Mittäterin sagt gegen Sexualstraftäter aus

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    TRIER. Am Freitag wurde der Prozess gegen einen 54 Jahre alten Mann aus dem Raum Neustadt an der Weinstraße fortgesetzt, der wegen schweren sexuellen Missbrauchs an einem Säugling angeklagt ist. Nun sagte die bereits verurteilte Mittäterin aus und wurde zur Hauptbelastungszeugin.

    Das Gericht sieht im Verlauf des Prozesses um C. viele neue Frauengesichter, womöglich mehr als als den Beteiligten lieb ist. Erneut trat eine ehemalige Geliebte von C. in den Zeugenstand, um zur Aufklärung des Falles beizutragen. Bei der ersten Frau, die eigens aus Österreich anreiste, um als Zeugin vernommen zu werden, handelte es sich um eine enge Freundin und Liebhaberin des Angeklagten. Eine von vielen, wie sie im Laufe der Vernehmung bestätigte. Die Zeugin bezeichnete C. als charmant, jedoch auch als angeblich schizophren und unausgeglichen. So soll er einerseits herrisch und bestimmend gewesen sein, andererseits allerdings auch mal eine labile und depressive Seite von sich gezeigt haben.

    Wirklich aussagekräftig und letztlich in hohem Maße belastend für den Angeklagten war der Auftritt seiner bereits verurteilten Mittäterin B., Mutter des damals zwei Monate alten Jungen, der über einen längeren Zeitraum missbraucht wurde (weitere Berichte in der Rubrik Gesellschaft und Politik). Die Frau, deren Aussageverweigerungsrecht mit ihrer Verurteilung aufgehoben war, erschien in Begleitung ihrer Strafverteidigerin Martha Schwiering aus Trier. Sie bestätigte, auf Aufforderung von C. damals pornographische Bilder von ihrem Sohn gemacht zu haben. Auch war sie sich sicher, dass der Angeklagte ihr persönlich pornographisches Material zugeschickt hatte. Er habe ja immer wieder über solche Sachen geredet, erklärte sie und entkräftete somit die Behauptung von C., dass er so etwas nie getan habe und ein Dritter dafür verantwortlich sein müsse.

    Im letzten Drittel des Verhandlungstages beantragte der Angeklagte durch seinen Strafverteidiger Christian Hass aus Ludwigshafen die Verlesung einer weiteren E-Mail. Die stamme von einem „unbekannten Thomas“ und weise möglicherweise auf die geheimnisvolle dritte Person hin, die nach Darstellung des Angeklagten unbefugten Zugriff auf sein E-Mail-Konto hatte und verantwortlich für den pornographischen E-Mail-Verkehr sei.

    „Sie wundern sich jetzt nicht, dass ich Ihnen das nicht glaube, oder?“, fragte Richter Albrecht Keimburg im Anschluss. Es war ein zartes Indiz dafür, dass das Gericht nicht mehr gewillt ist, dem Angeklagten einen weiteren Aufschub bis zur vermutlichen Verurteilung zu gewähren. Einen neuen Beweisantrag zur Vorladung zweier Fachleute aus dem medizinischen Bereich lehnte das Gericht mit der Begründung ab, dass er entgegen seiner Darstellung zur fraglichen Zeit sehr wohl in der Lage gewesen sei, E-Mails zu schreiben. Die Verhandlung wird am 22. August (9 Uhr) fortgesetzt. (van)

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