Brandstiftungs-Prozess wird fortgesetzt – Mutter des Opfers belastet Angeklagten

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TRIER. Am Mittwoch wurde der Prozess gegen einen 30-jährigen Mann aus dem Raum Wittlich fortgesetzt (lokalo berichtete), der sich vor dem Landgericht Trier wegen Versuchter Schwerer Brandstiftung, Bedrohung und Schwerer Körperverletzung verantworten muss. Zwei Zeugen waren geladen, von denen nur einer aussagte und den Angeklagten belastete.

Laut Anklageschrift befand sich der Angeklagte R. im Herbst 2012 wegen der Gefahr der Selbsttötung in einer psychiatrischen Einrichtung. Bei seiner Entlassung wurde er von seiner ehemaligen Lebensgefährtin abgeholt. Zu Hause angekommen, soll er sie körperlich misshandelt haben. Darüber hinaus soll er Gegenstände nach ihr geworfen, sie getreten und geschlagen haben. Aus Angst verließ die Frau die Wohnung und lief die Straße entlang. Nach einigen Metern soll ihr ihre Mutter mit dem Auto entgegengekommen sein. Sie stieg ein und wollte zurück nach Hause fahren. Der Angeklagte hatte zu diesem Zeitpunkt die Wohnung bereits verlassen. Trotz fehlender Fahrerlaubnis stieg er in den Wagen seiner Lebensgefährtin und nahm die Verfolgung auf. Als er den Wagen der Schwiegermutter erkannte, steuerte er frontal auf diesen zu. Fast wäre es zu einem Aufprall gekommen, doch der Angeklagte bremste im letzten Augenblick. Nach eigenen Aussagen, hatte er den Unfall “billigend in Kauf genommen.“ Er verließ den PKW und lief auf den anderen Wagen zu. Dort soll er mit den folgenden Worten gedroht haben: “Jetzt fackel ich das Haus ab, denn wenn ich gehe, gehst du mit.“ Unmittelbar danach soll er wieder zur Wohnung zurückgefahren sein, wo er einen Blumenkübel überfuhr. Sofort rannte er in den Keller, wo er einen Benzinkanister holte. Diesen soll er in der Wohnung entleert haben. Auch ein Feuerzeug hatte er angeblich schon griffbereit. Allerdings holte er zunächst noch einen weiteren Kanister aus dem Keller. Als er wieder in die Wohnung zurückkam, erschienen die von den Bedrohten inzwischen verständigten Polizisten, die ihn abführen mussten.

In der letzten Verhandlung sagten bereits sechs Zeugen aus, die R. stark belasteten. Darunter befand sich auch seine ehemalige Lebensgefährtin. Zum heutigen Fortsetzungstermin waren zwei weitere Zeugen geladen:

Der Vater des Angeklagten, der die Aussage verweigerte. Zum anderen seine Schwiegermutter.  

Als die 70-jährige Rentnerin den Gerichtssaal betrat, klingelte zunächst ihr Handy. Sichtlich nervös und peinlich berührt öffnete sie ihre Handtasche, drückte den Anrufer weg und entschuldigte sich mehrfach. Als sie im Zeugenstand Platz nahm klingelte das Telefon erneut. “Kümmern Sie sich erst mal in aller Ruhe um Ihr Telefon. Wir haben genug Zeit“, beruhigte die Vorsitzende Richterin Petra Schmitz die Zeugin. Nach ungefähr 30 Sekunden war das Problem behoben und die Vernehmung konnte beginnen. Sie berichtete über die Beziehung zwischen R. und ihrer Tochter. Diese sei zu Beginn schwierig gewesen. Streitigkeiten waren an der Tagesordnung. Erst als ihre Tochter schwanger wurde, verbesserte sich das Verhältnis. Nach der Geburt des Kindes habe sich R. recht schnell jeglicher Verantwortung entzogen. Die Erziehung überließ er komplett seiner Partnerin und deren Mutter. Das Kind hielt sich vorwiegend bei der Schwiegermutter auf. “Auf der einen Seite beschwerte sich R. darüber, das Kind sei zu oft bei mir. Wenn es dann mal bei ihm war, ging es ihm sehr schnell auf die Nerven“, so die Zeugin. Ab Frühling 2012 hielt sich der Angeklagte nur noch selten im Haus der Partnerin auf. Er fuhr häufig nach Koblenz zu seinem Vater.

Die Rentnerin bestätigte die Anklageschrift nahezu vollständig. Sie fügte hinzu, dass „meine Tochter und ich Todesangst hatten, als R. mit dem Auto auf uns zusteuerte. Ich war mir sicher, dass er uns rammen würde.“ Der Strafverteidiger des Angeklagten, Otmar Schaffarczyk aus Trier, wollte von ihr detaillierte Informationen über die Situation im Haus haben, als sein Mandant den zweiten Benzinkanister hochtrug. „War R. im Keller ansprechbar? Hat er sie überhaupt wahrgenommen“, frage der Rechtsanwalt. Entschieden teile die Zeugin ihm mit, dass er sie sehr wohl wahrgenommen und weggestoßen habe, um die Kellertreppe wieder hoch zu gehen.

Der Prozess wird am 07.06. um 09:00 Uhr fortgesetzt. Die Richterin Schmitz geht davon aus, dass an diesem Termin das Urteil gesprochen werden wird. (tw)

 

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