgebackenem Kuchen an die Türen der „Arbeiterschaft“ und lächelt den Vorsprung ihres Kontrahenten Kaster einfach beiseite. Bemerkung am Rande: Bei mir war sie noch nicht! Der Rest der Kandidatenschar hält sich bedeckt. Die Piraten demonstrieren. Letzteres liest sich ebenso spannend wie „Studenten verteilen Flugblätter“.

    Was ist nur los in unserer schönen Stadt, die sonst so belebt und engagiert ist? Das größte Highlight dieser Tage scheint zu sein, dass einem goldenen Punker-Elefanten ein Ohrring fehlt oder dass ein neuer 08/15-Club eröffnet hat, indem sich die knapp bekleidete Jugend zu dröhnendem Lärm (Musik kann man das wohl kaum nennen) die Kante gibt.

    Was ist nur los in unserer schönen Stadt, die sonst kulturell einiges zu bieten hat? Die ach so seemännische Truppe Santiano „heizt“ den Ü-35er-Damen im Amphitheater ein, während die Ü-35-Männer die Rallyes in der Eifel genießen, bei der plötzlich jeder zum Rallye-Experten mutiert, der zweimal im Leben die „auto motor sport“ in der Hand hatte.

    Was ist nur los in unserer schönen Stadt, die sonst mit dem Slogan „Uns schöner Trier wirbt?“ Da liegt Müll an allen Ecken und Enden, für den sich während der Sommerferien niemand zu interessieren scheint. (Berufs-)Jugendliche randalieren grundlos oder aus Spaß an der Freude (das verstehe wer auch immer) im Vorfeld zu Fußballspielen, um sich dann stolz als „Ultras“ zu betiteln, die ihre Stadt verteidigen (???), während anschließend im Stadion ein durchschnittliches Spiel vor lauter Feuerwerk und Bengalo-Nebel kurz vor dem Abbruch steht.

    Hauptsache, Oberbürgermeister Klaus Jensen und Ministerpräsidentin Malu Dreyer sitzen auf der wohlbehüteten VIP-Tribüne und klatschen Beifall. Ist ja schließlich Wahlkampf.

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    1 KOMMENTAR

    1. Lieber Herr Rausch, ich glaube Sie sind im Rausch!

      Lesen Sie sich das eig. selber nochmal durch? Oder schaut niemand über einen Test drüber bevor er veröffentlicht wird?

      Die Stadt besteht nicht nur aus Hobbykritikern wie Ihnen, die alles und jeden schlecht Reden, die moderne Subkulturen wie Ultras, schöne Kunstaktionen wie die mit dem Elefanten oder Cluberöffnungen in dem „lahmen“ Nachtleben der Stadt Trier schlecht reden!

      Bitte bedenken Sie doch in Zukunft Ihre Kolumnen und schreiben Sie über etwas schönes, wodrüber die Menschheit sich freut, vielleicht mal über die schönen Blumen auf dem Petriesberg. Ein großteil der Leserschaft von Lokalo wird es ganz bestimmt Erfreuen!

      Vielen dank und liebe Grüße von einem Trierer, der nicht alles zum Kotzen findet, diese Elefanten und Wahlkampftouren toll findet und hofft das Ihre depressive Phase bald der Vergangenheit angehört =)

    2. Erstens hast du den Sinn einer Kolumne nicht verstanden. Zweitens: Schöne Blumen auf dem Petrisberg? Ich lache mich tot! Und drittens: Wenn Herr Rausch, anders als du, die Ultras nicht als „moderne Subkultur“ sieht, dann muss ich ihm zustimmen. Kultur, auch Subkultur, ist wirklich etwas anderes

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