Trierer Altstadtfest – Bekenntnisse eines Zugereisten

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    Da ich den Freitagabend getreu nach dem Motto „Der menschliche Körper ist für die Ekstase gemacht“ verlebt habe, fühlte sich mein Kopf am Samstagmorgen dementsprechend an. Freunde und Kommilitonen hatten mir im Vorfeld des Altstadtfestes vorgeschwärmt, dass das hier eine „Riesennummer“, ein „Mega-Event“ oder einfach nur „geile Sch…“ sei. Was ich dachte? In meinem Kopf malte sich eine Szenerie zusammen, in der tagsüber Familien Luftballons kaufend an der Porta flanieren und am Abend die „Generation 50 Plus“ zwischen Weinstand, Grill und Toilettenhäuschen pendelt, dazu der Horn 20 Minuten lang zum Besten gibt, dass er uns lieb hat. Mann, Mann, Mann, was habe ich mich geirrt. Ich war von mir selbst verblüfft, wie textsicher ich nach ein paar Bierchen bei Schlagern im Allgemeinen und Udo Jürgens im Speziellen bin.

    Da ich den Freitagabend getreu nach dem Motto „Der menschliche Körper ist für die Ekstase gemacht“ verlebt habe, fühlte sich mein Kopf am Samstagmorgen dementsprechend an. Freunde und Kommilitonen hatten mir im Vorfeld des Altstadtfestes vorgeschwärmt, dass das hier eine „Riesennummer“, ein „Mega-Event“ oder einfach nur „geile Sch…“ sei. Was ich dachte? In meinem Kopf malte sich eine Szenerie zusammen, in der tagsüber Familien Luftballons kaufend an der Porta flanieren und am Abend die „Generation 50 Plus“ zwischen Weinstand, Grill und Toilettenhäuschen pendelt, dazu der Horn 20 Minuten lang zum Besten gibt, dass er uns lieb hat. Mann, Mann, Mann, was habe ich mich geirrt. Ich war von mir selbst verblüfft, wie textsicher ich nach ein paar Bierchen bei Schlagern im Allgemeinen und Udo Jürgens im Speziellen bin.

    Aber der Reihe nach. Ich mit meinen geschmeidigen 22 Jahren bin letzten Herbst zwecks Studium nach Trier gezogen. Geboren und aufgewachsen bin ich in der niederrheinischen Provinz. Dort sind Volksfeste zwar kein Fremdwort, allerdings gibt es fundamentale Unterschiede zu den Gepflogenheiten in der Pfalz und Ostholland. Statt Bitburger gibt es König Pilsener, was übrigens ein und dieselbe Firma ist, statt Obstler wird Korn kredenzt. Gern auch mal in der Doppelversion. Und mit dem auf Volksfesten in NRW angebotenen Weißwein würde sich der von klein auf zum Sommelier erzogene Trierer nicht mal die Füße waschen. Soviel zu den Unterschieden in kulinarischer Hinsicht, die letzten Endes ja in einer Gemeinsamkeit münden: Man wird textsicher – es ist wirklich verblüffend.

    Als ich kurz vor 18 Uhr am Hauptmarkt eintraf, um mir den Fassanstich und die holde Weinkönigin zu betrachten, fühlte ich mich in meiner vorgefassten Meinung noch bestätigt. „Mach ich mich mal aufn Weg zum Viehmarkt“, dachte ich mir. Da sah es schon anders aus, Electro und House beschallten ein paar hundert Schüler und einen Typen in Südstaaten-Klamotten. Da ich noch Geld holen (nicht nehmen!) musste, führte mich mein nächster Gang zu einer von 16.000 in Deutschland vertretenen Filialen eines großen Geldinstitutes. Die nenne ich nun nicht namentlich, da der Verein als Sponsor des Altstadtfestes mal wirklich genug Werbung hatte. Beim Kassenraum war zwar kein Weinstand zu finden, trotzdem gab es Vino mit Drehverschluss. Ein paar Oberstufenschüler wollten ihre gläsernen Behältnisse nicht den gierigen Griffeln der Security überlassen, ergo gab es nur eine, absolut pragmatische Lösung: Hau weg das Zeug. Danke an dieser Stelle. Als ich dann eine gute Freundin traf, fassten wir den Entschluss, gemeinsam jeden Stand auf die Qualität der Drinks hin zu überprüfen, bis wir an der Porta angekommen und mit dem Rest der Meute zusammentreffen würden, mit denen wir uns verabredet hatten. Bis auf wenige Ausnahmen war die Qualität des Rebensaftes absolut zufriedenstellend. Scheinbar war auch ganz Trier in der Innenstadt, auf dem Weg und an den Ständen traf man wirklich Hinz und Kunz, die Stimmung stieg minütlich.

    Dann legte Guildo Horn los. Ich konnte wirklich jeden Song mitsingen, ob ich wollte oder nicht. Es kam einfach. Zumindest all jene, an die ich mich erinnern kann.

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