Interkulturelle Erfahrung im Beruf nutzen (Teil 2)

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    TRIER. Am gestrigen Mittwoch konnten Sie im ersten Teil des Artikels viel über die Chancen lesen, die praktische Auslandserfahrungen für den weiteren Berufsweg bieten. Der zweite Teil berichtet über den DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) , Erfahrungen, die Studenten im Ausland gemacht haben.

    Bei einer DAAD-Tagung sah Aziz Yüksek, Mitarbeiter des Akademischen Auslandsamtes der Uni Trier, ein ähnliches Projekt der Universität Bielefeld in der „Internationale Berufsperspektiven“ mithilfe von Workshops erklärt wurden. „Wir haben die Grundidee übernommen doch sehr viel praktischer ausgerichtet. Bei unseren Workshops werden externe Experten eingeladen, wie aus der Agentur für Arbeit oder von der zentralen Arbeitsvermittlung. Das Besondere aber ist, dass auch Vertreter aus Personalabteilungen eingeladen sind und unsere Studenten Fragen direkt an sie richten können“, erklärt Yüksek.  Durch ein dichtes Netzwerk von Freunden und ehemaligen Absolventen verfügt er über viele Kontakte und versucht in jeder neuen Workshop-Reihe die Referenten auszutauschen. Seit 2011 organisiert er die Workshops – am vergangenen Wochenende ging die fünfte Reihe zu Ende.

    Bis Ende 2013 sei die Finanzierung von Seiten des DAAD gesichert, für 2014 und darüber hinaus ist Yüksek auf der Suche nach neuen Finanzierungskonzepten und hat bereits eine Idee. Im Rahmen der Städtepartnerschaft Quatropole, die zwischen Luxemburg, Saarbrücken, Trier und Metz stattfindet, könnten, laut Yüksek, mehr Studierende angesprochen werden. „Das wäre ein neues Konzept bei dem wir inhaltlich an der Workshop-Reihe nur kleine Veränderungen durchführen müssten, den Radius aber ausweiten würden. So könnten beispielsweise auch  Studenten von den Universitäten in Saarbrücken oder Luxemburg die Workshop-Reihe besuchen. Das würde völlig neue Perspektiven schaffen und wäre für alle Beteiligten eine Bereicherung.“

    Für die bisher beteiligten Studenten war die Reihe bisher mit Sicherheit ein großer Gewinn, denn das Feedback der Teilnehmer war bisher insgesamt sehr positiv, so Yüksek. Aufgrund der Gespräche nach den Workshops und den anonymen Evaluationen kommt er zu diesem Schluss und betont auch, dass er immer offen ist für Verbesserungsvorschläge. Der Andrang sei groß, auch weil die Teilnehmerzahl pro Workshop auf 19-20 Personen begrenzt ist. Die Bewerbungen kommen aus den unterschiedlichsten Fachbereichen. BWL, Pädagogik, Sinologie, auch Philosophie sind vertreten – rund 40 bis 50 Bewerbungen gehen für jede Workshop-Reihe ein.

    Einer der Bewerber war Yunus Gezer (28 Jahre/Deutsch-Türke), der in der Endphase seines Volkswirtschaftsstudiums das Angebot des DAAD nutzte, um seinen Jobeinstieg vorzubereiten. Mithilfe des Workshops und Einzelgesprächen konnte Yunus ein interkulturelles Profil für seine Bewerbungsunterlagen ausarbeiten. Als Ergebnis der Workshop-Reihe entschloss er sich, nach dem Studium für ein Praktikum bei einer Bank in Luxemburg und war damit auch sehr zufrieden. Er sei sehr froh den Workshop besucht zu haben, da er ihn sehr gut auf die Bewerbungsphase und die Karriereplanung vorbereitet hat.

    Sehr zufrieden über den Verlauf des Workshops ist auch Janni Cheung (28 Jahre/Honkong-Chinesin, in Deutschland geboren), die ihren einjährigen Aufenthalt in Chinas Hauptstadt Peking nun aus einer anderen Perspektive betrachtet. Sehr geholfen hat ihr die Tatsache, dass alle, die im Ausland waren ähnliche Schwierigkeiten hatten und diese auch überwunden haben. Angefangen von Problemen im Alltag bis hin zu kulturellen Unterschieden haben viele Teilnehmer ähnliche Dinge erlebt. Nach dem Besuch des Workshops konnte Janni Cheung ihren Lebenslauf umstrukturieren und optimieren, so dass ihre interkulturellen Kompetenzen mehr im Vordergrund stehen.

     

    Deutscher Akademischer Austauschdienst

    Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) ist die weltweit größte Förderorganisation für den internationalen Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern. Neben der Vermittlung von Studien- und Praktikumsplätzen im Ausland unterstützt der DAAD die Hochschulen auch dabei, ausländische Studenten besser zu integrieren. Das Projekt „Career International“, in dem auch die Workshopreihe angeboten wird, finanziert der DAAD. (yo)

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