Mordprozess: Gericht verhängt lebenslange Haft

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TRIER.  Am Dienstag, den 25.6. wurde das Urteil im Mordprozess gegen einen 29-Jährigen aus dem Hunsrückort Breit im Landkreis Bernkastel-Wittlich verkündet (lokalo berichtete mehrfach). Das Gericht verhängte eine lebenslange Freiheitsstrafe gegen den Berufskraftfahrer.

Der Angeklagte soll im Dezember vergangenen Jahres seine ehemalige Lebensgefährtin, eine dreifache Mutter, heimtückisch erstochen haben, da diese ihn verlassen hatte. Als der Ehemann der 23-Jährigen zur Hilfe eilte, soll der Beschuldigte diesen in Tötungsabsicht außerdem schwer verletzt haben. Mehreren Zeugenaussagen zufolge wollte das Ehepaar sich erneut binden und mit den gemeinsamen Kindern eine neue Wohnung beziehen.

„Lebenslänglich wegen Mordes und versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung“, lautete das Urteil. Für das Gericht bestünde keinerlei Zweifel an der Schuld des Angeklagten, denn die Zeugenaussagen und Spurenlage seien eindeutig, so Richterin Petra Schmitz. Der 29-jährige Berufskraftfahrer habe die junge Mutter mit voller Absicht getötet und ihren Ehemann als gezieltes zweites Opfer gesehen, da der Angeklagte sich betrogen gefühlt habe.

Dabei sei nicht von einer verminderten Schuldfähigkeit des Mannes auszugehen. Der sachverständige Gutachter hatte an einem vorherigen Verhandlungstag dargelegt, dass der Angeklagte bagatellisierend, verleugnend und wenig einfühlsam sei. Diese Charakterzüge würden vom Schweregrad her allerdings keinen Krankheitswert erreichen. Mancher Wesenszug sei schlicht und einfach schlecht und müsse nicht zwangsläufig krankheitsbedingt sein, betonte die Vorsitzende Richterin bei der heutigen Urteilsverkündung.

Schließlich müsse der Tatvorgang mit dem Mordmerkmal Heimtücke versehen werden, da der Angeklagte die Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers bewusst ausgenutzt habe. Die ersten Messerstiche hatten die 23-jährige Mutter von hinten, in den nach vorne gebeugten Rücken, getroffen. Die latente Furcht des Opfers gegenüber dem Angeklagten ließe das Argument der Arglosigkeit dabei unberührt, erklärte Richterin Schmitz. Wegen beider Taten und dem festgestellten Merkmal der Heimtücke verhängte das Gericht die Höchststrafe.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (mid)

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