Yannick Mertens holt sich den größten Pott

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TRIER. Überraschungen hatte der 27. Bitburger Tennis-Grand-Prix auf der Anlage des TC Trier 1888 am Moselstadion jede Menge zu bieten – am Finaltag jedoch blieben sie aus. Im Einzel setzte sich der an Nummer Eins gesetzte Belgier Yannick Mertens durch, das Doppel gewannen die als Nummer Vier ins Turnier gegangenen Tschechen David Skoch und Jan Zednik.

Mit dem Endspiel im Doppel begann auch der Finaltag, der wie auch das gesamte Turnier von strahlendem Sonnenschein begleitet wurde. Den athletischeren Eindruck machte dabei die argentinisch-russische Kombination Gustavo Gomez Buyatti/Kirill Nasonov, aber den Zuschauern wurde schnell klar, dass ausgerechnet der Akteur, dem wohl jeder am wenigsten zugetraut hatte, Chef im Ring war: David Skoch.

Der 36-Jährige zählte einst zu den besten Doppelspielern der Welt, kann auf Turniersiege in Queens und Doha verweisen und war als Trainer nach Trier angereist – von Jan Zednik. Da bot es sich doch geradezu an, „zum Zeitvertreib und zur praktischen Schulung seines Schützlings“ gemeinsam mit ihm Doppel zu spielen. Der einst auf Rang 30 in der Doppelweltrangliste geführte Coach warf, obwohl sich schon ein leichtes Bäuchlein unter dem Tennishemd abzeichnete, seine gesamte Cleverness und sein taktisches Geschick in die Waagschale, führte seinen 20-jährigen Schüler sicher durch das gesamte Match und zum letztlich ungefährdeten 6:2, 7:6-Sieg, den er mit einem Schmunzeln zur Kenntnis nahm. Mit Recht, denn beiden Paare hatten sich zuvor einige spektaktuläre Ballwechsel geliefert.

Mehr Spannung hatte auch das Einzelfinale nicht zu bieten. In fast jeder Phase des Spiels wurde deutlich, dass zwischen Yannick Mertens, der schon mal an Nummer 195 in der Weltrangliste geführt worden war, dann aber aus Gründen, die er nicht öffentlich machen will, die rechte Lust am Tennis verloren hatte, und seinem Kontrahenten Petar Trendafilov ein Klassenunterschied herrschte. Der wurde nur dann nicht deutlich, wenn Mertens die Aufgabe zu locker nahm und der jenseits der 1000er-Marke geführte, kampfstarke Bulgare, seine Chance suchte. Der erste Satz war nach 37 Minuten deutlicher, als es das Resultat besagt, mit 6:4 an den Mann aus Antwerpen gegangen, der auch gleich mit einem Break in den zweiten Satz startete. Doch dann nahm er die Aufgabe zu leicht. Viele „unforced errors“ (unerzwungene Fehler) brachten seinen Gegner wieder ins Match zurück, der sich aber trotz des Leichtsinns seines Gegenübers jeden Punkt hart erkämpfen musste. Einmal wackelte Mertens noch, als er beim Aufschlagspiel zum 4:2 etliche Fehler produzierte. Als Trendafilov sie nicht nutzen konnte, war das Finale entschieden, das dem Begriff „Future“ (Zukunft) rein statistisch nicht gerecht wurde.

Mertens ist bereits 26 Jahre, sein Gegner gar 28 Jahre alt. „Irgendwie stimmt der Begriff doch“, so Grundhöfer, „neben den Jungen, die in diesen Turnieren ihre Karriere starten wollen, gibt es eben auch welche, wie Mertens, die einen Neuanfang suchen.“ Das machte der Sieger in seinem Fazit auch deutlich: „Mein Nahziel ist es, wieder unter die besten 200 Spieler der Welt zu kommen.“ Das dürfte für ihn, der aktuell auf 325 geführt wird, auch realistisch sein. Aus Trier nimmt er 1300 Dollar Siegprämie und, viel wichtiger, 18 Weltranglistenpunkte mit.

Alle Spieler waren voll des Lobes über das Turnier. „Die Organisation, die Anlage, die familiäre Atmosphäre“, hatte schon Halbfinalist Kevin Kaczynski als „perfekt“ gelobt. Ein Wort der Kritik hatte Grundhöfer noch anzumerken: „Ich bin ja ein Freund des „Serve-and-Volley-Tennis“, aber ich fürchte, es ist nicht realistisch, in Zukunft auf einen Sieger zu hoffen, der diese Art Tennis praktiziert. Die Jungs heute bevorzugen einen anderen Stil.“

Roswitha Schmitt-Lonien, die Präsidentin des TCT nannte die Woche im Rückblick traumhaft. „Wir sind in diesem Jahr dafür entschädigt worden, dass wir im letzten Jahr so schlechte Witterungsbedingungen hatten. Wie bei den Turnieren zuvor haben wir wieder einmal sehr gute sportliche Leistungen gesehen.“

Finale Einzel: Yannick Mertens (Belgien) – Petar Trendafilov (Bulgarien) 6:4, 6:2

Finale Doppel: David Skoch/Jan Zednik (Nr. 4/Tschechien) – Gustavo Gomez Buyatti (Argentinien)/Kirill Nasonov (Russland) 6:2, 7:6 (wir)

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