„Sie wollten die Frau vergewaltigen“ – Prozess gegen Sexualstraftäter fortgesetzt

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TRIER. Am heutigen Freitag wurde der Prozess gegen den 23-jährigen Schreiner aus Hermeskeil fortgesetzt, dem vorgeworfen wird, mehrere Frauen sexuell belästigt zu haben. Einer Frau soll er außerdem zwei Mal mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen haben, um sie später zu vergewaltigen. Bei seinem späteren Fluchtversuch wurde er auf einer Landstraße von der Polizei festgenommen. In der heutigen Verhandlung stand die Aussage des Hammerschlag-Opfers im Mittelpunkt. Sie berichtete über weitreichende Probleme seit der Tat (lokalo berichtete: http://www.lokalo.de/artikel/36830/Prozess-gegen-vermutlichen-Sexualstraftaeter#.Ue0n1jeLkrA)

In der heutigen Verhandlung kam das letzte Opfer von B., der sich seit Januar in Untersuchungshaft befindet, zu Wort. Sie berichtete über tägliche Kopfschmerzen und Einschlafprobleme seit der Tat. “Mittlerweile ist es so schlimm, dass ich nur noch mit Hilfe von Medikamente einschlafen kann“, so die Studentin. Außerdem ist es ihr nicht mehr möglich, abends alleine ihre Wohnung zu verlassen. Zu stark ist die Angst vor einem erneuten Übergriff. Durch den Krankenhausaufenthalt und den anschließenden Regenerationszeitraum musste sie mehrere Klausuren verschieben. Dadurch verlängert sich ihr Studium um ein Jahr. Als sie mit ihrer Aussage fertig war, informierte sie die Vorsitzende Richterin des Landgerichts Petra Schmitz darüber, der Angeklagte habe angekündigt, sich brieflich bei ihr entschuldigen zu wollen. „Den Brief habe ich nie bekommen. Ich habe auch kein Interesse daran ihn zu lesen“, entgegnete die Studentin. Danach wurde die Frau unvereidigt aus dem Zeugenstand entlassen.

Während des letzten Verhandlungstermins hatte B. den Vorwurf von Staatsanwalt Stéphane Parent, er habe die Frau niedergeschlagen, weil er sie anschließend vergewaltigen wollte, dass dies „Unfug“ sei. Auch heute konfrontierte Parent den Angeklagten erneut mit dieser These. „Durch IT-forensische Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass sie kurz vor der Tat eine Homepage mit dem Thema ‚Rechtsmedizin – Wie können Vergewaltigungen nachgewiesen werden‘ besuchten. Ich halte ihnen erneut vor, dass sie die Frau niederschlagen, in ihr Auto tragen und anschließend vergewaltigen wollten“, so die Staatsanwaltschaft. „Nein, wie bereits in der letzten Sitzung von mir erklärt, war das nicht meine Absicht. Ich wollte sie mit dem Hammer einschüchtern und verlor dann die Kontrolle“, antwortete B. auf den Vorwurf.

Die forensisch-psychiatrische Sachverständige Dr. Sylvia Leupold verlas zum Ende der Sitzung ihr Gutachten. Aus diesem geht hervor, dass für den Angeklagten das Thema Sex einen Abwehrmechanismus darstellt. Er versucht damit, seine Ängste zu überdecken und zu kompensieren. Weiterhin berichtet sie von der starken Egozentrik von B. „Es geht im ausschließlich um seine eigene Lustbefriedigung, ohne Rücksichtnahme auf andere Personen“, so Leupold. Sie sieht eine hohe Wiederholungsgefahr und spricht von der Notwendigkeit einer therapeutischen Maßnahme.

Beim nächsten Verhandlungstermin am 09. August (9 Uhr) wird aller Voraussicht nach das Urteil verkündet. (tw)

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