Fünf Jahre für Rauschgifthandel

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TRIER. Am heutigen Dienstag wurde der Prozess gegen den Angeklagten D., der im großen Stil Betäubungsmittel vertrieben haben soll, fortgesetzt. Seine Kumpane waren bereits einige Wochen zuvor durch das Landgericht Trier verurteilt worden. Nachdem D. in der letzten Verhandlung eingeräumt hatte, an einem Geschäft mit einer erheblichen Menge an Amphetaminen beteiligt gewesen zu sein, gestand er heute auch die Mittäterschaft an einem Handel mit Haschisch.

Angeklagt waren insgesamt fünf Männer im Alter zwischen 28 und 41 Jahren. Einer von ihnen wohnte seit seiner Kindheit in Trier. Ihm werden zunächst einzelne Betäubungsmitteltaten aus den Jahren 2008 und 2009 vorgeworfen. Die übrigen Angeklagten stammen aus Frankfurt und Bad Cramberg. Den Männern wird im Wesentlichen vorgeworfen, sich Anfang des Jahres 2012 zusammengeschlossen zu haben, um Betäubungsmittel im großen Stil zu verkaufen. Dabei sollen sie arbeitsteilig vorgegangen sein. Zunächst sollen sie einer Vertrauensperson der Polizei 1 Kilogramm Amphetamin verkauft haben. Später soll mit derselben Person ein Betäubungsmittelgeschäft über 25 Kilogramm Amphetamin vereinbart worden sein. Nach mehreren Telefonaten kam man überein, dass die Drogen in zwei Lieferungen übergeben werden sollten. Die erste Übergabe von 15 Kilo soll dann kurz darauf auf einem Autohof im Hunsrück stattgefunden haben. Zur Übergabe der weiteren 10 Kilogramm soll es auf Grund der Festnahme der Angeklagten nicht mehr gekommen sein. Darüber hinaus sollen 4 der 5 Angeklagten – dabei war der Trierer nicht beteiligt – eine Indoorplantage mit Cannabispflanzen in einem Stallgebäude im Rhein-Lahnkreis professionell eingerichtet und betrieben haben, um Cannabis im Kilobereich zu verkaufen. Die Ertragsmenge bei der Sicherstellung durch die Polizei betrug 4 Kilogramm.

Das Verfahren gegen drei der Angeklagten, darunter auch der Trierer, wurde abgetrennt. Sie waren bereits durch die Kammer verurteilt worden. Das Verfahren lief gegen die Angeklagten D. und S. weiter. Seit dem Hauptverhandlungstermin am 12.6.2013 wurde gegen beide Angeklagte getrennt verhandelt. Der Angeklagte S. wurde zwischenzeitlich ebenfalls verurteilt. Das Verfahren lief nunmehr nur noch gegen den Angeklagten D.

Am heutigen letzten Prozesstag gestand D., die Übergabe von 5 Kilogramm Haschisch vermittelt zu haben. Darüber hinaus gab er zu,  einen seiner ehemaligen „Geschäftspartner“ bedroht zu haben. Der Grund dafür waren offene Verbindlichkeiten aus mehreren Drogen- und Uhrengeschäften.

Staatsanwalt Volker Blindert plädierte auf eine Gesamtfreiheitsstrafe von 5 Jahren. „Insgesamt“, so Blindert, „hat sich der Angeklagte dreimal wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz und einmal wegen versuchter Nötigung strafbar gemacht.“ Ihm wurde zu Gute gehalten, dass er sich geständig zeigte, er nicht vorbestraft ist und seit bereits einem Jahr und 4 Monaten in Untersuchungshaft sitzt. „Es gibt aber auch einen Punkt, der erschwerend berücksichtigt werden muss“, plädierte Blindert. Damit meinte er die große Menge an Amphetaminen.

Der Strafverteidiger Dr. Alexander Schork aus Frankfurt unterschrieb das Plädoyer der Staatsanwaltschaft. Er fügte hinzu, dass sein Mandant „kein professioneller Verbrecher ist.“ Das ließe sich an dem eintragsfreien Strafregister ablesen. Darüber hinaus appellierte er an das Gericht und die Vorsitzende Richterin Petra Schmitz, bei ihrer Entscheidung zu bedenken, dass das Haschisch von extrem schlechter Qualität gewesen sei und somit keiner der Abnehmer gefährdet gewesen ist.

Das Landgericht Trier verurteilte den Angeklagten wegen unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge und versuchter Nötigung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 5 Jahren. Das Urteil ist rechtskräftig, der Haftbefehl bleibt somit aufrecht erhalten. (tw)

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