Auf den Spuren von Grigor Dimitrov und Dustin Brown

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TRIER. Tennis ist wieder im Aufwind. Die bis in die 90er-Jahre besonders durch die Erfolge von Boris Becker, Steffi Graf und Michael Stich verwöhnten deutschen Fans, schöpfen nach dem soeben zu Ende gegangenen Turnier in Wimbledon Hoffnung. Sabine Lisicki mit ihrer Finalteilnahme und Tommy Haas, der sich schon seit dem letzten Jahr nach zuvor vielen Verletzungen im x-ten Frühling befindet, sind nur zwei von etlichen Hoffnungsträgern, die dem „Weißen Sport“ der ohnehin seine Talsohle durchschritten hat, weiteren Rückenwind geben.

 

Auch in Trier steht der Tennis-Höhepunkt des Jahres mit dem jährlichen ITF Future Turnier um den Bitburger Tennis Grand Prix Trier vom 14. bis 20. Juli um 10.000 $ Preisgeld an. Bei der 27. Auflage locken die Gesamtdotierung von 10.000 $ und 18 Weltranglistenpunkte für den Sieger den besten internationalen Tennisnachwuchs nach Trier. Der Sieger kann 1300, der Finalist 900 Dollar einstreichen. Wer die erste Runde übersteht, muss sich mit 117,50 Dollar trösten.

Nachdem im letzten Jahrzehnt die Zahl der Tennisspieler in Deutschland sehr rückläufig war, erfreut sich der Sport um den kleinen gelben Filzball wieder wachsender Beliebtheit. Der Tennisclub Trier 1888 e.V., der in diesem Jahr sein 125. Jubiläum feiert, hat schon seit Jahren steigende Mitgliederzahlen und ist mit nun 620 Mitgliedern der größte Tennisverein im Tennisverband Rheinland. 12 Erwachsenen- und 28 Jugendmannschaften haben im Mai und Juni an den Verbandsspielen teilgenommen, die 1. Damen Mannschaft  ist in die Oberliga aufgestiegen, die 1. Herrenmannschaft spielt in der Verbandsliga.

Den jährlichen Höhepunkt bildet allerdings das ITF-Future-Turnier, sozusagen der Appetithappen für das Jubiläum, das der Verein am 24. August mit einem Tag der offenen Tür und einem Jubiläumsball feiern wird.

Der „Bitburger Tennis Grand Prix Trier“ ist ein fester und wichtiger Bestandteil im deutschen Turnierkalender und hat sich immer wieder als Sprungbrett für junge Spieler erwiesen, die später auf der Tour für Furore gesorgt haben. Blickt man etwas weiter zurück, springt der Name Nikolai Davydenko ins Auge, der im Jahr 2000 als 19-Jähriger im Finale stand, und jetzt, da sich seine Karriere dem Ende zuneigt, mehr als 15 Millionen Dollar Preisgeld erspielt und 21 Turniersiege gefeiert hat, die ihn bis auf den 3. Platz der Weltrangliste hievten. In den letzten Jahren haben die Deutschen Andreas Beck und Dustin Brown (Sieger 2008), der soeben im Wimbledon die 3. Runde erreichte und der Bulgare Grigor Dimitrov (Sieger 2010) einen guten Weg genommen. Vor allem Dimitrov, der in Trier seine ersten Weltranglistenpunkte gewann, traut die Fachwelt noch eine Menge zu, nicht nur, weil er in diesem Jahr erstmals gegen Novak Djokovic gewann. Mit 22 Jahren hat der nach Paris umgesiedelte „Dimi“ die Zukunft noch vor sich. Auch abseits des Courts sorgt er für Furore – er ist der Freund von Tennis-Beauty Maria Sharapova.

Turnierleiter  Markus Grundhöfer („Ich weiß nicht mehr, wie lange ich das schon mache“) Oberschiedsrichter Dimitris Saratzidis aus Griechenland, der zum dritten Mal in Trier ist, werden zusammen mit einem DTB-Schiedsrichterteam eine Woche lang die Geschicke des Turniers leiten. „Der Bitburger Tennis Grand Prix Trier gehört zur Head German Master Serie und in unserem Hauptfeld sind junge Tennisprofis von ca. Nr. 250 – 900 der Weltrangliste aus 11  Nationen vertreten“,  sagt Markus Grundhöfer. „Wir sind gut vorbereitet und in unserem Jubiläumsjahr haben wir auch bestimmt Glück mit dem Wetter!“ Ihm wäre zu wünschen, dass es so ist, denn im Vorjahr gab es nur einen einzigen Turniertag ohne Regen.

Am Sonntag startet das Turnier mit einer 64er-Qualifikation, am Montag findet die Finalrunde der Qualifikation statt, in der acht Teilnehmer für das Hauptfeld ermittelt werden, das dann am Dienstag mit einem 32er-Feld beginnt. Die Finalspiele im Einzel und Doppel sind für Samstag, den 20. Juli, ab 14 Uhr auf dem Center Court des TC Trier geplant. Nach derzeitiger Meldeliste wird der Belgier Yannick Mertens (Nr. 262 der Weltrangliste) topgesetzt sein. Unter den 18 Gesetzten (dazu kommen noch acht Qualifikanten und sechs Wildcard-Inhaber) stehen Spieler aus elf Nationen. Die einzige Wildcard des Ausrichters TCT erhält Philipp Schehadat.

Am ersten Tag des Turniers hat sich prominenter Besuch angesagt. Carl-Uwe Steeb, Vizepräsident des DTB und ehemaliger Davis-Cup-Spieler (Sieger 1988 und 1989) kommt mit seinem Sohn Luke nach Trier, der für die Qualifikation eine Wild Card erhalten hat.

Der 26. Bitburger Tennis-Grand-Prix beginnt mit der Qualifikation (Sonntag, 10 Uhr), das Hauptfeld startet am Dienstag (11 Uhr). Täglich wird es ein „Match of the Day“ (nicht vor 18 Uhr geben), um auch Berufstätigen noch die Möglichkeit zu geben, Tennis der Spitzenklasse zu erleben. Eintritt wird nur am Finaltag (10 Euro) erhoben, Vereinsmitglieder und Jugendliche haben auch dann freien Zutritt. (wir)

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