„Riesiger Informationsbedarf“: Grüne diskutieren über ECE

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Bildquelle: B90 / Die Grünen

TRIER. Schon im Rahmen einer Diskussionsrunde vor einigen Wochen (lokalo berichtete) positionierten sich die Trier Grünen gegen die Pläne des Investors ECE. In der gestrigen Mitgliederversammlung bekräftigten sie ihren Protest. Ein Flugblatt soll die Bevölkerung informieren.

„ECE ist mehr als nur ein Wahlkampfthema, es ist eine Grundsatzfrage“, sagt Wolf Buchmann, Schatzmeister des Trierer Stadtverbandes der Grünen, kämpferisch. Entsprechend viel Raum nahm der Tagesordnungspunkt im Rahmen der gestrigen Mitgliederversammlung ein. Zur Dispositon standen vor allem gemeinsame Forderungen an die Stadt, die mittels eines Flugblattes auch der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden sollen. Corinna Rüffer, Mitglied der grünen Stadtratsfraktion, hält eine offensive Öffentlichkeitsarbeit für wichtig: „Mein Eindruck ist, dass die meisten Leute noch gar nicht auf dem Schirm haben, was da vor sich geht. Wenn man es ihnen dann erklärt, sind sie entsetzt.“ Buchmann pflichtet bei: „Da besteht noch ein riesiger Informationsbedarf.“

Die Grünen fordern vor allem, dass zum jetzigen Zeitpunkt kein Vertrag mit nur einem Investor geschlossen wird. Zunächst müsse von einem unabhängigen Gutachter geklärt werden, ob ein drittes Einkaufszentrum in der Stadt überhaupt Sinn macht. Dieser Gutachter müsse ausschließlich von der Stadt selbst finanziert werden. „Wird der Gutachter dagegen von ECE finanziert, ist das so ähnlich als würden Sie zum VW- Händler gehen und ihn fragen, von welcher Auto- Marke Sie ihren nächsten PKW beziehen sollen“, sagt Buchmann. Darüber hinaus fordern die Grünen, dass Bürgerbeteiligung keine leere Phrase bleibt. Die Trierer Bürger und Bürgerinnen müssen „die Möglichkeit zur Beteiligung an allen Entscheidungen bekommen“, heißt es im Antrag. Dass die Öffentlichkeit sich beteiligen möchte, glaubt Corinna Rüffer, Mitglied der Stadtratsfraktion der Grünen: „Ich gehe fest davon aus, dass es eine Bürgerinitiative geben wird.“ Der Widerstand gegen Investor ECE ist bei den Grünen ungebrochen: „Wilhelmus ist ein kleiner Teufel“, wetterte Gudrun Backes. Dennoch halten die Grünen grundsätzlich eine Untersuchung zur Lage des Trierer Einzelhandels für sinnvoll. „Der Handel steht derzeit mit dem Rücken zur Wand“, sagt Richard Leuckefeld.

Die Grünen sehen sich mit ihren Forderungen derzeit in einer komfortablen Situation. „IHK, HWK und die City- Initiative stehen hinter uns. Die Stadt kann es sich also gar nicht leisten, einen abhängigen Gutachter zu beauftragen“, ist Leuckefeld zuversichtlich. Unversöhnlich zeigten sich die Grünen gegenüber der SPD. Diese haben sich bislang wenig kritisch geäußert, was offenbar für Verwirrung in den grünen Reihen sorgt. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die SPD das alles einfach so kritiklos hinnimmt“, wundert sich Ewald Adams, Geschäftsführer des Trierer Stadtverbandes. Rüffer hält dagegen: „Die SPD zeigt sich insgesamt schon eher konsumorientiert.“ Nur wenige Änderungsanträge gingen im Rahmen der Mitgliederversammlung ein, die Grünen demonstrierten ob ihrer gemeinsamen Forderungen und der Gestaltung des Flugblattes Einigkeit. Verabschiedet wurde allerdings noch nichts. (lb)

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