„Freiheit statt Angst!“- Demonstration gegen PRISM in Trier

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TRIER. Am heutigen Samstag fand in der Innenstadt unter dem Motto „Stop watching us“ eine von der Trierer Piratenpartei organisierte Demonstration gegen die Abhörpraktiken der NSA und anderer Geheimdienste statt. Rund 200 Demonstranten fanden sich ein, um gegen Datenmissbrauch zu protestieren.

Bundesweit, vor allem in Großstädten, demonstrierten heute Menschen gegen die US-amerikanischen Geheimdienste sowie die Spähprogramme PRISM und TEMPORA, die durch den ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden öffentlich wurden. In Trier fand die zentrale Kundgebung für Rheinland-Pfalz statt, Initiator war der Vorsitzende der Piratenpartei Thomas Heinen. Gestartet war die Kundgebung um 13 Uhr am Viehmarkt, wo zu Beginn die Möglichkeit für die Protestler bestand, ihre Meinung via Lautsprecher mitzuteilen. So wurde gefordert, dass die Überwachung aufhören und Whistleblower Edward Snowden Straffreiheit sowie Asyl zugesichert bekommen müsse.

„Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Freiheit klaut!“ skandierten die rund 200 Demonstranten immer wieder auf dem Weg durch die Trierer Innenstadt. Neben verschiedensten Plakaten mit dem Konterfei von Edward Snowden und Botschaften wie „STOP PRISM“ zogen auch einige mit der Aufschrift „Stasi 2.0“ Parallelen zur ehemaligen DDR-Staatssicherheit.  „Das ist ein riesiger Skandal, der von unserer Regierung nur müde weggelächelt wird. Die Aussagen von Innenminister Friedrich sind doch unerträglich. Deshalb bin ich auch hier, da muss etwas gesagt werden.“ meint der 29-jährige Nils, der beruflich als IT Systemadministrator in einem Mittelständischen Betrieb arbeitet, bevor er wieder mit in die Rufe der Aktivisten einstimmt.

Ein Höhepunkt war ein sogenannter Flashmob auf dem Hauptmarkt: Die Demonstranten legten sich dabei hin, ihre Körperumrisse wurden von satirisch als „NSA-Agenten“ bezeichneten Aktivisten mit Kreide auf den Boden gezeichnet.  Dies stand metaphorisch für die völlige Überwachung des Einzelnen durch die Geheimdienste. Nach dieser Aktion lief der Protestzug weiter zur Porta Nigra, wo abschließend noch Meinungen gehört werden sollten.

Auf dem Weg dorthin fand der Piraten-Vorsitzender und Initiator Thomas Heinen klare Worte für die umliegenden Passanten: „Reiht euch ein, kämpft für eure Freiheit, eure Bürgerrechte, für die Demokratie und gegen den Überwachungsstaat“.  Immer wieder skandierte die Menge lautstark „Freiheit für Snowden“. Im Interview nach der Kundgebung forderte Heinen, dass die Geheimdienste abgeschafft bzw. abgerüstet werden sollten, der Staat dürfe die Bürger nicht anlasslos überwachen. „Ich möchte nicht gläsern und mit einem digitalen Zweitschlüssel für Staat und Wirtschaft in einer vollüberwachten Welt leben. Darum fordern wir: Schluß mit der Massenüberwachung!“. Auch der Direktkandidat der Piratenpartei, Andreas Brühl, äußerte sich kritisch: „Kein Bürger kann sich mehr darauf verlassen, dass irgendetwas, das er mal arglos vor Jahren an einen Vertrauten geschrieben hat, für immer geheim bleibt.“ Nach einigen weiteren kritischen Meinungsäußerungen an der Porta löste sich die Demonstration dann gegen 15 Uhr langsam auf. (ros)

 

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1 KOMMENTAR

  1. @ den CDU Wähler

    Internet-Total-Überwachung wie PRISM oder TEMPORA = Terrorismus

    Natürlich braucht man eine gewisse Internetüberwachung, aber doch nicht eine geheim gehaltene verdeckte und strenggeheime Datenkloake die über mehrere Jahre Daten speichert ohne auch nur ein bisschen Aufmerksamkeit zu erregen. Und das alles Verfassungswiedrig = Illegal.

    Wenn das jetzt anstatt ein Land ein einzelner Bürger gemacht hätte, oder eine einfache Gruppe von Leuten, dann würden die so lange im Knast sitzen bis zu ihrem Tode bestimmt, wenn nicht die Todeststrafe^^

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