IHK-Umfrage bestätigt Ablehnung der ECE-Pläne

0

TRIER. Eine Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier hat das bestätigt, was sich in den letzten Wochen als öffentliche Meinung bereits herauskristallisiert hat. Das eindeutige Ergebnis der Befragung: Die Mehrheit der Trierer Händler ist skeptisch und bangt um die Attraktivität der Innenstadt.

Mehr als die Hälfte der Trierer Innenstadthändler befürchtet, dass die Ansiedlung eines neuen Einkaufszentrums in der Stadt deutlich negative Folgen für die wirtschaftliche Lage ihres Betriebs hätte. Nur rund jeder zehnte Betrieb erwartet spürbar positive Effekte. Dem Bau von zwei Einkaufszentren stehen sogar 80 Prozent skeptisch gegenüber, und nur jeder 20. Betrieb würde sich von diesem Projekt Rückenwind erwarten.

Dies sind zentrale Ergebnisse einer aktuellen Umfrage der IHK unter Trierer Einzelhändlern aus der Innenstadt. An der Befragung haben sich mehr als 130 Betriebe beteiligt. Die IHK hat die Einschätzungen zu den aktuell diskutierten Ansiedlungsvarianten – Europahalle, Simeonstraße oder beide Areale – hinsichtlich der Auswirkungen auf den eigenen Betrieb, das gesamte Oberzentrum als Einzelhandelsstandort und die Einzelhandelsattraktivität der Trierer Innenstadt erfragt. Bei jeder Variante sind die Skeptiker deutlich in der Überzahl.

„Am stärksten in der Kritik steht die Option, hier zwei Einkaufszentren (EKZ) anzusiedeln. Etwas weniger Bauchschmerzen hätten die Unternehmen mit Blick auf die Anziehungskraft der Stadt, wenn die Wahl auf die Simeonstraße anstatt den Bereich Europahalle fiele. Beim Bau von zwei EKZ gehen knapp 80 Prozent der Befragten von deutlich negativen Effekten auf die Innenstadt aus“, erläutert IHK-Handelsreferentin Stephanie Illg weitere Umfrageergebnisse.

Die Kaufleute hatten die Möglichkeit, ihr Votum auf einer Skala von „1 = sehr positiv“ bis „6 = sehr negativ“ abzustufen. Bezüglich der erwarteten Auswirkungen auf die Trierer Innenstadt haben sich nach Auskunft der IHK folgende „Durchschnittsnoten“ ergeben: Standort Europahalle = 4,8; Standort Simeonstraße = 4,3; EKZ an beiden genannten Standorten = 5,1.

IHK-Geschäftsführer Matthias Schmitt: „Unsere Umfrageergebnisse zeigen, dass die Ansiedlung großflächiger Einkaufszentren in Trier eine große Herausforderung ist, die bei vielen Kaufleuten auch Sorgen auslöst. Diese gilt es sehr ernst zu nehmen. Aus unserer Sicht kommt für die Ansiedlung eines Einkaufzentrums nur eine frequenzstarke 1 A-Lage in Betracht. Damit sind die Varianten ‚Europahalle‘ und ‚zwei Einkaufszentren‘ nicht vereinbar. Außerdem muss die Ansiedlung regional verträglich sein.“

Für den weiteren Diskussionsprozess wünscht sich Schmitt, dass sich die Trierer Akteure aus Stadtverwaltung, Kommunalpolitik und Handel am „Runden Tisch Einzelhandel“ zusammensetzen und zunächst über das „Ob“, und erst dann über das „Wie“ und „Wo“ einer möglichen EKZ-Ansiedlung gemeinsam verständigen. (red/pm)

Jetzt lokalo liken und alle aktuellen News rund um Trier und die Region, inklusive Luxemburg, sofort sehen und KOSTENLOS lesen

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.