Klassik auf dem Vulkan

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DAUN. Entspanntes Sommerfeeling pur bei eingängigen Rock- und Popsongs, die temperamentvoll, aber ohne elektronische Wucht interpretiert werden: Die zweite Veranstaltung des diesjährigen Festivals „Klassik auf dem Vulkan“ begeisterte das Publikum.

Die literarische Version eines Sommernachtstraums gibt es bei „Klassik auf dem Vulkan“ erst am 2. August, wenn die TheaterKompagnie Stuttgart das Shakespeare-Stück auf die Bühne bringt. Die musikalische Variante einer traumhaften Sommernacht genossen rund 600 Fans von Hits aus den vergangenen vier Jahrzehnten bereits an diesem Samstag. Erst kurz vor Mitternacht entließen sie die Musiker von Simply Unplugged (die Gitarristen und Sänger Horst Friedrich, Peter Spang und Eddie Gimler) und des Acoustic Rock Orchestra (15 Instrumentalisten der Deutschen Philharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern) nach drei Zugaben und stehenden Ovationen.

Es war ein perfekter Abend: Ein laues Lüftchen auf dem Dauner Burgberg sorgte für angenehme Temperaturen, der Himmel über dem Festival-Platz ging von strahlendem Blau sanft über in ein samtiges Dunkel und das Konzert der Musiker wurde im Hintergrund begleitet von einem Konzert der Singvögel. Die Songs von Genesis, Toto, Alan Parsons Project, Eagles und anderen Legenden der vergangenen Jahrzehnte vermittelten in der Interpretation der drei Saarländer und der hochkarätigen Begleitung nicht den Druck, den sie mit elektronischer Verstärkung  haben. Hier blieb Raum für akustische Nuancen und die Orchestrierung machte deutlich, dass auch viele Rock-Songs ihre musikalischen Wurzeln in der Klassik haben.

Wohlfühl-Musik zum Träumen und Mitklatschen

Nicht nur die Musiker spielten mit spürbar bester Laune. Ihr guter Draht zu den Zuhörern entwickelte sich sehr schnell auch dank humorvoller Kommentare der Simply-Unplugged- Musiker. Das Publikum war schnell warm – der Funke sprang sofort über. Zum Mitklatschen musste niemand erst aufgefordert werden. Richtiges Gänsehautgefühl hingegen gab es beispielsweise beim Oboen-Intro von Stings „Englishman in New York“. Auch eigene Kompositionen haben Simply Unplugged zu bieten. Ihr Song „You are the light“ faszinierte mit einem A-capella-Einsatz und stimmungsvollen Folk-Klängen.

Die Macher des Festivals haben mit ihrem Konzept, Klassiker der jüngeren Musikgeschichte einem breiten Publikum in besonderer Atmosphäre zu präsentieren, absolut richtig gelegen. Das unmittelbar neben dem Aufführungsort gelegene „Schlosshotel Kurfürstliches Amtshaus“ tat das Seine dazu, um für einen rundum entspannten Sommerabend zu sorgen. Denn zur Musik gut gekühlten Sekt zu genießen, machte das Konzert buchstäblich noch prickelnder. Für Daun jedenfalls ist das Open-Air-Event beste Tourismuswerbung. Wer als Gast spontaner Ohrenzeuge der Klänge vom Burgberg wurde, dürfte die Stadt in der Vulkaneifel in äußerst angenehmer Erinnerung behalten und wissen, dass hier nicht nur die Natur oder die Formel 1 auf dem Nürburgring gute Gründe für einen Besuch sind, sondern auch die Kultur. (ako)

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1 KOMMENTAR

  1. Wie schön, wenn der Soundcheck stimmt und nicht jeder Musiker ein Alphatier ist, der sich mit seinem Verstärker in den Vordegrund spielt.Die Harmonie und Vortragskunst der Protagonisten die Athmosphäre bestimmen,statt Musik-Lärm und Selbstdarstellung in Performance noch medial und vom Publikum als ein „kunstvolles Gepräge“ verstanden werden !! 🙂

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