Mit viel Seefahrerromantik erobern „Santiano“ Trier

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    TRIER. Knapp 700 Fans begeisterte die Seemanns-Rockband Santiano am gestrigen Abend im Amphitheater. Die Flensburger Gruppe warf ihren Anker im Rahmen der Tournee „Bis ans Ende der Welt“ in der ältesten Stadt Deutschlands. Bei sommerlichen Temperaturen um 25 Grad heizten die Musiker dem Publikum mit Liedern wie „Alle die mit uns auf Kaperfahrt fahren“, „Auf nach Californio“ und „Santiano“ so richtig ein. Für zwei Stunden lud die Band das Publikum ein, mit auf ihr Schiff – die Santiano – zu kommen, und die Alltagssorgen über Bord zu werfen.

    Zu Beginn ertönten ein lautes Meeresrauschen und die knarzenden Balken eines Schiffes, das der aufgewühlten See standzuhalten versuchte. Eine tiefe Stimme erzählte die Geschichte von fünf Schiffbrüchigen, die aus den Überresten ihrer versunkenen Boote ein Schiff bauten, das schöner und größer war als alles, was die Seefahrer bislang gesehen haben. Die „Santiano“ war geboren und sollte schon bald auf Jungfernfahrt gehen.

    Um kurz nach 20 Uhr war es dann so weit. Von donnernden Trommelschlägen begleitet stürmten die Bandmitglieder nacheinander auf die Bühne. Spätestens jetzt stand das Amphitheater Kopf und honorierte das gelungene Intro mit tosendem Applaus. Dann ging es los. „Alle die mit uns auf Kaperfahrt fahren müssen Männer mit Bärten sein“, sangen die Flensburger mit ihren rauen Stimmen in die Mikrophone. Als danach die Hymne „Santiano“ ertönte gab es kein Halten mehr. Selbst hartgesottene Kerle verzichteten kurz auf ihr Bier und den ernsten Gesichtsausdruck. Mit angehobenen Mundwinkeln und viel Rhythmus im Blut grölten sie mit: „Soweit der See und der Wind uns trägt, Segel hoch, volle Fahrt Santiano.“

    Zwei Stunden lang sangen Santiano Texte über Herzschmerz, Schiffe, Ozeane und das große Freiheitsgefühl auf See. Zwischen den Liedern streute Frontsänger Björn Both stimmungsvolle Seemanns-Anekdoten ein. Santiano zeigt, dass traditionelle, handgemachte Seemannsmusik nicht langweilig sein muss und nicht nur für eine kleine Gruppe interessant ist. Die unterschiedlichsten Menschen waren gestern zu Gast auf der Santiano und werden die Reise für lange Zeit in Erinnerung behalten.

    Auch Ilona (38 Jahre) und Frank (42 Jahre) aus Bitburg sicherten sich ein Ticket für das Schiff. „Ich kann mich noch gut dran erinnern, als ich Santiano das erst mal gehört habe. Das war letztes Jahr im Sommer beim Kartoffeln schälen. Ich hatte das Radio an und der Sender spielte das Lied ‚Santiano‘. Sofort musste ich im Internet nach dem Interpreten und Titel suchen“, so Ilona. „Als ich von der Arbeit nach Hause kam zeigte mir Ilona im Internet ein Lied, das sie tagsüber gehört hatte und ihr auf Anhieb sehr gut gefiel. Auch ich war begeistert. Am nächsten Tag kauften wir uns das Album und hörten es zusammen durch. So sind wir Santiano-Fans geworden“, fügte Frank hinzu.

    Die Bitburger sind nicht die Einzigen, die Santiano im letzten Jahr kennen und lieben gelernt haben. Ihr Debut-Album „Bis ans Ende der Welt“ erreichte mit über 600.000 Verkäufen drei mal Platin. Wie bei den Seemannsliedern spiegeln die Stücke der Nordlichter das Leben der Seefahrt in seiner vollen Ausprägung wider: das Lichten des Ankers, das Setzen der Segel – Verabschiedung, Sehnsuchtsgefühle aber auch das gesellige Treiben in einer gemütlichen Runde.

    Es war an einem Abend, an dem die Sterne im Zeichen der Musik standen und sich fünf Musiker auf einem Fest trafen. Es wurde gelacht, es wurde erzählt und vor allem wurde gefeiert. Irgendwann griff man zu den Instrumenten. Aus den fünf Bekannten formierte sich spontan eine Band – es war die Geburtsstunde von Santiano. Die Besatzung war angekommen, der Kurs stand fest.

    Die Tournee dauert noch bis zum 13. September an. In Bonn geben die Seemannsrocker ihr Abschlusskonzert. Am 23. November startet dann schon die nächste Tour „Mit den Gezeiten“. Auch dann heißt es wieder für viele Fans: „Leinen los, es geht zu Santiano.“ (tw)

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