Grillen ja! Grillen nein! Grillen doch!

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TRIER. Das Hickhack um das Grillverbot auf städtischen Flächen wurde im letzten Jahr rechtzeitig vor der für das Bruzzeln relevanten Jahreszeit aufgehoben worden. Zunächst sollte es strikt untersagt werden, dann wurde die Regelung aufgeweicht, um den vornehmlich jungen Leuten den Spaß nicht komplett zu verderben. Jetzt heißt die geduldete Variante: grillen ja, aber bitte nicht mit Einweg-Modellen. Von dieser Bestimmung wissen die meisten Freiluftköche nichts, wie lokalo bei einem Rundgang durch den Palastgarten, Triers größten öffentlichen Grillplatz feststellen konnte.

Suchen muss man nicht, um auf der Wiese des Palastgartens Grillfreunde zu finden. Und siehe da, viele von ihnen nutzen die mobile und günstige Variante, einen handelsüblichen Einweggrill, nur wenige einen festen Standgrill. Dabei sind seit dem letztjährigen Beschluss des Stadtrates nur letztere erlaubt, es soll „ein Mindestabstand von 40 cm zwischen Glut und Grasnarbe“ sichergestellt sein. Dies soll verhindern, dass die Rasenfläche während der Grillsaison Schaden nimmt.

Von diesem Verbot wissen die beiden 23-jährigen Studentinnen Lena und Ann-Kathrin jedoch nichts, sie bruzzeln ihr Grillgut auf einem kleinen Einwegmodell. „Ich wusste von dem Verbot nichts, aber ich muss auch sagen, dass mir das zu umständlich wäre, jedes Mal einen Grill mit- und wieder zurückzunehmen“, sagt Lena. „Wir grillen hier nun auch nicht zum ersten Mal und wurden noch nie von Ordnungsbeamten oder Polizisten auf diese Regelung aufmerksam gemacht“, führt Ann-Kathrin weiter aus – wahrscheinlich, weil noch nie ein Abgesandter der Stadt da war, um zu kontrollieren, wie die nächste Aussage vermuten lässt.

Denn der 20-jährige Felix, Student aus Euskirchen, merkt nicht nur an, dass auch „nirgendwo Schilder auf diese Regelung hinweisen.“ Sondern fügt hinzu: „Ich grille hier ständig, wenn die Witterung es zulässt und habe noch nie einen Ordnungsbeamten gesehen.“  In der Tat ist festzustellen, dass Hinweise auf die vom Stadtrat beschlossene Regelung fehlen.

Einige Meter weiter sitzt wiederum eine Gruppe Studenten, die zwar nicht Grillen, zu diesem Thema dennoch eine Meinung haben. „Wir haben letzten Donnerstag eine kleine Abschiedsparty für Freunde hier gegeben, da wir ab nächsten Monat ein Auslandssemester in Spanien absolvieren. Dabei haben wir auch gegrillt, allerdings mit einem Standgrill“, sagen  Laura und Melissa. Die beiden 19 und 20 Jahre alten Lehramtsstudentinnen hätten den Grill extra für diesen Anlass gekauft, der warte nun auf ihrer Terrasse auf den nächsten Einsatz. „Die Einweggrills sind zwar praktisch im Hinblick auf Transport und Entsorgung, aber wirklich grillen kann man darauf ja nicht“, insistiert Lauras Freund Manuel. Als Saarländer würde er jedoch sowieso lieber „schwenken“, das wäre nun aber auf öffentlichen Plätzen spontan nicht drin. „Aber, wenn schon nicht schwenken, dann wenigstens Grillen mit einem Grill, der diesen Namen auch verdient hat.“ (ros)

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