Verstoß gegen BTMG und räuberische Erpressung – Zwei weitere Zeugen sagen aus

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TRIER. Am heutigen Freitag wurde der Prozess gegen einen Schrotthändler aus Trier und seinen mutmaßlichen Mittäter vor dem Landgericht Trier weitergeführt. Die Anklage lautet auf Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz in großem Umfang und räuberische Erpressung. Im Mittelpunkt der heutigen Verhandlung standen zwei weitere Zeugenaussagen.

Der heute 23 Jahre alte Schrotthändler F. aus Trier stand zunächst bereits im Juni 2012 in gleicher Sache vor Gericht. Inzwischen wurde die Anklage gegen einen mutmaßlichen Mittäter, den Angeklagten G. hinzugefügt. Dem Schrotthändler werden von der Staatsanwaltschaft fünf Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz zur Last gelegt. Insgesamt soll er im Rahmen von fünf Beschaffungsfahrten aus Rotterdam 10 kg Amphetamin und 7000 Ecstasy-Pillen nach Deutschland geschmuggelt haben, um Teile davon selbst im Raum Trier gewinnbringend zu verkaufen. Darüber hinaus soll der Angeklagte Schulden bei seinen Abnehmern durch  Bedrohung mit einer Schusswaffe, sowie durch Aussprache von Drohungen auf  Sachbeschädigungen und Körperverletzungen versucht haben einzutreiben. (lokalo berichtete darüber: http://www.lokalo.de/artikel/36551/Verstoss-gegen-BTMG-und-raeuberische-Erpressung—Prozess-wiederaufgenommen#.UdbhVTeLkrA)

In der letzten Verhandlung waren bereits mehrere Zeugen vernommen worden. Damals sagte auch der Mann (P.) aus, der von den Angeklagten mit einer Waffe bedroht worden sein soll. Er hatte die Tatvorwürfe bestätigt. „Sie haben damit gedroht, mich bei Nichtbegleichen der Schulden, an einen Stein gebunden in die Mosel zu werfen“, so der Zeuge, der Trier unmittelbar nach der Drohung verlassen hatte und für eine Weile bei einem Bekannten untergetaucht war.

Am heutigen Freitag wurden zwei weitere Zeugen zu dem Sachverhalt befragt. Bei der ersten Person handelte es sich um einen Freund von P. Er berichtete, dass ihm sein Kumpel damals  von dem „Überraschungsbesuch“ erzählt habe. „Sie forderten eine Summe von 1.000 € von ihm“, erinnerte sich der Zeuge auf die Frage der Vorsitzenden Richterin Petra Schmitz, wie die Unterhaltung konkret abgelaufen sei. Weiter gab der Befragte zu Protokoll, dass er selbst auch Besuch von beiden Angeklagten bekam. „Sie wollten von mir wissen, ob ich P. decken würde und ob er bei mir untergetaucht sei. Ich verneinte, bot ihnen an, die Hälfte seiner Schulden zu begleichen und gab ihnen 500 € mit.“ Der Zeuge hatte geglaubt, die Sache sei für ihn damit erledigt. Doch nur zwei Tage später standen die Beschuldigten erneut vor seiner Tür. „Ich ließ sie herein. Dann suchten sie in meiner Wohnung nach meinem Freund. Kurze Zeit später stellten sie fest, dass ich die Wahrheit gesagt hatte. Dann gingen sie und kamen nicht mehr wieder.“

Der zweite Zeuge war ein Bäcker aus Andernach. Er kennt die Angeklagten, weil sie häufiger ihre Freizeit zusammen verbrachten. Es war auch keine Seltenheit, dass man gemeinsam Betäubungsmittel konsumierte. „An einem Abend kamen die beiden Angeklagten bei mir vorbei und wollten Ecstasy kaufen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich aber nur noch eine Pille im Haus“, sagte der Zeuge. Der Angeklagte G. habe ihn daraufhin mit einem Schlagring bedroht und ihn aufgefordert mehr rauszurücken. „Aber ich hatte wirklich nichts und konnte ihn schließlich davon überzeugen. Die eine Pille habe ich ihm geschenkt.“ Der andere Angeklagte (F.) soll ihn an diesem Abend nicht bedroht haben. Die Einschüchterungsversuche gingen ausschließlich von G. aus.

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