Die Fußball-Oberliga vor dem Anpfiff

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    SALMROHR/MEHRING. Am Freitag erfolgt der Anpfiff zur Saison 2013/14 in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Gleich die erste Partie ist der Derby-Knüller zwischen dem FSV Salmrohr und dem SV Mehring (19 Uhr, Salmtalstadion), zu dem wir noch eine ausführliche Vorschau liefern. Heute wollen wir aus Sicht der beiden regionalen Protagonisten einen Ausblick auf die gesamte Spielzeit wagen.

    Ambitioniert geht der letztjährige Vizemeister FSV Salmrohr wieder ans Werk. „Nachdem wir im Vorjahr Zweiter wurden, kann ich ja schlecht sagen, dass wir Dritter werden wollen“, sagt Trainer Patrick Klyk. Das deckt sich mit der Vorgabe seines Präsidenten Helmut Meeth, der dafür bekannt ist, die Messlatte immer hoch zu legen: „Es kann nur unser sportliches Ziel sein, in die Regionalliga aufzusteigen.“ Dazu könnte in dieser Spielzeit ja sogar Platz 2 reichen (siehe Infobox).

    Der FSV hat zwar vier absolute Stammspieler verloren, mit Johannes Kühne sogar einen absoluten Führungsspieler, aber die Zugänge können sich auch sehen lassen. Vor allem die oberliga-erfahrenen Kräfte Fabio Fuhs, Julian Bidon und Murat Adigüzel lassen die Salmtaler nicht schwächer erscheinen als im Vorjahr, als die Fülle von Nachholspielen in wenigen Tagen letztlich den Titel kostete. Offensiv sieht Klyk seine Elf „mit Bidon, Adigüzel, Braun und Hartmann sogar besser aufgestellt“, er gibt aber auch zu: „Die Abgänge von Johannes Kühne, Julian Hohns und Andreas Hesslein waren natürlich nicht Eins zu Eins zu kompensieren.“

    Schlüsselrollen bei den Zugängen kommen nicht nur Angreifer Murat Adigüzel, der erst am Dienstag unter Vertrag genommen wurde und Fabio Fuhs zu. „Murat ist nicht nur für eine bessere Chancenverwertung zuständig. Da Christian Schroeder einen weiteren Schritt nach vorne gemacht hat und Robin Mertinitz die dringend notwendige Pause genutzt hat, werden uns auch die spielerischen Fähigkeiten von Murat vorwärts bringen.“ Fuhs wird der unumstrittene Chef in der Abwehr sein: „Er gibt nicht nur mit seiner Präsenz und Spielweise den Ton an, sondern auch verbal. Und Fabio ist auch in der Lage, einen guten langen Pass zu spielen.“ Weil der Aderlass in der Abwehr groß war, kommt der späten Verpflichtung des Ex-Trierers Lars Schäfer ebenfalls große Bedeutung zu. Julian Bidon, soll wirbeln, Tim Hartmann mit seiner gradlinigen Spielweise für Druck und Gefahr sorgen, gleiches gilt für Daniel Braun, der aber noch zwei Spiele Sperre absitzen muss. Marc Inhestern „wird leider noch ein paar Wochen ausfallen“ (er hatte einen Nabelbruch erlitten). Noch zwei weitere Akteure werden auf unbestimmte Zeit nicht zur Verfügung stehen. Gustav Schulz, der Dreh- und Angelpunkt in der Offensive laboriert immer noch an einer Verletzung der Patellasehne. Ob er operiert werden muss oder physiotherapeutische Behandlung die Lösung ist, soll sich in der kommenden Woche entscheiden. Abwehrspieler Dominik Zwick (Haarriss im Schienbein) muss operiert werden.

    Topfavorit ist für Klyk der SC Hauenstein, „weil er über den qualitativ besten und am tiefsten besetzten Kader verfügt und dazu noch über die finanziell besten Voraussetzungen verfügt.“ Sein Team sieht der Coach ebenfalls in der Spitzengruppe, in der er auch noch Arminia Ludwigshafen, den Regionalliga-Absteiger SC Idar-Oberstein, Neuling FC Hertha Wiesbach „und irgendeine Überraschungsmannschaft“ erwartet. Wie Meeth sieht auch Klyk trotz der schmerzlichen Ausfälle „einen guten Start als enorm wichtig“ an.

    FSV Salmrohr

    Zugänge: Fabio Fuhs, Julian Bidon (VfR Borussia Neunkirchen), Murat Adigüzel (SVN Zweibrücken), Lars Schäfer (Swift Hesperange), Daniel Braun, Tim Hartmann, Marc Inhestern (alle SV Eintracht Trier 05 II), Uwe Schüller (Co-Trainer), Jörg Stölben (Jugendkoordinator/Trainer A-Junioren)

    Abgänge: Johannes Kühne (Etzella Ettelbrück), Markus Schottes, Andreas Hesslein (beide FSV Salmrohr), Julian Hohns (Studienaufenthalt USA), Marc Mees (SG Bullay-Alf/Zell), Daniel Mehrfeld, Simon Boesen (beide SV Dörbach)

    Nach der Zittersaison 2012/13 die dank eines phänomenalen Schlussspurts nach der Installierung des Trainergespanns Dino Toppmöller/Erwin Bradasch noch das nicht mehr für möglich gehaltene Happy-End auf Platz 13 fand, geht der letztjährige Aufsteiger die „verflixte zweite Saison“ in der Liga gedämpft optimistisch an. „Wir wollen den Klassenerhalt so früh wie möglich klar machen“, sagt Toppmöller, der weiterhin als Spieler zur Verfügung steht. „Wir machen das dann wie bisher. Wenn ich spiele, ist Erwin derjenige, der von außen Einfluss nehmen kann.“ Der Spielertrainer ist davon überzeugt, dass das letzte Saisondrittel auch noch in diese Spielzeit nachwirken kann, „weil die Mannschaft gesehen, hat, dass sie mithalten kann.“ Dass sie wegen der Erfolgsserie – sieben Siege in den letzten zehn Spielen, übermütig geworden ist, glaubt er nicht.

    Die beiden letzten Testspiele hat Mehring mit 10:2 gegen den saarländischen Verbandsligisten VfB Theley und mit 4:2 gegen CS Grevenmacher gewonnen – der Formaufbau stimmt also. „Dass wir Achmed Boussi verlieren, war natürlich nicht eingeplant“, so Toppmöller, der unumwunden zugibt: „Das ist für uns ein schlimmer Verlust.“ Ähnlich wie Kühne in Salmrohr ist auch Boussi in Mehring nicht „Eins zu Eins“ zu ersetzen. Insgesamt sieht „Toppi“ seinen Kader aber als stärker an, als in der zweiten letzten Saisonhälfte, als ja auch schon kräftig nachgebessert wurde. Er gibt sich zuversichtlich: „Wir sind sicher in der Lage nochmals einen Schritt nach vorne zu gehen.“ In der Verantwortung sind dabei vor allem die vom Lokalrivalen aus Salmrohr geholten Markus Schottes („er wird unser spielerisches Niveau heben“) und Andreas Hesslein („er ist unser Abwehrchef“). Von den Neuzugängen, die zum Teil mehrere Klassen überspringen müssen, hat Marc Willems, der in der Vorbereitung drei Treffer markierte, bisher den größten Sprung gemacht. „Er ist schnell und ehrgeizig“, sagt Toppmöller über ihn, der auch Carsten Cordier zum Stamm zählt, während Jason Pütz von ihm als „Perspektivspieler“ eingestuft wird.

    Auch die Moselaner können nicht mit dem kompletten Kader starten. Isaac Agemann, der Senkrechtstarter der vergangenen Spielzeit, musste sich einer Meniskusoperation unterziehen und steht nicht zur Verfügung. Gleiches gilt für Neuzugang Jason Pütz und Nachwuchsmann Lukas Müller, auch Michael Fleck und Simon Monzel, die die Vorbereitung nicht komplett absolviert haben, werden zunächst noch nicht zum Aufgebot gehören. Fest steht, dass Philipp Basquit erste Wahl zwischen den Pfosten ist. Was die Benennung der Favoriten angeht, liegt der ehemalige Salmrohrer Co- und jetzige Mehringer Spielertrainer mit seinem Kollegen Patrick Klyk fast komplett auf einer Wellenlänge. Auch er sieht in Hauenstein den Topfavoriten auf die Meisterschaft, danach nennt er aber „nur noch“ zwei Vereine, nämlich „Idar-Oberstein und den FSV.“

    SV Mehring

    Zugänge: Markus Schottes, Andreas Hesslein (beide FSV Salmrohr), Carsten Cordier (SV Eintracht Trier 05 II), Felix Kloy (SG Ruwertal) Martin Leineweber (FSV Osburg), Marc Willems (SV Kordel), Jason Pütz (SV Ehrang), Xavi Alsina (Spanien) Patrick Trampert (SV Heidenburg), Nico Stadtfeld (TuS Mosella Schweich/A-Jugend), Andreas Klar (Torwarttrainer)

    Abgänge: Achmed Boussi (unbekannt), Thomas Hank (SG Sauertal Ralingen), Florian Lorenz (SV Konz), Stephan Schwarz (Co-Trainer/Spieler SV Mehring II)

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