ECE-Anschreiben stiftet Verwirrung

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Bildquelle: ECE

TRIER. Für reichlich Verwirrung sorgte ein Anschreiben des Projektentwicklers ECE am gestrigen Tag. Im Sozialen Netzwerk Facebook machte sich Verwirrung breit, da das eigentlich an Stadtratsmitglieder gerichtete Schreiben auch Journalisten erreichte. Auch unsere Redaktion erhielt ein entsprechendes Exemplar.

„Sehr geehrte lokalo-Redaktion, im Nachgang zur Forumsveranstaltung des Trierischen Volksfreunds am Dienstagabend möchten wir uns heute direkt an Sie als gewähltes Stadtratsmitglied der Stadt Trier wenden, um zu einer Versachlichung der derzeitigen Diskussion um unser Interesse an einem Investment in der Trierer Innenstadt beizutragen“, so lautet ein Anschreiben des Hamburger Investors, welches unsere Redaktion gestern erreichte. Nicht nur uns erging dies so. Dem Sozialen Netzwerk Facebook war zu entnehmen, dass dieser Brief auch an weitere lokale Medienvertreter gesendet wurde. Stets mit der gleichen Anrede, man sei ja Stadtratsmitglied.

Was im Anschreiben folgt, ist die übliche, von Selbstüberzeugung strotzende Darstellung, man sei der richtige Partner, um die Trierer Innenstadt weiterzuentwickeln. Darüber hinaus plane man, „in Abstimmung mit der von Oberbürgermeister Jensen gegründeten Arbeitsgruppe, Bustouren in einige der vorgenannten Städe [Anm. d. Red.: Städte mit ECE-Centern], zunächst ins nahegelegene Saarbrücken.“ Dort hätte man dann als Stadtratsmitglied die exklusive Chance, „Gespräche mit Vertretern der Stadtspitze zu führen“.

Piratenkreisvorsitzender Thomas Heinen meldet sich dazu heute direkt zu Wort. Es sei schlimm, „dass ECE ihre Fühler zu den Entscheidungsträgern ausstreckt, um diese zu beeinflussen, und zwar noch bevor die Arbeitsgruppe ihre Tätigkeit überhaupt aufgenommen hat.“ Dies sei ein „Musterbeispiel für Lobbyarbeit und die fragwürdigen Methoden, mit denen ECE ihre eigene Agenda durchzusetzen versucht.“ Seitens der Piratenpartei fordere man bei diesem Thema mehr Bürgerbeteiligung statt Lobbyarbeit.

Zwischenzeitlich wurde bekannt, dass die ECE die Privatadressen der Stadtratsmitglieder wohl dem öffentlichen Ratsinformationssystem entnommen hat. Wieso die Hamburger allerdings uns, genauso wie unsere Kollegen vor Ort anschrieben und für „gewählte Stadtratsmitglieder“ hielten, bleibt wohl ihr Geheimnis. (ans)

Hier geht es zum Kommentar von Willi Rausch

 

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3 KOMMENTARE

  1. Purer Lobbyismus, so wie er sein muss!
    Aber so offensichtlich und plump, dass es weh tut! Begibt sich der Stadtrat nun auf Kaffeefahrt mit der ECE und lässt sich auf der Fahrt noch überteuerte billig Ware andrehen? Hoffentlich nicht!
    Mich entäucht die ECE nun schon zum zweiten Mal mit ihrer unproffesionellen Art! Schüler das hast du schlecht gemacht! Sitzen sechs! Wenn die Argumente augehen wird mit geschenken gewinkt! Das ist einfach nur Kindergarten!

  2. Kompliment Eifel Bauer. Ich will aber den Leuten, die der lateinischen Sprache nicht mächtig sind, einen Gefallen tun. Die Übersetzung, die man auf das Thema trefflich adaptieren kann: „Was es auch ist, ich fürchte die Griechen, auch wenn sie Geschenke bringen.“

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