Ein kunterbunter Viehmarkt feiert

0

TRIER. Zum 18. Mal veranstaltete der Beirat für Migration und Integration das „Internationale Fest“. Dreizehn Nationen präsentierten kulturelle und kulinarische Spezialitäten aus ihrer Heimat. Nicht zum ersten Mal dabei, aber zum ersten Mal als Ministerpräsidentin nahm auch Malu Dreyer teil.

Es brodelt im Topf von Erika Komann, Ildiko Havasi und Nikolaus Breszan. Emsig rühren sie ein traditionell ungarisches Gulasch um. Alle drei gehören der Deutsch- Ungarischen Gesellschaft an. Anlässlich des 18. Internationalen Festes am Viehmarkt zeigen sie, neben vielen anderen Nationen, was ihre Heimat kulinarisch kann. Gleich neben an erklärt Daniel Fischer, was koscheren Wein ausmacht. „Der Weinberg darf nur sechs Jahre am Stück bewirtet werden, es darf nur mineralischer Dünger verwendet werden und eine Nachlese gibt es nicht. Trauben, die übrig bleiben, werden den Armen gespendet“, erklärt der stellvertretende Vorsitzende der Deutsch- Israelischen Gesellschaft einem interessierten Besucher. Drinnen im Festzelt geht es da schon politischer zu. Dr. Maria Duran- Kremer, Vorsitzende des Beirats für Migration und Integration, appelliert an die anwesende Politprominenz für eine Änderung der Verfassung: „Die Hälfte der Migranten in Deutschland kommt aus Nicht- EU Ländern, kann also nicht wählen. Das darf nicht sein.“ Auch die doppelte Staatsbürgerschaft einzuführen, sei notwendig. Die prominenteste Rednerin des Tages, die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer, stimmt ein: „Es ist nicht vertretbar, dass die Menschen sich zwischen ihrer Heimat und Deutschland entscheiden müssen.“ Die Landesregierung setze sich für die Ausweitung des Wahlrechts und die doppelte Staatsbürgerschaft ein. Ernste Töne schlägt die Ministerpräsidentin an, als sie an die Morde der Terrorzelle NSU erinnert: „Wir haben die Verpflichtung, zu fragen, wie es soweit kommen konnte. Es erfüllt mich mit Scham.“ Dessen ungeachtet ist die Stimmung gut auf dem Internationalen Fest.Die Gruppe „Mamafrika“ bringt mit Tanz und Trommeleinlagen afrikanisches Flair auf den Viehmarkt, später am Abend zeigen die Leyendecker Bloas, wie Stimmung auf trierisch geht. Das sonnige Wetter kommt der Veranstaltung gelegen, das Internationale Fest ist gut besucht. Alle Beteiligten zeigen, was Dreyer meint, wenn sie fordert: „Bringen Sie Ihre Kultur in unser Land mit ein.“ (lb)

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.