„Electronic River“ feiert den Durchbruch

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TRIER. Zwei Jahre in Folge ging der Blick der Veranstalter am Sonntag des Moselfests mit Bangen gen Himmel. Die Stoßgebete halfen nicht. Der „Electronic River“ das als innovative Alternative geplante Festival der elektronischen Musik am kränkelnden dritten Tag der Traditionsveranstaltung am Moselufer, fiel in beiden Jahren mehr oder weniger ins Wasser. Die dritte Auflage passte dann endlich. Am vergangenen Wochenende feierte das „Festival im Fest“ seinen Durchbruch.

Die „Macher“ des Events, Alexander Brittnacher und Oliver Neufang sehen sich jetzt bestätigt. „Wir waren von Anfang an überzeugt, dass Elektronische Musik auch außerhalb von Clubs die Leute begeistern kann. Die dritte Auflage, bei der wir endlich gutes Wetter hatten, hat uns den Durchbruch gebracht“, sagt Brittnacher. Das bestätigen eindrucksvoll die Fotos, die während des zwölfstündigen Partymarathons geschossen wurden. Aber auch die Rückmeldungen, die das Duo bekommen hat, das das Festival im Auftrag von Matthias Sonnen ausrichtet. „Die Besucher die durchweg begeistert waren, kamen nicht nur aus dem Großraum Trier. Da waren auch viele aus dem Raum Koblenz, Köln, aus dem Saarland und der Pfalz dabei“, erzählt Brittnacher. Für ihn und Neufang der Lohn für „rund ein halbes Jahr organisatorischer Vorarbeit“ (Neufang), die sie bewältigen müssen. Neufang ist in der Planungsphase für die Verpflichtung der Künstler zuständig, „weil er einfach gut vernetzt ist“ (Brittnacher), sein Partner ist für die Finanzierung zuständig, wie Neufang anmerkt, „weil er auf dieser Baustelle einfach besser ist.“ So ergänzt sich das Duo ideal, „in der Endphase machen wir dann alles gemeinsam“, sagen sie unisono.

Trotz der witterungsbedingten „Fast-Flopps“ in den beiden ersten Jahren hatten sie das Programm noch einmal aufgewertet. Es war eine lohnende Investition. Die „sensationelle Stimmung“ (Brittnacher) breitete sich nicht nur über den gesamten Hang und vor der Bühne aus, wo ausgelassen getanzt wurde, der Funke sprang auch auf die Künstler über. Michael „Michi“ Beck, als Mitglied der „Fantastischen Vier“ eine große Nummer im deutschen Showbiz, der mit Thomas „Thomilla“ Buchilla als „Turntablerocker“, den ersten Topact des Tages gab, sagte am Ende des zweistündigen Auftritts zu Brittnacher: „Alex, am liebsten würde ich noch zwei Stunden dran hängen. Das war heute grandios.“ So, oder so ähnlich äußerten sich auch die übrigen DJ’s, gleich, ob sie regional, national oder internationale Meriten erworben haben. Im kommenden Jahr am 13. Juli soll die vierte Party steigen, „und wir werden noch einmal was draufsatteln“, verspricht Neufang.

Das ist ohnehin ein Versprechen, das schon jetzt Lust auf die nächste Auflage macht. Es ist vor allem aber auch eine Leistung, ein Programm dieser Güte auf die Beine zu stellen und es dann als Gratisfestival auszurichten. Brittnacher/Neufang nennen keine Zahlen, verraten aber so viel: „Der Sonntag ist der teuerste Tag beim Moselfest.“ Die Beiden sind aber auch sicher, sich noch steigern zu können. „Wir haben uns bei dem einen oder anderen Topact, den wir gerne gehabt hätten, eine blutige Nase geholt“, gibt Brittnacher zu, er sagt aber auch: „Dass Olli überhaupt solche Leute nach Trier locken kann, die woanders fettere Gagen kassieren, zeigt, dass unser Gesamtpaket stimmt.“ Dafür lieferte dann auch die Aftershow-Party in der „villaWuller“ den letzten Beweis. Brittnacher: „Da standen teilweise 500 Leute vor der Tür, weil drin einfach kein Platz mehr war.“

„Wir wissen jetzt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Und weil das so ist, werden wir beim ‚Line-Up‘ keinen Schritt zurückgehen“, versprechen sie den Besuchern. Insgesamt belief sich die offizielle Schätzung für den vergangenen Sonntag auf 12- bis 15 000 Festgäste. Der „Electronic River“ sorgte für den Löwenanteil. Brittnacher, „so ganz nebenbei“ auch noch zweimaliger Weltrekordmann im Cocktailmixen, schätzt die Zahl der Fans auf dem Hang und vor der Bühne auf „8- bis 10 000.“ Die Messlatte ist hoch gelegt: „Wir wollen mittelfristig auf 15- bis 20 000 Gäste kommen.“

Matthias Sonnen, der 1985 das seinerzeit etwas angestaubte Moselfest erstmals mit einer großen Bühne und Live-Musik bestückte und seitdem für die musikalische Ausstattung verantwortlich ist, hatte schon am Montag in einer ersten Nachbetrachtung von einem Sonntag  „wie zu Zeiten von Irvin Doomes & The Nightbirds“ gesprochen, als der Hang vor der Bühne von Menschenmassen schier überquoll. Wer den Vergleich mit der Trierer Soul-Ikone der 80er- und 90er-Jahre nicht scheuen muss, der kann mit Fug und Recht behaupten, die Feuertaufe bestanden zu haben. (wir)

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