Interkulturelle Erfahrung im Beruf nutzen (Teil 1)

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TRIER. Auslandsjahr in China, Praktikum in Brasilien – die jetzige Studentengeneration ist kosmopolitisch und international hoch engagiert. Doch wie können die Erfahrungen, die sie im Ausland machen, gezielt für den späteren Beruf genutzt werden? Viele Studenten sind sich ihrer Erfahrungen gar nicht bewusst. In einer Workshop-Reihe an der Universität Trier gehen Studenten diesen Fragen nach und erfahren vom EURES-Berater Mirko Löhmann, was wichtig ist bei Bewerbungen im Ausland. lokalo berichtet in zwei Teilen darüber.

„Interkulturelle Erfahrung als Ressource für den Beruf nutzen“ ist eine der Überschriften auf dem Flyer des Workshops von Aziz Yüksek, dem Organisator und Mitarbeiter des Deutschen Akademischen Auslandsamtes (DAAD). „Viele sind sich gar nicht bewusst, welche Dinge sie vollbracht haben im Ausland und nehmen ein halbes oder ein ganzes Jahr in einem fremden Land als selbstverständlich hin. Sinn und Zweck der vierteiligen Workshopreihe ist die Reflexion der eigenen Erfahrungen im Ausland“, so Yüksek. Mit Hilfe verschiedener Übungen schaffen die Studenten ein Bewusstsein dafür, welche Leistungen sie vollbracht haben. „Viele Studenten finden im engen Zeitplan gar nicht die Zeit oder auch die richtigen Ansprechpartner, um solche Überlegungen anzustellen oder gar auf Papier zu bringen“, sagt Yüksek. Als Vorbereitung auf den Beruf im Ausland gewesen zu sein, ob an einer Universität oder als Praktikum in einem Unternehmen, ist ein großer Erfahrungsschatz, den es auch im Lebenslauf richtig zu verpacken gilt.

Was in diese Verpackung hineingehört, und was eher nicht, kann Mirko Löhmann von der Agentur für Arbeit sehr gut erklären. Als Referent in der Workshop-Reihe von Yüksek erklärt er als EURES (European Employment Service)-Berater, was wichtig ist für internationale Bewerbungen. Löhmann arbeitet in dieser Beraterfunktion für die Grenzregion Saarland – Lothringen – Luxemburg und Rheinland-Pfalz und erklärt, dass ein Großteil der Anfragen in der Region nach Luxemburg ausgerichtet sei. Dabei gebe es allerdings einige Dinge zu beachten.

Der Markt in Luxemburg interessiere sich in erster Linie für Fachkräfte aus dem Banken- und Finanzsektor, der Logistik, der IT-Branche und dem Gesundheitsbereich. „Ein wichtiges Einstellungsmerkmal ist neben den Fachkenntnissen, die Beherrschung der französischen Sprache“, so Löhmann. Eine Profilsuche, in der Deutsch als einzige Sprache ausreicht, sei eher selten zu finden. Vielmehr sei die Sprachkombination von Deutsch, Englisch und Französisch die Regel. „Wichtig ist deshalb, bei Bewerbungen ehrlich zu sein und das tatsächliche Sprachniveau anzugeben, das spätestens im Bewerbungsgespräch geprüft werden kann. Dort kommt es häufig vor, dass Arbeitgeber zwischen den einzelnen Sprachen wechseln um sich ein besseres Bild des Kandidaten zu machen“, sagt Löhmann.

Neben den Sprachen sei auch die formale Bewerbung etwas anders als in Deutschland. Aufgrund der großen Dichte verschiedener Nationaltäten im Großherzogtum sei es wichtig, die Bewerbung ebenfalls international auszurichten. „Das bedeutet konkret“, so Mirko Löhmann, „den Lebenslauf nicht chronologisch zu ordnen, sondern nach Kompetenzen auszurichten.“ Aber auch die höchste Kompetenz nützt nichts, wenn „die Chemie nicht stimmt.“ Gerade in größeren Unternehmen in Luxemburg sind Teams aus unterschiedlichen Nationen zu treffen. Dort ist zwar Englisch in der Regel die Arbeitssprache, aber kulturelle Unterschiede bestehen trotzdem, wodurch interkulturelle Kompetenzen im Arbeitsalltag immer wichtiger werden. Die Workshop-Reihe von Aziz Yüksek ist dahingehend konzipiert, diese Fähigkeiten zu sensibilisieren.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) ist die weltweit größte Förderorganisation für den internationalen Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern. Neben der Vermittlung von Studien- und Praktikumsplätzen im Ausland unterstützt der DAAD die Hochschulen auch dabei, ausländische Studenten besser zu integrieren. (www.career-international.de) (yo)

Den 2. Teil des Artikels „Interkulturelle Erfahrungen im Beruf nutzen“ können Sie morgen bei lokalo lesen.

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