Trierer spendet Stammzellen

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TRIER. Ein 36-jähriger Bankkaufmann aus Trier, der in Luxemburg arbeitet, ist bereits seit 1997 als Stammzellspender registriert  – nur für den Fall, dass ein ihm unbekannter Mensch an Leukämie erkrankt und Schmidt der einzige Mensch ist, der mit einer Stammzellspende dieses Menschenleben retten kann. Exakt dieser Fall ist jetzt eingetreten. 

Als „Typisierung“ bezeichnet man die Laborarbeiten, die für eine Aufnahme in die Stammzellspenderdatei notwendig sind: Nach entsprechender Aufklärung muss ein Spender schriftlich sein Einverständnis zur Registrierung seiner Daten geben. Aus einer Blutprobe – es genügt ein Fingerhut voll Blut – werden die Gewebemerkmale im Labor bestimmt. Gleiches funktioniert auch mit einem Abstrich der Mundschleimhaut. Nach der Analyse werden diese Merkmale in der Spenderdatei – der Stefan-Morsch-Stiftung – gespeichert. Deutschlands älteste Spenderdatei übermittelt diese Daten anonym an das deutsche Zentralregister (ZKRD), wo die weltweiten Suchanfragen für die Patienten eingehen. In den Knochenmark- und Stammzellspenderdateien wie der Birkenfelder Stiftung sind weltweit fast 21,5 Millionen Menschen registriert und trotzdem ist es immer noch ein Glücksfall, wenn sich für einen Patienten ein passender Spender findet. Stefan Schmidt, Vater eines kleinen Sohnes, ist so ein Glücksfall: „Ich finde es gut, helfen zu können.“ Mit der Transplantation der Stammzellen von Schmidt bekommt der Patient nun ein neues blutbildendes System. Stammzellen befinden sich im Knochenmark. Um sie zu übertragen, gibt es zwei Möglichkeiten: Bei der klassischen Methode der Knochenmark-Entnahme entnehmen Mediziner etwa 0,8 bis 1,5 Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenknochen des Spenders – niemals aus dem Rückenmark. Dieser Eingriff dauert zirka eine Stunde. Die zweite Variante ist die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Plasmaspende oder Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. In einer Entnahmestation werden dann die Stammzellen aus dem Blut herausgefiltert bzw. zentrifugiert. Apherese heißt dieses Verfahren.
„Ist wirklich ein kleiner Aufwand, mit einem großen Effekt“, resümiert Stefan Schmidt.  Emil Morsch, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands ältester Stammzellspenderdatei, macht klar: „Am Beispiel von Stefan Schmidt zeigt sich, wie nachhaltig eine Typisierung wirkt. Sie rettet Leben – heute – morgen – oder vielleicht erst in 20 Jahren.“ Er vertritt fest die Auffassung: „Wer sich typisieren lässt, gibt Leukämie- und Tumorkranken Hoffnung auf Leben – die Chance den Blutkrebs zu besiegen.“ (pm/red)

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