Einzelhandel: Untersuchung beim Nachbarn vorgestellt

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Bildquelle: Thomas Klauer/ pixelio.de

TRIER. Der vom Amt für Stadtentwicklung und Statistik herausgegebene StadtFokus 4 betrachtet die gegenwärtigen Einzelhandelsstrukturen der Stadt Luxemburg und ihrer engeren Stadtregion. Besonders die zukünftigen Entwicklungen in Luxemburg werden sich auf den Einzelhandel der Stadt Trier auswirken. Die Statistiker befürchten eine Umlenkung der Kaufkraft von Trier nach Luxemburg.

Im Jahr 2010 haben im Stadtgebiet von Luxemburg 949 Einzelhandelsbetriebe einen Umsatz von insgesamt 762,5 Mio. € erzielt. Deren Verkaufsflächen erreichten insgesamt 135.630 m². Diese Verkaufsflächenausstattung entspricht rund 1,51m² je Einwohner und liegt somit rund zwei Drittel unter dem Vergleichswert der Stadt Trier von 3,51 m² je Einwohner. Das ergab die Untersuchung „Stadt Fokus 4“, deren Ergebnisse das Amt für Stadtstatistik und Stadtentwicklung heute bekannt gab.

„Periodischer Bedarf“ gilt als umsatzstärkste Warengruppe

In der warengruppenspezifischen Analyse erzielt insbesondere der „Periodische Bedarf“ mit einer Verkaufsfläche von 32.490 m² einen Umsatz von 48,3 Prozent des im Stadtgebiet realisierten Umsatzes. Dies entspricht 368,3 Mio. €. Die Warengruppe des „Persönlichen Bedarfs“ erwirtschaftet 2010 mit einer Verkaufsfläche von 45.585 m² einen Einzelhandelsumsatz von insgesamt 217,8 Mio. €. Besonders das Kernsortiment „Fashion, Bekleidung, Wäsche“ der oben genannten Warengruppe erreicht einen Einzelhandelsumsatz von 176,1 Mio. €. Dies entspricht 23,1 Prozent des in der Stadt Luxemburg realisierten Umsatzes. Es gilt jedoch zu betonen, dass gut die Hälfte der Verkaufsflächen und der realisierten Einzelhandelsumsätze auf die beiden innenstädtischen Haupteinkaufslagen „Ville Haute“ und „Gare“ entfallen. Die „engere“ Stadtregion Luxemburg umfasst neben der Stadt Luxemburg auch die Gemeinden Strassen, Bertrange, Hesperange, Sandweiler und Walferdange. Innerhalb der „engeren“ Stadtregion hat die Stadt Luxemburg zwar 80 Prozent der Einzelhandelsbetriebe, doch umfasst sie nur 49 Prozent der Verkaufsflächen. Auch deren Einzelhandelsumsatz liegt lediglich bei 54 Prozent.

Luxemburger haben überdurchschnittliche Verkaufsflächendichte

So erzielten die in der „engeren“ Stadtregion Luxemburg ansässigen Betriebe einen Einzelhandelsumsatz von 1.417,2 Mio. €. Diese Summe wurde von insgesamt 1.180 Betrieben mit einer Verkaufsfläche von 278.180 m² realisiert. Diese Verkaufsflächenausstattung entspricht 2,26 m² je Einwohner und liegt deutlich über dem Durchschnitt in Deutschland. Er übertrifft z.B. die Verkaufsflächendichte der Städte Münster, Augsburg, Mannheim und Kiel, nicht jedoch die der Stadt Trier (3,51 m² je Einwohner). 2010 realisierten 249 Betriebe der Warengruppe „Lebensmittel, Tabakwaren“ einen Umsatz von 481,4 Mio. €. Verantwortlich hierfür sind vor allem der Hypermarkt Cactus in „La Belle Etoile“, die Cactus Verbrauchermärkte in Luxemburg, Bereldange und Hesperange sowie weitere Frische- und Verbrauchermärkte. Auf die Warengruppe „Fashion, Bekleidung, Wäsche“ entfallen 280 Einzelhandelsbetriebe mit einer Verkaufsfläche von 67.105 m². Sie erzielten einen Umsatz von insgesamt 312,4 Mio. €. Besonders die Warengruppe „Fashion, Bekleidung, Wäsche“ besitzt eine überdurchschnittliche Bedeutung. Hierzu tragen vor allem der innenstädtische Einzelhandel in Luxemburg und attraktive Angebote der Shopping Center, wie z.B. La Belle Etoile und City Concorde, bei. In der „engeren“ Stadtregion steht einem erzielten Einzelhandelsumsatz von 312,4 Mio. € ein einzelhandelsrelevantes Nachfragevolumen von 102,4 Mio. € gegenüber. Der Kaufkraftzufluss aus dem gesamten Land erreicht per Saldo 210,0 Mio. €.

Chancen und Risiken für den Trierer Einzelhandel

Trotz Wirtschafts- und Finanzkrise wird Luxemburg auch in Zukunft im europäischen Vergleich weiterhin wirtschaftlich wachsen. Dies ist auch ein Grund für das vorausgeschätzte Wachstum der Bevölkerung in Luxemburg, mit dem auch die einzelhandelsrelevante Nachfrage anwachsen wird. Luxemburg wird damit für Trier weiterhin ein wichtiger Markt. Der aktuelle Kaufkraftzufluss aus dem Großherzogtum Luxemburg nach Trier wird zwischen 140,0 Mio. € und 155,0 Mio. € geschätzt. Diese Entwicklungen sind auch ausschlaggebend dafür, dass für die Zukunft verschiedene Einzelhandelsprojekte in der Stadtregion Luxemburg geplant sind. So zum Beispiel „Royal Hamilius“, „Ville Haute“ sowie „Gare de Luxembourg“. Diese Entwicklungen in Luxemburg besitzen für die Entwicklung des Einzelhandels in Trier vielfältige Chancen und Risiken, die es kurzfristig aufzuarbeiten gilt. Ausführliche Erläuterungen können dem StadtFokus 4 entnommen werden, der unter http://www.trier.de/statistik/ einzusehen ist. (pm/red)

1 KOMMENTAR

  1. Siehe verkaufsflächendichte Trier !!!!! Damit erübrigt sich jede Diskussion über eine weitere großflächige einzelhandelsansiedlung in Trier ! Aus und Amen !

  2. @hannnes: sehr gute Analyse ! Das müsste selbst der“ Herr des Runden Tisches “ verstehen, oder will er es , aus welchen gründen auch immer, nicht verstehen!!!!!!

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