Karl-Theo Guttenberg muss sich vor Trierer Gericht verantworten

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TRIER. Vor etwa einem Jahr wurde in einem Mehrfamilienhaus in Wittlich eingebrochen, der oder die Täter ließen Gegenstände im Wert von 700 Euro mitgehen. Hauptverdächtiger ist Karl-Theo Guttenberg. Am kommenden Freitag steht er in Trier vor Gericht. Der fiktive Fall nach realem Vorbild wird in einem sogenannten Moot Court (Fiktives Gericht) verhandelt, einer Übungsverhandlung für angehende Juristen.

Dass es sich bei der Person nicht um den ehemaligen Bundesverteidigungsminister handelt, dürfte spätestens beim zweiten Blick in die Gerichtsakten klar werden: Der Angeklagte wohnt in der Wittlicher Plagiatsstraße, die Freundin des Geschädigten ist eine Silvia Koch-Mehrdrin, und der erste Polizist am Tatort war Kriminaloberkommissar Wallander. Der Fall, den die Studentinnen und Studenten der Universität Trier verhandeln, hat sich aber in der Realität so ähnlich in der Region zugetragen.

Über das Sommersemester hinweg haben sich 17 Jurastudenten und -studentinnen in insgesamt fünf mehrstündigen Seminarsetzungen mithilfe von erfahrenen Strafrichtern, Staatsanwälten und Strafverteidiger sowie mit Unterstützung durch Jura-Professor Mark A. Zöller mit den Aufgaben der Strafrechtspraxis im Rahmen eines Strafverfahrens vertraut gemacht. Eingeteilt in drei Gruppen mussten die „Staatsanwälte“ eine Anklageschrift fertigen, die „Verteidiger“ einen Anwaltsschriftsatz verfassen und die Gruppe der „Richter“ den Eröffnungsbeschluss erlassen.

In der abschließenden Hauptverhandlung dürfen die Studierenden selbst Richter, Staatsanwalt und Verteidiger spielen. Die Aufgabe besteht darin, den Ablauf einer echten strafrechtlichen Hauptverhandlung nachzuspielen. Um „wirkliche Gerichtsluft“ schnuppern zu können, findet das Ganze in einem echten Gerichtssaal statt. Die Veranstaltung versteht sich als Kooperationsveranstaltung zwischen der Universität Trier und der Trierer Justiz und soll eine praxisnähere Juristenausbildung im Bereich des Strafrechts fördern.

Es ist das zweite Mal, dass ein solcher Übungsprozess an der Universität Trier angeboten wird. Veranstaltet wird der Moot Court vom Institut für Deutsches und Europäisches Strafprozessrecht und Polizeirecht (ISP) – Prof. Dr. Mark A. Zöller ist dessen Vorsitzender –, in Kooperation mit dem Landgericht Trier, der Staatsanwaltschaft Trier und der European Law Students Association (ELSA) Trier e.V. (www.elsa-trier.de). (pm/red)

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