TBB Trier: Co-Trainer Thomas Päch im Sommerinterview

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TRIER. Thomas Päch ist in der Trainergilde der Basketball-Bundesliga eines der jüngsten Mitglieder. 2010 hatte Henrik Rödl ihn als Assistent im Schlepptau, als er seinen Job als Headcoach in Trier antrat. Da war Päch nicht einmal 30 Jahre alt und hatte dennoch schon reichlich Erfahrung bei ALBA Berlin und TuS Lichterfelde im Nachwuchsbereich gesammelt. Er ist die ideale Ergänzung zu Rödl, weil beide sich absolut vertrauen, bestens miteinander abgestimmt sind und die Philosophie, den Erfolg mit jungen Spielern zu suchen, zu 100 Prozent vertreten. lokalo nutzte die Sommerpause und einen kurzen Zwischenstopp Pächs in Trier zwischen einigen Auslandsterminen, um ihn einmal ausführlich vorzustellen.

Wer glaubt, dass Basketballtrainer während der langen Spielpause zwischen zwei Saisons Urlaub machen, der liegt völlig daneben. Vier Wochen hat Thomas Päch abgeschaltet und seine Familie in Malaysia besucht.

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Malaysia? „Ja“, sagt der inzwischen 31-Jährige, „mein Vater ist in einigen exotischen Ländern an deutschen Schulen als Lehrer für Mathe und Physik tätig gewesen und ist es immer noch. Die Sommer nutze ich immer, um eine Stippvisite zu machen.“ Und was steht sonst noch an? „Sichten. Das bedeutet, Basketballspiele zu schauen. Wenn und wann immer machbar, live, sonst im Fernsehen oder auf DVD. Es gibt aber gewisse Pflichttermine, wie zum Beispiel das größte europäische Sommercamp in Treviso oder das Albert-Schweitzer-Turnier, das alle zwei Jahre stattfindet, allerdings nicht im Sommer. Nach seiner Rückkehr aus Malaysia war ich noch bei der U-20-EM in Estland. Und jetzt stehen die Spiele des deutschen Nationalteams an.“

Ein strammes Programm. Die Frage ob der Terminkalender in diesem Jahr besonders eng ist, verneint Päch. Denn die Prämisse der TBB-Trainer lautet: „Wir wollen jeden Spieler, den wir verpflichten, zumindest mal gesehen haben. Da bist du zwangsläufig viel unterwegs.“ Nicht nur deshalb sieht er es auch „als enorm wichtig an, dass wir im Trainerstab durch die Hinzunahme von Josip Bosnjak, Frank Baum und Dragan Dojcin sehr viel an Qualität gewonnen haben.“ Denn, die TBB wird sich als Club mit begrenzten finanziellen Möglichkeiten damit abfinden müssen, die Rolle des Ausbildungsvereins ausfüllen zu müssen. „Deshalb gönne ich einem Spieler wie Nate Linhart auch, dass er jetzt einen Club gefunden hat, der mehr zahlen kann. Er hat zwei Jahre lang für uns alles gegeben. Ich hatte allerdings mit einer noch besseren Adresse für ihn gerechnet.“

Der Assistent von Henrik Rödl plaudert auch ein wenig aus dem Nähkästchen. Über seine Symbiose mit seinem „Chef“ im Allgemeinen, beim Training und im Spiel: „Wir liegen auf einer Wellenlänge, weil wir beide wissen, dass es ohne harte Arbeit keinen Erfolg gibt. Wir vertrauen uns blind und ich weiß, dass meine Meinung Gewicht hat.“ Während des Spiels macht er die Aufzeichnungen. Er notiert wie die Taktik umgesetzt wurde, wie sie mit der Taktik des Gegners und dieser mit ihrer klar kommt: „Aus diesen Notizen und unseren Erkenntnissen entwickeln wir in den Auszeiten die notwendigen Strategien.“ Er spielt eine wesentliche Rolle bei der Vor- und Nachbereitung der Spiele, zu denen das intensive Videostudium und die penible Auswertung des Scoutings gehören. Das Training umfasst nicht zuletzt auch individuelle Einheiten. „Bisher habe ich mit den ‚Langen‘, Henrik mit den ‚Kleinen‘ gearbeitet. Mit Frank, Josip und Dragan haben wir jetzt noch mehr Möglichkeiten.

Und nach welcher Philosophie werden Spieler gesichtet? „Wir haben immer viele Spieler auf der Liste, weil du ja nie weißt, wen du bekommen kannst, und wen nicht. Außerdem spielen immer mehrere mögliche Konstellationen der Zusammensetzung der Mannschaft eine Rolle. Wenn der erste Eckpfeiler gesetzt ist, wird drum herum der restliche Kader gebaut. Was das Spiel angeht, ist immer das Vermögen, ‚Pick-and-Roll‘ spielen zu können, wichtig. Dann kommt das Kriterium ‚Werfer‘ dazu.“ Nach dieser ersten Selektion erfolgt die „Feinjustierung“. Jeder Spieler wird eingeladen. „Dabei geht es vornehmlich darum, dass wir den Menschen kennenlernen, der hinter dem Sportler steckt. Wir müssen sehen, ob er in unser Umfeld passt und ob es ihm gefällt.“ Denn: „Es geht immer um das Team. Das Team steht an erster Stelle. Und ich denke, dass die Leute, in die Arena kommen, dass längst gemerkt haben und es honorieren.“ Und schon neigt sich die für die Fans gefühlt endlose Sommerpause dem Ende entgegen. Denn am 11. August beginnt die „Reisewelle“, die ersten Spieler trudeln ein, „einen Tag später ist Anwesenheitspflicht.“ Offizieller Trainingsauftakt ist dann am 19. August.

Und dann hat der Alltag auch Thomas Päch wieder. Wie lange er noch in Trier bleiben wird, ist offen. „Es gibt keinen Zehnjahresplan. Oberste Priorität ist, dort wo man lebt und arbeitet, glücklich zu sein. Und ich habe keine Ambitionen, von hier wegzugehen.“ (wir)

1 KOMMENTAR

  1. Sehr gut Herr Rausch ,gutes und informatives Interview ?das fehlt dem tv in sachen basketball, seit ihrem Weggang dort!

  2. Thomas Päch ist genauso wie Henrik Rödl ein Sympathieträger für den Basketball in Trier, auch wenn er meist im Hintergrund arbeitet.
    Ich wünsche der TBB trotz der vielen Abgänge viel Erfolg für die neue Saison. Vielleicht sind ja doch mal die Playoffs drin, der Verein hätte sich das wirklich verdient.

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