Der Berg kreißte und gebar eine Maus

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GENF/FRANKFURT/TRIER. Regeländerungen werden bekanntlich im Fußball nur in spärlich Dosen verabreicht. Es gilt der Standardsatz: Fußball ist ein einfaches Spiel, man muss es nicht unnötig komplizieren. Paradebeispiel: das Rumeiern bei der Einführung einer zuverlässigen Kontrolle bei der Entscheidung, ob ein Ball im Tor war, oder nicht. Nicht selten schießt aber auch die allmächtige FIFA Eigentore. Ein klassisches war sicher die Einführung von „aktivem und passivem Abseits“. Die Ankündigung, die Regel ab dieser Saison zu reformieren, sprich, zu vereinfachen, ist am besten mit dem Satz charakterisiert: „Der Berg kreißte und gebar eine Maus.“

Selbst die, die damit tagtäglich als Entscheider konfrontiert sind, die Schiedsrichter, sprechen nicht von „tiefgreifenden Veränderungen, sondern von lediglich zwei Präzisierungen“. Also eher „Viel Lärm um Nichts“, als der große Wurf.

Aber zunächst zu einer Änderung der Spielordnung, die der Fußballfan besser versteht, sicher auch begrüßt und die die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar betrifft, die am Wochenende mit dem Knüller FSV Salmrohr gegen den SV Mehring startet (Freitag, 19 Uhr, Salmtalstadion).

Da nicht nur die Meister der Verbandsligen in die Oberliga aufsteigen, sondern die Zweiten in einer Relegation einen vierten Neuling ausspielen, handelt man in der Oberliga analog dazu. Die Tabellenzweiten der Oberligen Rheinland-Pfalz/Saar, Hessen und Baden-Württemberg spielen in einer einfachen Runde (je ein Heim- und je ein Auswärtsspiel) einen weiteren Aufsteiger in die Regionalliga aus. Um eine Endlosrunde von Beginn an auszuschließen, werden Elfmeterschießen bei Punkt- und Torgleichheit über den Aufstieg entscheiden.

Komplizierter wird es bei der Novelle der Abseitsregelung. Wie sich die Änderungen in der Praxis bewähren, ob die Beteiligten und die Zuschauer verstehen, was und warum entschieden wird, ist fraglich. Den Mut, zur alten Regelung zurückzukehren, die weitaus einfacher und – obwohl uralt – auch besser war, hatten die Funktionäre leider nicht.

1. Änderung:

Am einfachsten hat es der Linienrichter. Er hebt immer die Fahne, wenn der Ball durch eine Abwehrreaktion zu einem zuvor im passiven Abseits stehenden Angreifer gelangt.

ein Spieler im Abseits steht. Der Schiedsrichter entscheidet, wann der Akteur aktiv ins Spiel eingreift und dann auf Abseits zu entscheiden ist. Die Aussage ist klar, die Auslegung könnte in dem einen oder anderen Fall schwammig bleiben. Sie lautet: Um aktiv zu werden, muss der Spieler den Zweikampf mit seinem Gegner suchen und ihn attackieren. Bisher reichte eine Finte, eine Geste, eine Irritation, um auf Abseits zu entscheiden.

2. Änderung:

Die Regel, dass nicht auf Abseits zu entscheiden ist, wenn der Ball vom Gegner kommt, wurde ebenfalls modifiziert. Nur eine absichtliche Aktion der verteidigenden Mannschaft – kein Abpraller – der dann beim Angreifer landet, hebt die Abseitsregelung auf. Gleiches gilt, wenn sich die verteidigende Mannschaft eindeutig im Aufbauspiel befindet und dabei den Ball verliert.

1 KOMMENTAR

  1. Worüber wundert ihr euch denn? es gibt doch jetzt den steuerhinterzieher(oder auch ulli Hoeneß ) Cup ! Wenn es jetzt schon gedenkspiele für Verbrecher gibt darf man sich nicht mehr wundern !

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