„Vettels Nase“ kommt vom Ring

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NÜRBURGRING/MEUSPATH. Der Gewerbepark am Nürburgring ist eine Erfolgsgeschichte ohnegleichen in der Region. Das Düsseldorfer Unternehmen Capricorn, das bereits seit 2004 ein Testcenter und seit 2006 eine Produktionsstätte hier betreibt, hat nun die zweite Fertigungshalle mit einer Fläche von 3800 Quadratmetern in Betrieb genommen und dafür rund acht Millionen Euro investiert.

Rund 300 Gäste waren dabei, als Dr. Robertino Wild, Geschäftsführer der Capricorn Group, die Unternehmenserweiterung mit dem Schnitt des roten Bandes offiziell in Betrieb nahm. Das neue Werk Capricorn Composite II ist die zweite Produktionsstätte des Düsseldorfer Unternehmens im Gewerbepark am Nürburgring und verfügt über eine Produktionsfläche von 3800 m². Weitere 12.000 Quadratmeter Fläche im Gewerbepark stehen Capricorn noch zur Verfügung. Acht Millionen Euro hat das Unternehmen in den Bau der neuen Halle und hochmoderner Bearbeitungsmaschinen investiert. Die Erweiterung der Kapazitäten wird auch Einfluss auf die Mitarbeiterzahl haben. „Zur Zeit haben wir 61 Mitarbeiter, bis Ende des Jahres werden wir auf 100 aufstocken“, so Robertino Wild.

Capricorn fertigt am Nürburgring Hochleistungsbauteile aus Aramid-, Carbon- und Glasfaserverbundstoffen.  In der neuen Halle werden die Komponenten für Fahrzeuge aus dem Rennsport und für Versuchsfahrzeuge auf hochmodernen und komplexen Maschinen bearbeitet und lackiert.

„Unsere Kunden sind die Spitzen des Automobilbaus. Wir sind anerkannter Qualitätshersteller in unserem Geschäftsbereich und bedienen den internationalen Motorsport“, erklärt Dr. Robertino Wild. So werden die Nasen für Formel-1-Fahrzeuge aus Kohlefaser bei Capricorn am Nürburgring gefertigt und Diffusoren für Rennwagen hergestellt. Außerdem baut das Unternehmen aus Kohlefaserstoffen ganze Monocoques von Rennfahrzeugen oder die Komponenten des Formel 1 Hals-Sicherheitssystems „HANS“ für den deutschen Hersteller Schroth. Aber auch Komponenten aus Kohlefaserstoff für die Luftfahrt spielen bei Capricorn eine ständig größere Rolle. „So glücklich wir momentan im Automobilbau sind, müssen wir uns ein zweites Standbein aufstellen. Momentan macht der Bereich Luftfahrt etwa zehn Prozent unseres Geschäftes aus, wir gehen aber davon aus, dass es in fünf Jahren 40 Prozent sind“, sagt Robertino Wild.

„Was hier gemacht wird, weiß kaum jemand. Wir setzen auf das Unternehmen und dass es sich weiterentwickelt“, sagt Hermann- Josef Romes, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Adenau und Vorsitzender des Zweckverbandes Gewerbepark am Nürburgring anerkennend. Mit dem neuen Werk hat Capricorn seine Fertigungsbreite erweitert und Arbeits- und Fertigungsschritte, die zuvor an anderen Standorten vollzogen wurden, an den Nürburgring geholt.

„Primär geht es natürlich darum, Prozesse effizienter, einfacher und wirtschaftlicher an einem Standort auszuführen. Wir glauben aber auch, dass es sinnvoll ist, da zu fertigen wo es zwar nicht am billigsten ist, aber das Beste möglich ist“, so der Geschäftsführer. Der Standort Nürburgring ist für Capricorn ideal. „Wir sind unheimlich zufrieden am Nürburgring und davon überzeugt, hier den richtigen Standort mit hervorragenden Mitarbeitern zu haben“, sagt Dr. Wild, studierter Mediziner. Die Sorge um die Zukunft des Nürburgring treibt aber auch ihn. „Wir haben uns am Vergabeverfahren beteiligt und überlegen ernsthaft den Nürburgring zu kaufen. Wir wollen helfen hier geordnete Verhältnisse zu schaffen. Denn Capricorn baut nicht nur Komponenten für die Industrie, sondern wir sind auch eine relativ große Bau- und Immobiliengruppe.“ (hega)

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