„Wir wollten uns nur den Sonnenaufgang ansehen!“

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TRIER. Am vergangenen Freitag löste eine Klettertour auf die Porta Nigra einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr aus (lokalo berichtete). Die beiden jungen Männer, die auf das berühmte Wahrzeichen Triers geklettert waren, müssen wohl die Kosten des Einsatzes tragen. lokalo sprach exklusiv mit einem der beiden Kletterer.

Lars ist 21 Jahre alt, studiert Betriebswirtschaftslehre an der Universität Trier und interessiert sich für Fußball. Eigentlich keine ungewöhnliche Beschreibung für einen Studenten, doch der gebürtige Freiburger war am vergangenen Freitag verantwortlich für einen ungewöhnlichen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr. Er kletterte gemeinsam mit einem Freund auf die Porta Nigra. Mit lokalo sprach er über die wohl teuerste Klettertour seines Lebens.

Lars, wieso seid ihr am frühen Morgen auf die Porta geklettert?

Lars: Nun ja, ein Kumpel und ich waren zuvor gemeinsam feiern gewesen und wollten danach eigentlich nach Hause fahren. Der Bus wäre aber erst in einer halben Stunde da gewesen und so kamen wir auf die Idee, dass es doch schön wäre, den Sonnenaufgang vom Dach der Porta zu betrachten. Die Idee kam vollkommen spontan.

Wie seid ihr denn überhaupt da hoch gekommen?

Lars: Zuerst sind wir über das Baugerüst am Durchgang hoch, dann durch das Gebäude selbst und nochmals über ein Gerüst bis aufs Dach.

Was habt ihr gemacht, als ihr oben wart?

Lars: Wir haben dort gesessen, geredet und uns denn Sonnenaufgang angesehen. Ein paar Fotos vom Ausblick sind ebenfalls entstanden.

Wart ihr euch der Gefahr bewusst?

Lars: Um ehrlich zu sein, habe ich in der Situation nicht viel nachgedacht. Auch nicht über die Gefahr und. die Konsequenzen, die die Tour haben könnte. Wie gesagt, es war eine spontane Aktion.

Wann habt ihr bemerkt, dass eure Kletterpartie zu einem Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr geführt hat?

Lars: Erst als wir schon wieder auf dem Weg nach unten waren, dort standen dann überall Einsatzfahrzeuge. Wir wurden außerdem ermahnt, nun unverzüglich hinunter zu kommen.

Was geschah, als ihr unten wart?

Lars: Wir wurden auf Drogen oder sonstige Gegenstände untersucht. Danach sagte einer der Beamten, dass dies wohl ein teurer Spaß werden würde. In dem Moment fand ich das alles etwas überzogen. Jetzt, mit dem entsprechenden Abstand, muss ich zugeben, dass die Beamten im Recht sind.

Welche Konsequenzen erwarten euch nun?

Lars: Wir werden wohl auf jeden Fall die Kosten des Einsatzes tragen müssen. Über die Höhe des Betrages kann ich selbst nichts sagen, ich habe bisher keine Nachricht von der Polizei oder der Stadt erhalten. Ob wir noch mehr zu befürchten haben, weiß ich nicht.

Würdest du eine solche Aktion noch einmal machen?

Lars: Nein! Ich ärgere mich im Moment maßlos über das Geld, was wir dafür hinblättern müssen. Das hätten wir sicher sinnvoller ausgeben können. Aber nochmals: Es war eine spontane Aktion, bei der wir nie vorhatten, uns, geschweige denn andere, auf irgendeine Weise in Gefahr zu bringen. Ich denke in ein paar Monaten werde ich drüber lachen können, momentan ist das noch nicht drin. Es war ein einzigartiger Moment oben, das muss ich zugeben. Aber sicher ist auch, dass wir das gleich zwei Mal gemacht haben. Nämlich das erste und das letzte Mal – definitiv.

Das Interview führte Roman Straub

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