33. Altstadtfest Trier: Eine kritische Nachbetrachtung

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TRIER. Feiernde Meute, das Wetter besser als in den Prognosen, wenige Zwischenfälle  – das Trierer Altstadtfest schien wieder eine rundum gelungene Veranstaltung gewesen zu sein. Leider war nicht alles Gold, was glänzte. Eine kritische Nachbetrachtung.

 

Als am Donnerstagnachmittag und Freitagvormittag die Vorbereitungen für das 33. Trierer Altstadtfest begannen, sprangen einem tagsüber sofort die „Notausgang-Banner“ ins Auge. Eigentlich eine gute Idee, bei der allerdings an der Umsetzung haperte. Denn diese Art der Hinweisgebung hat einige Nachteile. Erstens ist die Genauigkeit dieser Wegweiser vergleichbar mit den Wettervorhersagen in diesem Sommer. Zweitens fielen die Banner abends überhaupt nicht mehr auf, da sie nicht beleuchtet waren. Bei einer Massenpanik wären die Besucher des Hauptmarktes, falls sie das Banner in der Simeonstraße überhaupt gesehen hätten, wohl in das McDonalds-Restaurant geflüchtet. Oder doch in die Judengasse? Oder wäre vielleicht das Patathaus der Zufluchtsort Nummer Eins geworden? Anders ausgedrückt: Die Beschilderung war eine Farce und sorgte für kontroverse und weitestgehend kritische Diskussionen bei den Gästen des städtischen Festes.

Ebenfalls suboptimal: Die Platzierung der Stände auf dem Hauptmarkt. Wer auch immer dafür verantwortlich war,  Weinstände und das Technik-Zelt direkt vor der Bühne zu platzieren, hat heftig am Ohrfeigen-Baum gerüttelt. Egal, an welcher Stelle man sich aufhielt – am Cocktail- oder einem der Bierstände – die Sicht auf die Bühne war verdeckt. So wurde ein audiovisuelles Erlebnis zu einer rein akustischen Veranstaltung degradiert. „Wie sie sehen, sehen sie nichts“, kommentierte Mark, 31 Jahre alt aus Wittlich, süffisant den Ist-Zustand. Auf allen anderen Plätzen wurde diese Problematik besser, respektive richtig gelöst.

Doch es gibt noch mehr Konzepte, die man hinterfragen muss. Das Altstadtfest hat am Freitag und Samstag offiziell bis 3 Uhr nachts geöffnet. Warum die öffentlichen Toiletten allerdings dann schon um 1 Uhr dicht gemacht haben, bleibt wohl abermals das Geheimnis der Organisation (das ist seit einigen Jahren übrigens die Stadt Trier). Vielleicht rechnet man damit, dass Besucher, die so lange ausharren, ohnehin jede halbwegs verdeckte Wand als stilles Örtchen missbrauchen, was mit den Toiletten ja vermieden werden soll. In jedem Fall eine Entscheidung, die einfach keinen Sinn macht.

Ebenfalls eine Unart, dass bereits Stände vorzeitig abgebaut werden, obwohl die Veranstaltung sonntags bis 1 Uhr weitergehen soll. Manche Standbesitzer echauffierten sich über einige Kollegen, die schon gegen 23 Uhr begannen, ihre PKW´s samt Anhänger auf dem Festgelände zu parken, während sich noch einige Besucher um die Stände tummelten. Das hatte was von der vielzitierten „Rauswurf-Stimmung“. Zudem ist es unkollegial, weil man den Nachbarn damit das Geschäft verdirbt. „Keiner hat etwas dagegen, wenn Stände früher geschlossen werden. Allerdings sollten sie mit dem Abbau warten, bis die Veranstaltung offiziell beendet ist“, gab einer der Standbetreiber, der nicht genannt werden wollte, zu Protokoll.

Beim Programm gab es die Klassiker wie Guildo Horn, Leyendecker Bloas, Frank Rohles und Rolf Stahlhofen & Friends und die Trierer „Altrocker“, die am Pranger auftraten. Allesamt Musiker, die ihre Fangemeinde haben und immer noch Magnetwirkung besitzen. Dazu kamen Newcomer oder Gruppen, die ihr Comeback feierten, die ebenfalls überzeugen konnten. Dazu zählten: Brass Machine, Goldplay, und die Huey-Lewis-Tribute-Show. Nachahmenswert war auch die Idee, junge Musiker aus der Quattropole auftreten zu lassen. Das Programm auf dem Viehmarkt war auf junges Publikum ausgerichtet und fand, je nach Geschmack, seinen Höhe-, beziehungsweise Tiefpunkt mit dem Auftritt von Niveau-Tiefflieger Mickie Krause.

Es war nicht alles schlecht beim 33. Trierer Altstadtfest, zweifelsohne ist aber noch Luft nach oben. (cw)

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1 KOMMENTAR

  1. Vollkommen unsinnige, schlechte u. peinliche
    Kindergarten Veranstaltung. Bezeichnend das immer mehr Trierer um das Altstadtfest ein großen Bogen machen.

  2. Endlich mal ein kritischer Bericht auf lokalo. Dachte nach dne ganzen bisherigen Berichten schon die Stadt hätte sie gekauft. Die Veranstaltung ist doch eine Schande für diese schöne Stadt.

  3. Also ich war hauptsäschlich auf dem Hauptmarkt und hatte keinerlei Probleme mit der Sicht. Totaler Unfug.

  4. @michael merten:hier gehts nicht um ihr Sehvermögen, sondern die Sicht auf die Bühne! Oder sind sie einer der Betreiber dieser hässlichen weinstände?

  5. Ab dem Marktkreuz konnte man nicht auf die Bühne sehen… Habe Fotos gemacht, man sieht nur ein Technikzelt….

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