TBB Trier: Das Ende der Ward-Spiele – Warren Ward neuer Small-Forward

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TRIER. Dass Warren Ward für die TBB Trier auf Korbjagd gehen würde, war schon vor Wochen klar. Die einzige Frage die blieb: Wann würden die Verantwortlichen seine Verpflichtung publik machen? Heute war es dann endlich so weit. Im Rahmen der Vorzeige-Präsentationssendung „TBB@Home“ wurde der Kanadier vorgestellt – und unterschrieb ein Arbeitspapier für die kommenden beiden Spielzeiten.

Es könnte in der nächsten Off-Season recht langweilig werden für Chris Schmidt und Co. – allerdings aus erfreulichen Gründen: Ward ist nach Andreas Seiferth, Anthony Canty, Laurynas Samenas, Vitalis Chikoko und Stefan Schmidt der nächste Spieler, der einen langfristigen Vertrag bei den Moselstädtern unterschrieben hat. Das große Talent aus London/Ontario kommt mit jeder Menge Vorschusslorbeeren an die Mosel.

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Der athletische, 196 cm große Guard spielte fünf Jahre lang für die Ottawa Gee-Gees in der kanadischen College-Liga CIS. In seiner letzten Saison für die Gee-Gees markierte der 23-Jährige 18,8 Punkte und 8 Rebounds pro Partie.  Zusätzlich bereitete er durchschnittlich 3,9 Körbe seiner Teamkameraden vor – Variabilität en masse. Dabei traf der Modellathlet  49,8 Prozent seiner Würfe aus Zweipunktland und 30,5 Prozent seiner Versuche von jenseits der 6,75-Meter-Linie. Negativ: Knapp drei Mal pro Partie schenkte er den Ball her. Der Job des Spielmachers wird in Trier jedoch von anderen Teammitgliedern ausgefüllt werden  – Ward soll vorwiegend als Small-Forward zum Einsatz kommen und tritt damit in die Fußstapfen von Nate Linhart, der nach Venedig gewechselt ist.

Die Stats des 23-jährigen sind beeindruckend. Beeindruckend deshalb, weil Ward sich in der Vorsaison einen Kreuzbandriss zugezogen und zehn Monate pausiert hatte. Dies dürfte auch das größte Risiko bei der Verpflichtung von Warren Ward sein:  Hält sein Knie den Belastungen der BBL-Intensität stand?

Henrik Rödl ist vom Linhart-Ersatz überzeugt: „Warren ist ein junger Spieler mit viel Entwicklungspotenzial, der auf allen drei Außenpositionen vom Point Guard bis zum Small Forward eingesetzt werden kann. Er passt sportlich wie menschlich sehr gut in unser Konzept, und ich freue mich sehr, dass er seinen nächsten Karriereschritt bei uns machen will. Und bin mir sicher, dass er ihn auch machen wird.“

Ward ist ein Basketballer, den im Vorfeld wohl kaum jemand bei der TBB auf der Rechnung hatte. Die kanadische College-Liga hat nicht den Ruf, viele Profi-Basketballer hervorzubringen, findet weder in den USA, noch in Europa große Beachtung. Viele Fachleute überraschte Ward beim Impact Basketball Camp in Las Vegas. Der athletische Guard nahm es mit starken Gegenspielern wie Justin Harper (2011 an 32. Stelle gedrafted) auf und agierte über weite Strecken als Spielmacher. Seine Vielseitigkeit und seine Arbeitseinstellung dürften dazu führen, dass der sympathische Kanadier noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung angekommen ist.

Schön für die Fans der TBB Trier: Der Guard gilt als äußerst emotionaler Spieler, der sein Team und die Fans mitreißt. „Es kommt einfach raus. Ich bin kein Roboter und kann nicht Basketball spielen, ohne Emotionen zu zeigen. Wenn meine Teamkameraden einen tollen Wurf treffen, will ich sie wissen lassen, dass ich stolz auf sie bin“, verrät er im youtube-Interview.

Trier Maple Leafs – Kommt auch der Kanadier Jermaine Anderson nach Trier?

Auch über seine neue Heimat an der Mosel hat der sprunggewaltige Mann aus Kanada nur Positives zu berichten. „Trier ist die beste Wahl für meine erste Station als Profi. Die TBB Trier ist ein gutes Team mit den richtigen Werten. Dass dieser Verein sich für mich als Spieler interessiert, bedeutet mir sehr viel. Und nicht zuletzt gefällt mir die familiäre Atmosphäre, die im Team und drumherum herrscht“, so Ward über seine Entscheidung für die kommenden beiden Spielzeiten das grün-weiße Trikot überzustreifen. Einen Einblick in die Spielweise des sympathischen Kanadiers finden Basketball-Fans hier.

Ward wird nicht nur auf der Position von Nate Linhart in Aktion treten – auch intellektuell erinnert er an den US-Amerikaner. Der Kanadier beschreibt sich selbst als Bücherwurm, hat sich schon mit der Historie der Stadt vertraut gemacht und mag das ruhige Trier jetzt schon. Auch was seine NBA-Träume angeht, hat Ward eine klare Meinung. „Im Moment ist TBB Trier meine NBA“, verriet er im Interview mit basketball-stream.de. Auch Sascha Beitzel, konnte nur Gutes über den Neuzugang berichten. „Beim Kennenlern-Grillen hat er sich mit Henrik schon über Spielsysteme etc. ausgetauscht, während ich weiter gekocht habe. Der weiß genau was er will“, erklärte der TBB-Vorstand bei TBB@Home. Henrik Rödl sieht in Ward einen „lernbegierigen Spieler mit beeindruckendem Potenzial“.

Ward wird die Eingewöhnung leicht gemacht. Mit Jermaine Bucknor steht ein weiterer Kanadier in Diensten der Moselstädter und vieles spricht dafür, dass am Donnerstag mit Jermaine Anderson ein weiteres „Ahornblatt“ als Neuzugang verkündet wird. Anderson verfügt über jede Menge BBL-Erfahrung und traf in der vergangenen Saison die Trierer per Buzzer-Beater mitten ins Herz. Sollte es so kommen: Es wäre ein Kader, der sich in der BBL auf keinen Fall zu verstecken bräuchte. Bucknor entpuppte sich bei Wards erstem Besuch in der ältesten Stadt Deutschlands indes als echte Hilfe. „Er ist wie ein älterer Bruder für mich und zeigt mir alles“, zeigte sich Ward von Bucknor beeindruckt. Warren Ward wird bei der TBB Trier mit der Nummer 10 auflaufen: „Diese Nummer trage ich schon meine gesamte Karriere und ich habe nicht vor sie so schnell loszuwerden.“ Im Fußball ist diese Rückennummern meist den Spielmachern vorbehalten – man wird sehen, was Ward alles  mit dem Ball anstellen wird. Das Potenzial ist jedenfalls riesig. (cw)

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