SVE: Finanziell geordnet und mit Harmonie in die neue Saison

0

TRIER. In rekordverdächtiger Zeit von nur gut einer Stunde lief die Jahreshauptversammlung des SV Eintracht Trier 05 am Dienstag Abend im Vereinslokal „Postillion“ ab. Die 76 Mitglieder erfuhren viel Positives – und konnten besonders erfreut über die sich in jüngster Zeit entspannte wirtschaftliche Situation sein. „Wir werden das Bilanzjahr zum 31. Dezember sogar mit einem Gewinn abschließen“, verkündete Finanzvorstand Harry Thiele – und das, nachdem man 2012 noch einen Verlust von rund 215.000 Euro hatte ausweisen müssen.

Zusätzliche Sponsoringeinnahmen in Höhe von 250.000 Euro, aber auch 50.000 Euro, die der SVE aus einer Quote aus der Insolvenz der Kirch-Gruppe im Nachgang zu entgangenen Fernsehgeldern aus Zweitligazeiten erhält, sowie erwartete Erlöse aus dem Erstrundenspiel im DFB-Pokal am 3. August gegen den 1. FC Köln in Höhe von knapp 150.000 Euro lassen die Eintracht-Verantwortlichen aufatmen. Der wie in der 2012/13er Runde mit 1,6 Millionen Euro angesetzte Etat soll es möglich machen, einen 20-Mann-Kader auf die Beine zu stellen. Drei Spieler fehlen nach der Verpflichtung von Matthias Cuntz am Dienstag Mittag noch, um die Sollstärke zu erreichen.

Die Planungen für die am Samstag, 27. Juli, mit einem Heimspiel gegen den amtierenden Meister KSV Hessen Kassel startende Regionalliga-Saison basieren auf vorsichtigen Zahlen. Nach Angaben von Harry Thiele rechnet man nach einem durchschnittlichen Besuch von rund 1400 Fans in der alten Spielzeit diesmal mit 1200 Anhängern. „Das ist konservativ gerechnet. Ich denke aber, dass wir diese Zahl auch erreichen werden. Andererseits bringt es nichts, wacklige Planungen aufzustellen“, so der SVE-Finanzexperte weiter. Der Schuldenstand betrage 850.000 Euro. „Das sind langfristige Verbindlichkeiten, die wir natürlich Schritt für Schritt abbauen wollen“, so Thiele.

Zur Anfrage, wie sich die Umstrukturierungen auf der Geschäftsstelle (Geschäftsführer Dirk Jacobs mit Schwerpunkt Sponsoring, Geschäftsstellenleiterin Tanja Schäfer mit Konzentration auf organisatorische Aufgaben) ausgezahlt hätten, sagte Thiele. „Wir haben über den Etat der Geschäftsstelle, der bei 100.000 Euro liegt, 120.000 Euro mehr eingenommen. Das ist ein Beleg dafür, dass wir im Sponsoring sehr ordentlich und nachhaltig gearbeitet haben.“

Dass mit Harry Thiele, dem für den sportlichen Bereich verantwortlichen Vorstandssprecher Ernst Wilhelmi und Jugendvorstand Roman Gottschalk besetzte Führungsgremium des Traditionsklubs wird zu seinen künftigen Sitzungen regelmäßig Aufsichtsrastchef Frank Natus begrüßen können. Diese in der Satzung vorgesehene Möglichkeit wird realisiert.

Natus´ Ziel: „Die Kommunikation vom Aufsichtsrat in den Vorstand möchten wir verbessern.“ Dazu sieht er die Möglichkeiten, seine Kontakte in die Wirtschaft und die Politik bei diesen Treffen noch besser einbringen zu können.

Natus stellte in seinem Bericht dem Vorstand ein sehr gutes Zeugnis aus: „Hier wird nachhaltig und mit großem Einsatz gearbeitet – nicht zu vergessen die Mitarbeiter der Geschäftsstelle und die vielen, vielen ehrenamtlichen Helfer, bei denen wir uns vom Aufsichtsrat an dieser Stelle nur ausdrücklich bedanken können.“

In punkto Kommunikation wollen die Verantwortlichen künftig näher an die Fans rücken. Zumindest mittelfristig ist die Bildung eines Fanbeirates angedacht. Quasi als Testlauf soll es zunächst regelmäßige Treffen und Diskussionen mit Vertretern aus der Anhängerschaft geben.

Bei allem Positivem – es gab auch kritische Zwischentöne bei der Jahreshauptversammlung. In seinem Statement zur abgelaufenen Saison konnte Ernst Wilhelmi zwar angesichts des Rheinlandpokalsieges und des fünften Platzes in der Liga von erreichten Zielen sprechen, kritisierte aber Vorfälle während der Saison: „Was da nach den Heimniederlagen gegen Elversberg und Idar-Oberstein abgelaufen ist, kann ich immer noch nicht begreifen. Gegenüber solchen negativen Gefühlsausbrüchen gilt bei uns die Null-Toleranz-Grenze. Mitarbeiter des Vereins wurden in übelster Weise angegriffen und auch Lügen über sie verbreitet. Anspruch und Wirklichkeit driften leider in Teilen unseres Umfeldes weit auseinander. Es gibt mindestens acht Klubs in der Regionalliga Südwest, die die gleiche Tradition und das gleiche Potenzial haben wie wir, um nicht zu sagen, ein viel höheres. Hinzu kommen die finanzkräftigen Profiklubs mit ihren U23-Teams. Da ist es schon schwer, sich zu behaupten.“

Umso erleichterter zeigte sich Wilhelmi, dass man das Gerüst des Kaders aus der alten Saison fast komplett halten konnte. Ein halbes Dutzend Eigengewächse im Kader der „Ersten“ zeuge zudem von einer guten Verzahnung mit dem Nachwuchsbereich.

Die Geschehnisse hier fasste Wilhelmis Kollege Gottschalk zusammen: „Die vergangenen Monate waren sehr ereignisreich und hatten viele Erfolge zu bieten – sei es im jüngeren Nachwuchsbereich, im Rheinlandpokal und bei unserer U23, die einen starken sechsten Platz in der Rheinlandliga erreicht hat.“ Bei der Entscheidung für Raphaél Laghnej als neuer Leiter des Nachwuchszentrums habe nicht nur dessen umfassendes Vier-Säulen-Konzept eine wichtige Rolle gespielt, sondern auch die Tatsache, dass der A-Lizenz-Inhaber neben den vielfältigen administrativen Aufgaben auch eine Mannschaft trainiert, so Gottschalk weiter. Dem aus zeitlichen Gründen aus dem Amt geschiedenen, bisherigen Nachwuchschef Michael Ziegler dankte Gottschalk ausdrücklich für dessen hohes Engagement.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.