Katrin Werner (MdB): Sexuelle Mitbestimmung und Familienplanung ist ein Menschenrecht

0

TRIER. Die Forderungen von militanten Abtreibungsgegner/-innen sind grundsätzlich abzulehnen. Sie vertreten ein reaktionäres Menschenbild, da sie nur das Lebensrecht des Embryos in den Vordergrund stellen, niemals das Lebensrecht der Frau.

„Das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung umfasst das grundlegende Menschenrecht, frei und eigenverantwortlich über Anzahl und Geburtenabstand der Kinder zu entscheiden, sowie den Zugang zu Mitteln der Geburtenplanung zu ermöglichen“, kommentiert Katrin Werner, Mitglied des Deutschen Bundestages, die verschiedenen Aktionen der selbsternannten Lebensschützer/-innen in Trier in den letzten Tagen.

Viele Trierer Bürgerinnen und Bürger fanden in dieser Woche in ihrem Briefkasten ein Embryonenmodell aus Kunststoff. Diese Wurfsendungen waren der Abschluss mehrerer Aktionen von militanten Abtreibungsgegnern in Trier. In seinem Vortrag „Abtreibung – rechtswidrig oder ein Recht?“, kritisierte Bernward Büchner die aktuelle Rechtslage scharf. Zudem würden sich Mitarbeiter/-innen von Beratungsstellen der „Beihilfe“ schuldig machen. Er ging sogar so weit, zu behaupten, dass „der Steuerzahler Schwangerschaftsabbrüche subventioniert“, da die Krankenkassen die Kosten für eine Abtreibung erstatten und die Beratungsstellen vom Bund finanziert werden.

Diese Argumentation ist lebensfremd und reaktionär und hat mit der Lebensrealität von Frauen nichts zu tun. Frauen werden unter Druck gesetzt und stigmatisiert. Zumal weltweite Erfahrungen zeigen, dass ein repressives Abtreibungsrecht nie die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche reduziert, sondern ausschließlich die Gesundheit von Frauen gefährdet.

DIE LINKE fordert alle Trierer Bürgerinnen und Bürger auf, sich von solchen Aktionen zu distanzieren. DIE LINKE tritt für die sexuelle Selbstbestimmung aller Frauen und Männer ein. Forderungen nach dem Verbot von Abtreibungen ist deshalb eine klare Absage zu erteilen, so die Haltung der Partei DIE LINKE. (red/PM)

1 KOMMENTAR

  1. Es gibt kein Recht auf die Tötung eines unschuldigen Menschen. Daher kann es auch kein Recht auf Abtreibung geben. Im Gegensatz zum ungeborenen Kind, das bei der Abtreibung getötet wird, stellt niemand das Lebensrecht der Frau in Frage. Was an diesen einfachen Feststellungen reaktionär sein soll, erschließt sich wohl nur in Frau Werners ideologischem Weltbild.
    Ebenso ist es Fakt, dass die Mehrheit der Abtreibungen wegen „Bedürftigkeit“ der Frauen vom Sozialamt bezahlt wird. Das heißt dann aber nichts anderes, als dass der Steuerzahler Schwangerschaftsabbrüche subventioniert. Frau Werner würde sich besser über Tatsachen informieren anstatt Andersdenkende zu diffamieren.

  2. Er nun wieder. Du bist wahrscheinlich auch der, der die geschmacklosen Plastikembryonen in die Haushalte verstreut. Schon mal darüber nachgedacht, was eine Frau empfindet, die vielleicht kürzlich eine Fehlgeburt erlitten hat? Aber das ist Leuten wie dir wahrscheinlich egal. Meine Empfehlung: Umsiedeln in die USA. Dort gibt es genug Sekten, die dich mit offenen Armen aufnehmen.

  3. Fakten, Fakten, Fakten: Ich habe in der Tat auch einen Umschlag bekommen, in dem ein solches Embryomodell war. Wer das geschmacklos findet, hat einen seltsamen Geschmack. Schließlich war jeder von uns, auch Sie, einmal ein solcher Embryo! Und aufgepasst: auf dem Umschlag stand groß und gut leserlich ein Hinweis, dass der Inhalt für Frauen nach einer Fehlgeburt oder einer Abtreibung belastend sein könnte und deshalb jede/r selbst entscheiden solle, ob sie/er den Umschlag öffnet. Noch Fragen? Übrigens: Die USA würde mich schon reizen, aber da ich kein Sektenfan bin, sondern lediglich ein logisch denkender Mensch, werde ich sicherlich wieder zurückkommen. Wie man sieht, gibt es auch hier genug Aufklärungsarbeit zu leisten.

  4. Lassen Sie, Asterix, das doch einfach mal die betroffenen Frauen entscheiden. Sie werden kaum versuchen wollen, über den Uterus anderer Frauen zu bestimmen. Ich glaube, dass die wenigsten Menschen dieser Welt Abtreibung super finden, ich glaube außerdem, dass keine Frau diesen Schritt aus Spaß an der Freude geht. Sie werden auch wissen, dass die Definition, ab wann es sich bei einem Fötus um Leben handelt, meilenweit auseinandergehen. Wenn Sie finden, dass Leben ab der Zeugung vorhanden ist und deswegen nicht abgetrieben werden darf, dann ist das Ihre persönliche Meinung. Die kann und will niemand Ihnen nehmen. Aber greifen Sie Frauen nicht an, die für sich entscheiden, vor der 12. Schwangerschaftswoche abzutreiben. Das geht Sie überhaupt nichts an. Ich will der Vollständigkeit halber aber ergänzen, dass ich eine später angesetzte Abtreibungsfrist für behinderte Kinder (z.B. mit Down-Syndrom) nicht gut finde. Aber wie gesagt, auch das ist nur meine persönliche Meinung. Ich allerdings zwinge Andersdenkende nicht, meine zu adaptieren. Sollten Sie auch nicht tun.

  5. @Sabaja: Die Entscheidung, wer ein Mensch ist oder nicht, können wir nicht der subjektiven Meinung jedes Einzelnen überlassen. Sie sagen ja selbst, dass Sie niemandem aufzwingen wollen, eine Spätabtreibung wegen Down-Syndrom zu unterlassen. Was machen Sie, wenn jemand die Tötung Neugeborener für akzeptabel hält, weil er diese noch nicht als vollwertige Menschen betrachtet? Und denken Sie an die Geschichte: Es gab Zeiten, da war man sogar mehrheitlich der Meinung, Indianer oder Neger oder Juden seien keine richtigen Menschen. Die Konsequenzen daraus sind bekannt. Es ist daher vielleicht die wichtigste ethische Errungenschaft der Menschheit überhaupt, dass man das Recht auf Leben eben nicht mehr der individuellen Entscheidung, ja nicht einmal der staatlichen Entscheidung überlässt, sondern es quasi tabuisiert, indem man die Würde aller Menschen als unantastbar anerkennt. Hinter diesen Fortschritt wieder zurückzugehen, ist nicht liberal oder progressiv, sondern reaktionär.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.