„Das ist ein Trauerspiel!“ – Junge Union diskutiert zur Innenstadtentwicklung

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Michael Felix Fischer und Udo Köhler führen durch die Diskussion

Bildquelle: lokalo.de

TRIER. Eingeladen hatte der Stadtbezirksverband der Jungen Union Trier-Mitte, gekommen waren auch hochrangige CDU-Vertreter. Udo Köhler, baupolitischer Sprecher der CDU-Stadtratsfraktion, stellte zunächst die grundsätzlichen Eckdaten der aktuellen Planungen zur Innenstadtentwicklung mit dem potenziellen Investor ECE vor. Thomas Albrecht, ebenfalls CDU-Stadtratsmitglied resümierte: „Das Ganze ist ein Trauerspiel.“

„Als Stadtbezirksverband für Trier-Mitte wird das eine der Kernfragen der nächsten Zeit: will man eine Innenstadtentwicklung, will man ECE? Die Zeit, die Oberbürgermeister Klaus Jensen zusätzlich eingeräumt hat, werden wir nutzen, das Thema konstruktiv zu begleiten“, eröffnet Michael Felix Fischer, Stadtbezirksvorsitzender der Jungen Union im Stadtteil Trier-Mitte die gestrige Diskussionsrunde in der CDU-Geschäftsstelle. Gut vorbereitet an seiner Seite: Udo Köhler, baupolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Trierer Stadtrat. Anhand von Schaubildern erklärt er bei einem Glas Wein den überwiegend jüngeren Anwesenden die möglichen Entwicklungsgebiete und stellt den aktuellen Stand der Diskussion vor. Dass man dabei, wie von Oberbürgermeister Jensen verkündet „am Nullpunkt“ der Planungen stände, wollte so niemand wirklich glauben.

„Du bist zu nett“, wirft Fraktionskollege Thomas Albrecht ein und betont: „Das ist ein absoluter Skandal. Wir haben einen Oberbürgermeister, der mit dem Wort ‚Bürgerbeteiligung‘ wirbt, aber selbst eigenmächtig ohne Rat und Bürger handelt. Der hat sich von den smarten Typen von ECE vorschnell über den Tisch ziehen lassen und nun ist ihm das peinlich.“ Kritik erntet Jensen an diesem Abend unter den CDU-Anhängern vor allem für seine Vorgehensweise. Die Verhandlungen würden bereits seit November des vergangenen Jahres laufen und niemand wäre informiert worden. Lediglich über eine Pressekonferenz hätte man davon erfahren.

Eine interessante Frage wirft daraufhin Philipp Bett, Kreisvorsitzender der Jungen Union Trier-Stadt auf. Ob der Stadtvorstand schon frühzeitig in die Planungen eingebunden war und falls ja, wieso keine Kommunikation zur eigenen Dezernentin (Anm. d. Red.: gemeint ist CDU-Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani) stattfand. Zwar kann die Frage an diesem Abend nicht abschließend geklärt werden, jedoch scheint klar: die Konservativen wehren sich vor allem gegen Intransparanz und Kommunikationsarmut aus dem Rathaus.

Bei der Frage, ob man überhaupt ein neues Center in Trier brauche, kommen auch die Jungen zu Wort. Die berichten reichlich reflektiert, dass sie natürlich auch einmal nach Saarbrücken fahren würden, um das bessere Angebot zu haben. Aber auch, dass sie bei Gelegenheit gerne in inhabergeführten Geschäften in der Innenstadt einkaufen. Große Gefahren sehen die Gäste aber vermehrt im Online-Handel. „Ich glaube so ein Einkaufscenter würde in meiner Generation trotzdem auf jeden Fall sehr gut ankommen“, schätzt Louis-Philipp Lang, Vorsitzender des Trierer Jugendparlamentes die Lage ein. Ganz unabhängig davon sei jedoch zu beachten, welche Auswirkungen ein solches Center für die Innenstadt hätte. „Wir brauchen erst Analysen von externen Gutachtern. Man muss wissen: wo ist der Handel stark, wo ist der Handel schwach, welches Maß an Fläche wäre angemessen und so weiter. Wir fordern das auch klar so ein“, ergänzt Udo Köhler.

Folglich resümiert: gespaltene Meinungen an diesem Abend bei der Notwendigkeit und Verträglichkeit eines Einkaufscenters in der Innenstadt. Traute Einigkeit jedoch beim Bedürfnis nach Information und Aufklärung, sowie bei der Kritik an OB Jensen. (ans)

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1 KOMMENTAR

  1. Es ist schon bezeichnend, dass bei einem Artikel über eine JU-Veranstaltung kein JU-Mitglied zu Wort kommt. Das zeigt, dass die JU nur plakativ arbeiten kann. Sobald es inhaltlich wird schwächelt sie… Das ist traurig, aber wo sollens sie auch lernen. Die Mutterpartei CDU arbeitet auch nicht anders…

  2. Ist Louis-Philipp Lang, der Vorsitzende des Trierer Jugendparlaments, nicht auch JU-Mitglied?. Außerdem steht im Artikel: „Auch die Jungen kommen zu Wort.“ Dann wird es auch so sein, auch wenn nicht jeder namentlich genannt ist. Also erst richtig lesen, dann mosern. Was die Mutterpartei angeht – oder heißt die nicht inzwischen „Mutti-Partei – bin ich allerdings derselben Meinung.

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