Mordprozess hat begonnen

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TRIER. Am Dienstag, den 28. Mai ist der Mord-Prozess gegen einen 29-Jährigen aus dem Landkreis Bernkastel-Wittlich eröffnet worden. Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, seine ehemalige Lebensgefährtin, eine dreifache 23-jährige Mutter, heimtückisch getötet und einen weiteren Tötungsversuch an ihrem getrennt lebenden Ehemann ausgeübt zu haben. 

Laut der Staatsanwaltschaft Trier soll der Angeklagte am Abend des 13. Dezember 2012 dem Tatopfer in Tötungsabsicht viermal mit einem Steakmesser in den Rücken gestochen haben, während sie sich über das Kinderbett ihres Sohnes beugte. Als sie rückwärts zu Boden fiel, soll der Berufskraftfahrer ihr weitere fünf Stiche in den seitlichen und vorderen Oberkörper versetzt haben. Das spätere Tatopfer soll dem Angeklagten zuvor mehrfach mitgeteilt haben, dass sie sich von ihm trennen werde und ihm am Tattag eine SMS geschrieben haben, dass sie am frühen Abend vorbeikommen werde, um anlässlich der Trennung persönliche Dinge aus der gemeinsamen Wohnung abzuholen. Außerdem soll der Angeklagte auf den Ehemann des Opfers eingestürmt sein und diesen mit drei Stichen an Schulter und Kopf verletzt haben, als dieser ihr zur Hilfe eilte. Ihr Ehemann und ein ehemaliger Lebensgefährte ihrer Mutter wollten dem späteren Tatopfer Geleitschutz geben und ihr beim Abholen ihres Eigentums behilflich sein.

„Sie hatte panische Angst zu ihm zu fahren“, berichtet der Ehemann der Getöteten. „Als ich sie und die Kinder am Morgen des 13. Dezember abholte, zeigte sie mir blaue Flecken auf der Brust und dem Rücken. Sie wollte unbedingt da raus.“ Allem Anschein nach war dies nicht das erste Mal, dass der Angeklagte handgreiflich geworden war. In der Vergangenheit hatte er auch gegen die Mutter des Opfers seine Hand erhoben, als sie versuchte hatte, einen Streit zwischen dem damaligen Paar zu schlichten. „Ich hatte den Eindruck er wollte sie schlagen, also bin ich dazwischen gegangen. Da habe ich die Schläge abbekommen. Er hat mir mehrmals mit der flachen Hand auf den Oberschenkel geschlagen, so dass ich blaue Flecken hatte“, teilt sie dem Gericht mit. „Wenn ihm was nicht passt, geht er in die Luft wie eine Rakete. Er ist eine tickende Zeitbombe.“ Ihre Tochter zuliebe habe sie keine Anzeige erstattet.

Nach Angaben des Ehemanns, wollte die Getötete wieder zu ihm zurückkehren. Die beiden hätten sich bereits erneut über eine gemeinsame Wohnung informiert, bevor das Unglück geschehen sei. „Wir haben es nicht kommen sehen“, erklärte der Freund des Ehemanns und ehemalige Lebensgefährte der Mutter der Verstorbenen. „Als der Angeklagte uns die Tür geöffnet hat, wirkte er relativ ruhig. Er war freundlich zu uns und zurückhaltend. Wir haben gedacht, es bestünde keine Gefahr.“ Während die beiden Begleiter der 23-Jährigen das Kinderbett einer Tochter im Erdgeschoss abbauten, ging sie in die obere Etage, um eine Decke aus dem Bettchen des Sohnes zu holen. „Plötzlich hörte ich, wie jemand die Treppe hochstürmte und nur Sekunden später das Kreischen meiner Frau“, so der Witwer. Die beiden Männer eilten der Frau zu Hilfe. Als der Ehemann den Raum betrat lag die junge Frau nach seiner Aussage auf dem Boden, der Angeklagte habe über ihr gekniet und auf sie eingestochen. Der 29-Jährige habe daraufhin von ihr abgelassen und sei mit dem Messer in der Hand auf ihn zugestürmt. Dabei habe er geschrien: „Ihr habt mich in den letzten zwei Jahren genug verarscht.“ Die Klinge traf den Ehemann der Getöteten in der Schulter und er stürzte zu Boden. Der früher im Personalschutz tätige Freund des Ehemanns überwältigte den Angeklagten schließlich und griff sich das Messer. „Dann habe ich noch gehört, wie die Frau meines Freundes ein letztes Mal atmete.“ Die Mutter der Getöteten sagte abschließend: „Sie war ein sehr lebensfroher Mensch. Sie hat viel gelacht, war sehr lebhaft und temperamentvoll.“ Nach Angaben der Mutter haben die Kinder den Verlust bis heute nicht verkraftet.

Die nächste Hauptverhandlung ist für den 4. Juni 2013 angesetzt. (mid)

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