Ausgewogenheit ist anders – Einseitige Rechtsansichten beim Vortrag von Bernward Büchner

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TRIER. Angestoßen durch die fragwürdige Aktion der „Lebensschützer“ von Durchblick e.V. in den letzten Tagen mit Wurfsendungen von Embryo-Puppen, 650 Paar Kinderschuhen auf dem Hauptmarkt und zum Teil fragwürdigen Thesen über Abtreibung und der Vermischung von geschichtlich bewiesenen Tatsachen (Judenmord, Amokläufe) zu einer kruden Theorie auf Recht auf Leben, folgte im Schlepptau ein Vortrag in der Volkshochschule mit dem Thema „Abtreibung – rechtswidrig oder ein Recht?“

Am gestrigen Dienstagabend  hatten das Trierer „Bündnis für Lebensrecht und Menschenwürde“ und der Regionalverband der „Aktion Lebensrecht für Alle e.V.“ zu diesem Vortag in die Volkshochschule Trier eingeladen – Referent war der ehemalige Verwaltungsrichter Bernward Büchner, der gar die Euthanasie ins Spiel brachte.

Zu Beginn seines etwa einstündigen Vortrages vor einem rund 30-köpfigen Publikum ging Büchner zunächst auf seinen familiären Hintergrund und auf seinen Vater Franz Büchner ein, der in seiner Stellung als Direktor des Pathologischen Instituts der Medizinischen Fakultät an der Universität Freiburg im November 1941 öffentlich die nationalsozialistische Euthanasiepolitik kritisiert hatte. Des Weiteren habe sein Vater in mehreren Aufsätzen die These aufgestellt, dass „ein Mensch von der Zeugung an ein Mensch ist.“ Auf dieser Grundlage beleuchtete Bernward Büchner kurz seinen juristischen Werdegang und betonte, seit 1985 Vorsitzender der „Juristen-Vereinigung Lebensrecht e. V.“ zu sein.

Während seines Vortrages, der sich primär aus juristischer Sicht mit der „rechtswidrigen, aber straffreien“ Praxis des Schwangerschaftsabbruchs in Deutschland befasste, ging er dezidiert auf Urteile des Bundesverfassungsgerichts ein. So sei von Seiten der Bundesrichter immer wieder auf das „Lebensrecht des ungeborenen Kindes“ hingewiesen worden. 

Er kritisierte ferner das aktuell gültige Beratungsschutzgesetz, welches einer Schwangeren erlaubt, nach einer staatlich anerkannten Beratung bis zur 12. Schwangerschaftswoche straffrei abtreiben zu können. Die Beratungsstellen und deren Mitarbeiter würden sich der „Beihilfe“ schuldig machen, wenn sie den Frauen einen für den Eingriff notwendigen Nachweis über ein Gespräch aushändigen würden. Pro Familia und anderen Verbänden, die diese Beratungsstellen leiten, warf er vor, sie würden ein „Menschenrecht auf Abtreibung“ propagieren und seien daher ungeeignet, Frauen wertneutral zu beraten. Ferner seien Fälle, in denen gar keine „richtige Beratung erfolgt, gar nicht so selten.“ Exakte Zahlen bzw. Statistiken, die diese Aussage belegen, lieferte Büchner hingegen nicht.

Dadurch bedingt, dass die Krankenkassen die Kosten für eine Abtreibung erstatten und die Beratungsstellen vom Bund finanziert werden würden, könne man sagen, dass „der Steuerzahler Schwangerschaftsabbrüche subventioniert“. Kritik übte Büchner auch an der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung. Es gebe dort nur Informationsmaterialien zum Thema Verhütung, nicht aber über die Folgen und den Vorgang einer Abtreibung an sich.

Im Anschluss an den Vortrag gab es für das Publikum die Möglichkeit zur Diskussion mit Bernward Büchner. Der Frage, ob es möglich wäre, den §218 wieder in seiner ursprünglichen Fassung zu implementieren, erteilte der Jurist eine Absage: „Dafür gibt es keine politischen Mehrheiten.“ Auch glaube er nicht, dass eine Wiederkehr sinnvoll wäre. Vielmehr würde er ein gesellschaftliches Umdenken hin zu mehr Rechtsbewusstsein begrüßen und forderte die Gesetzgeber dazu auf, sich „aktiv für das Lebensrecht einzusetzen“. Auch sollten Schwangerschaftsabbrüche und Beratungsstellen nicht mehr vom Staat finanziert werden. Auf die Aussage einer Zuhörerin, sie würde mit Bedenken feststellen, dass das Bundesverfassungsgericht die Rechte von Homosexuellen immer wieder stärke, sich aber nicht nachhaltig für den Schutz ungeborenen Lebens ausspräche, erwiderte Büchner, dass auch er „große Mühe habe, das Verfassungsgericht in dieser Hinsicht zu verstehen.“ (ros)

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1 KOMMENTAR

  1. Wann geht es für diese Typen wieder zurück auf den Heimatplaneten? Oder kann man sie ggf. mit einer Zeitmaschine ins Mittelalter zurückschicken? Unfassbar, was diese „Menschen“ von sich geben.

  2. Liebes lokalo-Team, das ist wieder einmal , populistischer Journalismus. Hauptsache Andersdenke in Misskredit bringen. Für uns beginnt das Leben früher und Abtreibung ist ein Verbrechen.

  3. @Adolf: Können Sie lesen?? Der Referent bezog sich damit auf seinen Vater, der sich gegen (!!) die NS-Euthanasie gestellt hat. Aber Hauptsache mal das Schlagwort von der braunen Soße rausgelassen….
    @backtothemoon: Dass Sie Leute, die das Lebensrecht verteidigen, ins Mittelalter zurückschicken wollen, sagt mehr über Sie als über die von Ihnen Kritisierten. Die Anführungszeichen beim Wort Mensch sind allerdings ein Unverschämtheit. Offensichtlich wollen Sie Andersdenken das Menschsein absprechen. Das ist dann allerdings in der Tat „braune Soße“!

  4. Im übrigen ein weitgehend sachlicher Bericht. Lediglich die Einleitung hätte sich der Autor besser verkniffen. Es ist ausgesprochen schlechter Journalismus, bereits zu Beginn eines Artikels zu formulieren, dass man die ganze Sache für „einseitig“ und „fragwürdig“ hält. Auch die Behauptung, das in unserer Verfassung verankerte Recht auf Leben sei eine „krude Theorie“, ist nicht seriös.
    Zudem liefert der Artikel selbst überhaupt keine Argumente für die vorher getroffene Bewertung, sondern zeugt eher von einem juristisch fundierten Vortrag, der sich kritisch mit der Praxis der Abtreibung in Deutschland auseinandersetzt.

  5. Da der Referent es bei seinen fragwürdigen Argumenten gegen Abtreibung nötig hat auf seinen Vater zu verweisen,kann ich die braune Soße nur bestätigen. Menschenverachtent finde ich die Aussagen über Mitarbeiter der Beratungsstellen. Aber das dürfte spätstens nach dem letzten Absatz des Artikels, keine Überraschung sein. Eben Mittelalter!
    Ansonsten danke an LOKALO für den sachlichen Artikel!

  6. @Mensch: Da er auf seinen Vater verweist, braune Soße…!????? Sachliche und logische Argumentation???? Fehlanzeige! Ihre Stärken liegen wohl eher im Verurteilen: es ist menschenverachtent (schreibt man übrigens mit „d“ am Ende!), wenn man Beratungsstellen begründet kritisiert. Ein Kommentar erübrigt sich!

  7. Lieber Herr Straub, es ehrt Sie, dass Sie im Unterschied zu anderen Kommentatoren sachlich argumentieren anstatt mit beleidigenden Äußerungen zu agieren. In der Sache muss ich Ihnen dennoch energisch widersprechen:
    1. Büchner hat auf die vita seines Vaters verwiesen, um zu erklären, warum er sich pro life engagiert. Er hat daraus keine Legitimation für sich abgeleitet, sondern lediglich einen Teil seiner Motivation damit erklärt. Das als „braune Soße“ zu bezeichnen, wie dies zweimal hier geschehen ist, ist völlig daneben. Aber auch Ihre Hinweise auf eine angebliche Verstrickung des Vaters in den NS-Staat sind unangemessen, denn selbst wenn sie stimmen – was ich nicht beurteilen kann – diskreditieren Sie den Referenten in keinster Weise. Oder wollen Sie etwa die ganze Familie in Sippenhaftung nehmen? Ich möchte wette, dass man auch in der Familie Straub irgendwelche Parteigänger der Nazis findet, wenn man lange genug sucht. Ich käme aber niemals auf die Idee, Sie dafür irgendwie verantwortlich zu machen.
    2. Ganz entschieden falsch ist Ihre Behauptung, dass die veranstaltenden Vereine Schwangere oder Väter oder Beraterinnen pauschal beschuldigt oder verurteilt würden. Es wurde mehrmals betont, dass es gerade darum nicht gehe. Im Übrigen ist es natürlich ein Totschlagargument, wenn man jede Kritik direkt als Pauschalverurteilung interpretiert, denn dann kann man gar nichts mehr hinterfragen.
    3. Das Bundesverfassungsgericht spricht selbst von der Tötung ungeborenen Lebens und einem Lebensrecht des Kindes auch gegenüber der Mutter. Allein die Tatsache, dass der §218 StGB im Kontext anderer Tötungsdelikte steht, zeigt, dass der Gesetzgeber die ABtreibung zweifellos als Tötungshandlung ansieht. Es ist daher alles andere als krude, wenn man auf den Widerspruch zwischen dem in mehreren BVG-Urteilen deutlich formulierten Lebensrecht des Kindes und den hohen Abtreibungszahlen hinweist. Sie lösen diesen Widerspruch scheinbar dadurch auf, dass Sie die Intention des Gesetzgebers, mit Hilfe von Straffreiheit und Beratung das Leben zu schützen, umdeuten in ein irgendwie geartetes Recht der Frau über das Leben ihres Kindes zu entscheiden. Ich will Ihnen nicht zu nahe treten, aber die juristische Kompetenz eines ausgewiesenen Fachmanns wie Büchner dürfte Ihre laienhafte Meinung doch weit übersteigen. Im Übrigen hat der Referent ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das BVG selbst die Politik verpflichtet hat, die Schutzwirkung des reformierten Paragraphen 218 regelmäßig zu überprüfen und das Gesetz gegebenenfalls nachzubessern. Eine solche Verpflichtung wäre völlig unsinnig, wenn es ein Recht der Frau auf Abtreibung gäbe. Nicht zuletzt würde es mich interessieren, wie Sie Artikel 2 Grundgesetz mit einem solchen Recht in Einklang bringen wollen. Das scheint mir in der Tat nur möglich durch irgendwelche kruden Konstruktionen, die einerseits zwar Menschenwürde und Lebensrecht des Kindes anerkennen, andererseits aber seine Tötung zu einem Recht Dritter erklären.
    4. Wer sich kritisch gegenüber der staatlichen Förderung homosexueller Lebensmodelle ausspricht, relativiert damit in keinster Weise das Lebensrecht dieser Menschen. Ich kann mich nicht erinnern, dass irgendjemand im Rahmen des Vortrags gefordert hat, Homosexuellen das Leben zu nehmen,ihre Bürgerrechte einzuschränken oder die Freiheit des selbst gewählten Lebensentwurfs zu bestreiten. Von daher ist Ihr Argument einer Widersprüchlichkeit zur Forderung nach mehr Respekt vor dem Lebensrecht aller Menschen völlig unpassend.
    5. Ich habe Ihren Artikel als weitgehend sachlich bezeichnet und dabei bleibe ich auch. Journalistisch schlecht ist ganz einfach die Tatsache, dass Sie in einem Bericht (nicht Kommentar!) schon in die Überschrift und in die Einleitung Ihre persönliche Meinung einfliessen lassen. Der Leser wird also schon vor der eigenen Lektüre dahingehend gepolt, dass der Vortrag einseitig und die ganzen Aktionen fragwürdig und krude waren. Das ist nun mal ein eklatanter Verstoß gegen journalistische Grundsätze und hat nichts mit dem Recht auf Kritik zu tun, das Ihnen selbstverständlich zusteht. Ihre Leserinnen und Leser wollen wissen, was der Referent gesagt hat, um sich dann selbst ein Urteil bilden zu können, und nicht schon zu Beginn eine fertige Bewertung serviert bekommen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Asterix

  8. Lieber Asterix,
    als Autor dieses Artikels sehe ich mich in der Pflicht, Ihrer Argumentation hier in den Kommentaren zu widersprechen. Zu Anfang möchte ich damit beginnen, dass Bernward Büchner seinen Vortrag mit einem Verweis auf seinen Vater begonnen hat, der, wie in meinem Artikel geschrieben und auch von Ihnen richtig wiedergegeben, einer der wenigen prominenten Mediziner in der NS-Zeit war, die sich gegen die Euthanasie ausgesprochen haben. Fakt ist aber auch, dass Franz Büchner trotz seiner Kritik Mitglied in zahlreichen NS-Organisationen war. Auch war er nach seiner 1941 geäußerten Kritik weiterhin als Leitender Wissenschaftler des „Institut für Luftfahrtmedizinische Pathologie des Reichsluftfahrtministeriums“ tätig. Ich möchte damit nun nicht die Vita oder die Person von Franz Büchner in irgendeiner Weise kritisieren oder bewerten, allerdings zielte Bernward Büchner ja mit dem Verweis auf die Euthanasiekritik seines Vaters auf eine gewisse Legitimation seiner eignen Person ab und stellt somit Euthanasie und Abtreibung in einen Zusammenhang.
    Desweiteren ist es Fakt, dass der Großteil der Gesellschaft den Methoden, Ansichten und Zielsetzungen von Durchblick e.V. und den weiteren Veranstaltern und Initiatoren dieser Podiumsdiskussion, der Demonstration am Hauptmarkt letzten Samstag und der „Embryonen-Wurfsendung“ differenzierter bzw. ablehnend gegenübersteht. Das wurde während des Vortrags indirekt deutlich, da Büchner angab, dass nur rund 13% der Bevölkerung in diesem Land einen Schwangerschaftsabbruch für moralisch verwerflich, neudeutsch als „no-go“, ansehen. Die Bewertung dieser Zahlen fällt schwer, da auch ich ganz persönlich einen differenzierten und auch durchaus kritischen Blick auf diese Thematik habe. Was mir bei Ihnen und den Initiatoren allerdings missfällt, ist die Tatsache, dass Schwangere, die über eine Abtreibung nachdenken (aus welchen Gründen auch immer), pauschal als moralisch verwerfliche Menschen dargestellt werden, wie es bei der Podiumsdiskussion auch deutlich wurde. Da hilft es auch nicht, dass die Vereine in der Pressemitteilung zu ihren Wurfsendungen betonen, niemanden verurteilen zu wollen. Nachdem aus dem Publikum am Dienstag die Frage aufkam, inwieweit denn auch die Väter moralische Verantwortung hätten, wurden diese ebenfalls pauschal in „Sippenhaft“ genommen und dargestellt, als würden jene ihre Frauen und Freundinnen zur Abtreibung nötigen. Auch die Beratungsmitarbeiter wurden im Vortrag pauschal als Menschen dargestellt, die Schwangere regelrecht zu einem Abbruch drängen, nur weil diese den betroffenen Frauen auch die Möglichkeit lassen, sich für einen Abbruch zu entscheiden. Eine „krude Theorie“ ist Ihre Kausalkette aus diesem Grund, dass das Bundesverfassungsgericht zwar jedem Menschen das Recht auf Leben zuspricht und (aufgrund der juristischen Rahmenbedingungen) auch keinem absprechen kann und darf, die Straffreiheit eines Schwangerschaftsabbruch aber explizit herrausstellt und damit den Schwangeren indirekt ein Recht zuspricht, darüber entscheiden zu können das Kind auszutragen oder nicht, Vereine wie Durchblick e.V. und das „Bündnis für Lebensrecht und Menschenwürde“ dies aber als Tötung bzw. Mord darstellen und somit einen „kruden“ Zusammenhang zwischen dem verfassungsmäßigen Recht auf Leben und einer Abtreibung herstellen, die so von den Bundesrichtern nicht geteilt wird bzw. beabsichtigt war. Ihre juristischen Argumente sind somit einseitig.
    Des weiteren mag der Vortrag juristisch sachlich geführt worden sein, dennoch kamen immer wieder Ansichten und Meinungen, auch bei den Zuhörern, zu Tage, die meiner Meinung nach konträr zu dem von Ihnen geforderten Lebensrecht für alle stehen. Zu nennen ist da die scheinbar mangelnde Akzeptanz für alternative Lebensmodelle, die sich beispielsweise dahingehend äußerte, dass die Gleichstellung von homosexuellen Lebenspartnerschaften als „unsäglich“ hingestellt und Büchner dem indirekt zugestimmt hat.
    Ich weiß nicht, inwieweit Sie journalistischen Sachverstand oder Erfahrung haben, um meinen Artikel als „schlecht“ und „nicht seriös“ zu charakterisieren, nur weil dieser Ihnen in Ihrer Meinung bzw. Ihrem Weltbild zuwider ist, dennoch respektiere ich Ihre Ansichten und Meinungen, ebenso wie Sie die aller anderen Kommentatoren achten sollten, auch wenn Sie den Aussagen nicht zustimmen können. Meinungspluralismus ist eines der schützenswertesten Güter unseres Grundgesetzes und ich als Medienvertreter habe dies noch ungleich stärker zu achten. Aufgabe der Medien ist es aber auch, Kritik zu üben wo sie angebracht erscheint. Diese Kritik mag Ihnen nicht passen, diese Kritik mag auch anderen Journalisten nicht passen, dennoch ist sie sachlich fundiert und überprüfbar.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Roman Straub

  9. Anmerkung: Aufgrund einer Bearbeitung meines ersten Kommentars ist dieser chronologisch hinter den von „Asterix“ gesetzt, mein Kommentar ist logischerweise zuerst erschienen.

    Ich möchte, auch wenn ich die sachliche Diskussion sehr schätze, mich nun aus dieser zurückziehen. Ich denke, es wurden hinreichend Argumente beider Seiten ausgetauscht, die es einem kritischen Leser ermöglichen, sich selbst eine Meinung zu diesem schwierigen gesellschaftlichen Thema zu bilden. Vielleicht wäre eine öffentliche Podiumsdiskussion eine Möglichkeit, Abtreibungsbefürworter- und Gegner, sowie Vertreter der Presse in einem sachlichen Dialog zu vereinen.

  10. Noch etwas Herr Straub: Wie ich sehe, haben Sie Ihre Informationen über Franz Büchner, den Vater des Referenten, aus Wikipedia. Das alleine genügt schon, hier ein großes Fragzeichen zu setzen. Hinzu kommt, dass in dem WP-Artikel die Angaben zur Mitgliedschaft in NS-Organisationen nicht belegt sind (!!), was klar den Wikipedia-Regeln widerspricht. Im Gegensatz dazu ist nachgewiesen, dass Franz Büchner als einer der ganz wenigen namhaften Ärzte sich damals öffentlich gegen die Euthanasiepolitik der Nazis ausgesprochen hat. Das bedeutete für ihn eine erhebliches Risiko für seine berufliche Existenz, ja sogar für seine Freiheit und sein Leben. Ich weiß nicht, ob es uns angesichts dessen zusteht, ein Urteil über in anderen Bereichen vielleicht zu geringen Widerstand zu fällen. Ich behaupte, dass die meisten derer, die heute vollmundig über das angebliche Versagen unserer Vorfahren schwadronieren, bei der ersten kleinen Bedrohung ihrer eigenen Interessen die Flucht ergreifen würden. Ohne die Verbrechen der Nazis irgendwie zu relativieren, sollten wir uns hier größere Zurückhaltung auferlegen. Wer weiß, wie spätere Generationen einmal darüber urteilen werden, dass in Deutschland in den letzten 20 Jahren etwa 4 Millionen (!!) ungeborene Kinder straffrei und unter Mithilfe des Staates und der Krankenkassen getötet worden sind, weil es angeblich nicht möglich war sie zur Welt zu bringen. Die unmittelbaren Folgen des Fehlens dieser Kinder werden wir alle in den nächsten Jahrzehnten unter dem Stichwort „demographischer Wandel“ jedenfalls schon zu spüren bekommen.

  11. Lieber Asterix,

    wie ich bereits ausgeführt habe, wollte ich die Tätigkeiten von Franz Büchner weder kritisieren oder in irgendeiner Weise bewerten. Des weiteren habe ich diese Informationen nicht von Wikipedia, tatsächlichen haben Wikipedia und ich diesselbe Quelle: Jegliche Informationen, die ich für diesen Artikel verwendet habe stammen aus dem „Personenlexikon zum Dritten Reich“ von Ernst Klee, worauf ich bereits im Vorfeld des Vortrages in der Bibliothek der Universität Trier zwecks Recherche zum Referenten zugegriffen habe. Jegliche Informationen in meinem Artikel sind durch Angaben in diesem Buch belegbar. Ich stimme Ihnen ferner zu, dass „ein Urteil über in anderen Bereichen vielleicht zu geringen Widerstand“ nicht zu fällen ist, dies war auch nicht meine Intention und das habe ich in meinem Artikel auch nicht getan.

    Desweiteren ziehe ich mich, wie bereits angekündigt, nun aus dieser Diskussion zurück.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Roman Straub

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