Dritter Verhandlungstag im Mordprozess

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TRIER. Am Dienstag, den 11.6. ging der Mordprozess gegen einen 29-jährigen Mann aus Breit (Landkreis Bernkastel-Wittlich) in seinen dritten Verhandlungstag (lokalo berichtete). Dem Angeklagten wird vorgeworfen seine ehemalige Lebensgefährtin heimtückisch getötet zu haben. Außerdem soll er einen weiteren Tötungsversuch an dem von ihr getrennt lebenden Ehemann ausgeübt haben. Zur heutigen Verhandlung waren weitere acht Zeugen geladen.

Laut Anklageschrift wird dem Berufskraftfahrer vorgeworfen am Abend des 13. Dezember 2012 dem Tatopfer in Tötungsabsicht viermal mit einem Steakmesser in den Rücken gestochen zu haben, während sie sich über das Kinderbett ihres Sohnes beugte. Als sie rückwärts zu Boden fiel, soll der Angeklagte ihr weitere fünf Stiche in den seitlichen und vorderen Oberkörper versetzt haben. Das spätere Tatopfer soll dem Beschuldigten zuvor mehrfach mitgeteilt haben, dass sie sich von ihm trennen werde und ihm am Tattag eine SMS geschrieben haben, dass sie am frühen Abend kommen werde, um anlässlich der Trennung persönliche Dinge aus der gemeinsamen Wohnung abzuholen. Außerdem soll der Angeklagte auf den Ehemann des Opfers eingestürmt sein und diesen mit drei Stichen an Schulter und Kopf verletzt haben, als dieser ihr zur Hilfe eilte.

Am dritten Prozesstag wurden acht Zeugen gehört. Unter ihnen Polizeibeamte der Polizeiinspektion Morbach, der Kriminaldirektion Idar-Oberstein und der Kriminalpolizei Trier, welche am Abend des 13. Dezember nach der Tat am Ort des Geschehens in Breit zugegen waren und den Angeklagten in Gewahrsam genommen hatten. Die Zeugenaussagen deckten sich weitestgehend. Demnach soll sich der Beschuldigte kurze Zeit nach der Tat teilweise geständig gezeigt und bestätigt haben, dass er das Tatmesser aus der Küche des gemeinsamen Hauses entnommen habe. Dabei soll der Angeklagte bei der Festnahme und dem späteren Verhör sehr ruhig gewirkt und keinen Widerstand geleistet haben. „Er machte einen fast teilnahmslosen Eindruck auf mich“, gab ein Polizeibeamter der Polizeiinspektion Morbach zu.

Im Portemonnaie des Angeklagten wurden bei späterer Durchsuchung seiner Kleidung  eine „Psychische Beratungsliste“ mit Telefonnummern und ein „Notfallplan“ gefunden. Letzterer erwies sich als stichwortartige Anleitung im Falle eines psychischen Kontrollverlustes. Nach Angaben seiner Rechtsanwältin Sylvia Karrenbauer wird sich der Angeklagte in der Hauptverhandlung am kommenden Dienstag den 18.6. zumindest zu seinem Lebenslauf äußern. Außerdem sollen zwei weitere Zeugen gehört werden. (mid)

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