Tiere suchen ein Zuhause

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TRIER. Seit 1987 kümmert sich das Tierheim in Trier-Zewen um ausgesetzte oder in Not geratene Haustiere. Neben Hunden und Katzen finden auch zahlreiche Kleintiere hier ein nicht immer nur vorübergehendes Zuhause.

„Das Problem des Aussetzens von Haustieren beschäftigt uns ganzjährig. Während der Sommerferien ist zwar ein leichter Anstieg zu erkennen, jedoch werden im Frühjahr und Herbst vor allem Katzenbabys ausgesetzt, da diese dann geworfen werden,“ weiß Tierpflegerin Jana Grever zu berichten. Sie ist eine von nur wenigen festangestellten Pflegern im Tierheim Trier-Zewen. Die meisten Helfer arbeiten ehrenamtlich über den Betreiberverein „Tierschutzverein Trier und Umgebung e.V.“

Der Verein finanziert sich zu großen Teilen über Spenden, Erbschaften und über die bei erfolgreicher Vermittlung vom neuen Halter zu zahlende Vermittlungsgebühr für seinen neuen Vierbeiner. Diese ist, je nach Tierart, unterschiedlich hoch. Nur rund 10% der Kosten werden durch die Stadt und Verbandsgemeinden getragen, da das Tierheim auch kommunale Aufgaben, wie etwa das Betreuen von Fundtieren, übernimmt. Daher ist der Verein auf Spenden und ehrenamtliche Helfer angewiesen. Wer die Einrichtung unterstützen will, dem bietet sich auch die Möglichkeit, Patenschaften für einzelne Hunde zu übernehmen, die dann monatlich mit einem Betrag unterstützt und ausgeführt werden. Auch der nach Abschaffung des Zivildienstes neu eingerichtete Bundesfreiwilligendienst kann im Tierheim geleistet werden. Aktuell betreuen die Mitarbeiter rund 120 Katzen, 43 Hunde und mehrere Kleintiere wie Kaninchen und Meerschweinchen, wobei einige der Katzen auch Pensionstiere sind, die nur kurzfristig aufgrund von Reisen oder Krankenhausaufenthalten der Besitzer im Tierheim verbleiben.

„Pro Jahr haben wir zwischen 10-20 Hunde und rund 30 Katzen, die ausgesetzt wurden bzw. freilebend aufgefunden werden. Meistens werden die Tiere nachts an die Pforte gebunden“, so Grever weiter. Ein besonders schockierender Fall ereignete sich am vergangenen Montag: Spaziergänger fanden unweit vom Heimgelände entfernt einen Welpen in einem Wasserfass, ein anderer junger Hund lag bereits verwesend davor. Der gerettete Hund hört nun auf den Namen „Flummi“, da er nach seiner Rettung sofort munter umher sprang, wie die Tierpflegerin berichtet.

Wer einem Vierbeiner aus dem Heim ein neues Zuhause geben möchte, sollte sich vorab über mögliche Kosten und sonstige Gegebenheiten, wie Urlaubsplanung und Wohnsituation Gedanken machen. „Wir checken vor der Vermittlung von Hunden und Katzen die Wohnsituation des potenziellen Besitzers durch Tierschutzberater, um sicherzugehen, dass es dem Tier in seiner neuen Umgebung gut gehen wird.“ Obwohl das Tierheim das Ziel hat, die Tiere endgültig in eine Familie zu vermitteln, kann es aufgrund von Wohnortwechseln oder veränderter familiärer Situation zu „Rückläufern“ kommen. Seit 2011 gab es zehn solcher Fälle, in denen ein zuvor vermitteltes Tier nicht mehr in der Familie bleiben konnte. Bei rund 600 erfolgreichen Vermittlungen jährlich ist das allerdings ein sehr, sehr geringer Anteil. Sicherlich ein Resultat der von Grever geschilderten Praxis, „das Risiko durch die Vorkontrollen so minimal wie möglich zu halten, um zu vermeiden, dass die Tiere von einem Platz zum anderen geschoben werden.“ 

Abschließend ist es Grever noch wichtig, zu betonen, dass Katzenhalter ihre Lieblinge kastrieren lassen sollten, denn gerade Freigänger führen oft zu unkontrollierter und ungewollter Trächtigkeit. Nur durch Kastration könne man die Zahl der streunenden Katzen minimieren und die Tierheime entlasten. (ros)

1 KOMMENTAR

  1. Mir gefällt der Artikel. Er ist sachlich, informativ und nennt die Probleme beim Namen. Vielleicht kann er dazu beitragen, dass sich mehr Menschen im Trierer Tierschutz engagieren.

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