München in Indien – Eine Reise durch Raum und Zeit

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Das Broadway-Kino in Trier, bekannt für seine gemütliche Atmosphäre, lud am 04.06. zu einem Filmeabend der etwas anderen Art ein. „München in Indien“ lautete das Motto des Abends. Der gleichnamige Film ist eine Dokumentation über das spannende Leben des Künstlers Fritz-München, den nach der Beendigung seines Kunststudiums 1932 in München das Fernweh packte. 

 

Er begab sich mit seiner Frau auf eine lange Schiffstour von Marseille nach Indien. Dieser atemberaubende Subkontinent zog ihn sofort in seinen  Bann und mit Hilfe seiner 16mm-Filmkamera sog Fritz-München alle wundervollen Eindrücke auf. Er versuchte sein Glück bei den Maharajas, die sein Talent schnell erkannten und ihn Portraits von sich zeichnen ließen. Schnell bekam er mehr Aufträge und verdiente sich eine Menge Silbermünzen mit diesen Portraitzeichnungen.

Auf den Spuren seines Großvaters Fritz-München, machte sich Konstantin Fritz auf nach Indien, um die Wege, die sein Großvater einst beschritten hatte, zu ergründen. Er besuchte viele Tempel und wurde mit offenen Armen empfangen, dabei wurden ihm natürlich auch die Bilder seines Großvaters gezeigt und aufregende Geschichten erzählt. Für Konstantin war die Freude riesig, nicht nur darüber, dass er die Spuren seines Großvaters zurückverfolgen konnte, sondern auch, weil er die sonst nur in schwarz-weiß gesehenen Bilder nun auch in Farbe bewundern durfte.

Als bis heute einziger Hofmaler der Maharajas hat Fritz-München Geschichte geschrieben und seine eigene war zusätzlich geprägt durch den Nationalsozialismus in Deutschland. Zwischen 1932 und 1937 bereiste er insgesamt fünfmal den riesigen Subkontinent, nach der Machtergreifung des Nazi-Regimes war es ihm jedoch leider nicht mehr möglich an weitere Aufträge in Indien zu gelangen. Somit musste er sich für immer von seiner magischen Zweitheimat verabschieden.

Der Film zeigt in eindrucksvollen Original Schwarz-Weiß-Aufnahmen das alte Indien und thematisiert durch die aktuelle Reise des Enkels, auch das Indien des 20. Jahrhunderts. Beide Erzählstränge ergänzen sich und sind wunderbar passend aufeinander abgestimmt. Das Hintergrundwissen wird durch Interviews mit Zeitzeugen und kurzen Informationen zur Geschichte der damaligen Zeit für die Zuschauer attraktiv und abwechslungsreich gestaltet. Alles in allem ein wahnsinnig eindrücklicher und spannender Film, der die Reiselust und Fernweh weckt.

Das Broadway-Kino in Trier gibt es seit 1994 und es ist bis heute „Ein Kino mit Charakter“. Nicht nur, wegen des Ambientes, sondern auch wegen des stets aufmerksamen und freundlichen Personals. Ab Juli werden die Vorführungen im  Broadway komplett auf digitalisiert, zudem wird die Klimaanlage erneuert, denn der Wohlfühlfaktor ist den Betreibern des Broadway ebenso wichtig, wie ein abwechslungsreiches Filmangebot. Der Film „München in Indien“ war mit drei Spielzeiten ein voller Erfolg. Sogar ein Kurs der Medienwissenschaft machte den Film zum Thema und besuchte eine Vorführung. Besondere Highlights im Monat Juni sind neben dem letzten Musical „Moulin Rouge“ aus der Musicalreihe auch das Hinterhofkino. Ein Erlebnis der besonderen und etwas anderen Art – jedoch nur für Hartgesottene. Zum Horrorfilm „Pandorum“ gelangt man nur durch den Hinterhof. Außerdem dürfen sich Kino-Enthusiasten im Monat Juni auf die neuen Filme im Programm freuen. Darunter „Gambit“ und „Promised Land“ ( ab 20.6.). 
Wer mal wieder Lust auf Kino in gemütlicher und freundlicher Atmosphäre hat, ist im  Broadway richtig aufgehoben. (red/SaFa)

http://www.broadway-trier.de/

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