Fünf Stühle – zwei Meinungen

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Bildquelle: ECE

Wenn der Hauptdarsteller einer Podiumsdiskussion nach einer Stunde behauptet, die übrigen Anwesenden würden seine Meinung nicht kennen, dann ist was schief gelaufen. Entweder hat er seine Meinung nicht gesagt, was dem Sinn einer solchen Veranstaltung fundamental widerspricht, oder in der Eigenwahrnehmung stimmt etwas nicht. Wer den Abend in der Aula des Humboldt-Gymnasiums verfolgt hat, neigt bei der Feststellung von Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen dazu, dass die zweite Version die wahrscheinlichere ist.

Wenn der Hauptdarsteller einer Podiumsdiskussion nach einer Stunde behauptet, die übrigen Anwesenden würden seine Meinung nicht kennen, dann ist was schief gelaufen. Entweder hat er seine Meinung nicht gesagt, was dem Sinn einer solchen Veranstaltung fundamental widerspricht, oder in der Eigenwahrnehmung stimmt etwas nicht. Wer den Abend in der Aula des Humboldt-Gymnasiums verfolgt hat, neigt bei der Feststellung von Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen dazu, dass die zweite Version die wahrscheinlichere ist.

Das Stadtoberhaupt war von Beginn an in der Defensive und konnte den Verdacht nie entkräften, einen Deal mit der ECE eingehen zu wollen. Die rund 200 Besucher hatten genau registriert, dass er gleich in seiner ersten Aussage die Vorgehensweise verteidigte, warum es den Entwurf der Entwicklungsvereinbarung mit der ECE gebe. Mit einer Ausschließlichkeitsklausel über die gesamte Laufzeit von drei Jahren und dem Mitspracherecht des potenziellen Investors. Nach OB-Sichtweise bringt dies nur Vorteile. Manches wurde von ihm auch gebetsmühlenartig wiederholt. Wie die Versicherung, jederzeit aus der geschlossenen Vereinbarung aussteigen zu können. Noch unwahrscheinlicher ist die zweite Alternative, die Jensen freilich als möglich ansieht, nämlich dass man der ECE mit Ende des Vertrages den Laufpass gibt. Ist aber ohnehin alles nur theoretisch, weil man ja bei Punkt Null ist. Höchstens auf dem Papier. Aber das ist ja bekanntlich geduldig.

Wer den Auftritt von ECE-Geschäftsführer Gerd Wilhelmus erlebte, kann, nein, muss ihn als heimlichen Chef im Ring sehen. Geradezu peinlich der kurze Film über die heile ECE-Welt, in der sich der Projektentwickler als ein Sammelbecken von Gutmenschen darstellen durfte, der den ach so gebeutelten Städten, die er bisher mit seinen Malls beglückte, so viel Gutes gebracht hat. Mit so vielen herausragenden Mietern. Wie Hollister, Apple oder Primark, um nur einige zu nennen. Dass man sich die noch als Vorbilder zu nennen traut, erfordert Chuzpe. Dieses Trio taugt zu allem möglichen, aber sicher nicht dazu. Als Wilhelmus gar verkündete, die Miete in den Malls würde nach dem erzielten Umsatz berechnet, blieb dem gesamten Auditorium das Lachen im Hals stecken.

Die Fronten blieben so, wie sie zu Beginn waren – zementiert. Jensen und Wilhelmus auf der einen, Professor Christian Muschwitz, Michael Müller und Gerd Guillaume auf der anderen Seite. Fünf Stühle – zwei Meinungen. Als der wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen, Richard Leuckefeld, feststellte, dass es nur der Mehrheit im Stadtrat zu verdanken sei, dass die Vereinbarung noch nicht unterzeichnet ist, gab es tosenden Beifall. Die Bürger hatten mit den Füßen abgestimmt. Gegen Jensen und die ECE.

Den ausführlichen Artikel zur Podiumsdiskussion finden Sie hier.

1 KOMMENTAR

  1. Auch, wenn mein Vergleich jetzt sehr dick aufgetragen sein wird, fühle ich mich bei dieser Sache doch entfernt an einen recht bekannten Ausspruch erinnert:

    „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“.

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