Trierer wegen räuberischer Erpressung und weiterer Delikte angeklagt

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TRIER. Am Dienstag wurde der Prozess gegen einen 31-Jährigen aus Trier aufgenommen. Die Liste der Anklagepunkte ist lang: Räuberische Erpressung, Körperverletzung, Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz und Freiheitsberaubung. Im Mittelpunkt der Verhandlung stand die Verlesung der Anklageschrift von der Staatsanwaltschaft. 

Der Maurergehilfe muss sich seit heute wegen verschiedener Straftaten vor dem Landgericht in Trier verantworten:

Im Mai des Jahres 2011 soll er einem anderen Mann einen wuchtigen Faustschlag ins Gesicht versetzt haben. Dieser soll dadurch einen dreifachen Nasenbeinbruch und eine Beule an der Stirn erlitten haben.

Im Sommer 2011 soll der Angeklagte mit mehreren Freunden Marihuana konsumiert haben. Noch am gleichen Tag soll R. einen seiner Kameraden an den Haaren gezogen und ihm ein Messer an den Oberarm gehalten haben. Er soll ihm eine Ohrfeige gegeben haben, weil er mit der Qualität und der Menge des Marihuanas nicht zufrieden gewesen sein soll. Danach soll er sich auf ihn gekniet und ihm das Messer mit der Spitze gegen den Bauch gedrückt und eine blutende Wunde verursacht haben. Anschließend soll ihm der Angeklagte eine Decke über den Kopf geworfen und ihn getreten und geschlagen haben. Etwas später soll er ihn aufgefordert haben, etwas für ihn zu klauen. Aus Angst stahl der Bedrohte das Handy seiner Mutter und gab dem Angeklagten den Verkaufserlös.

An einem anderen Tag im Sommer 2011 soll R. den gleichen Bekannten in seiner Wohnung eingesperrt haben und eine Stunde lang zum Essen gegangen sein. Nach seiner Rückkehr soll er erneut auf sein Opfer eingeschlagen haben und ihm eine stinkende Flüssigkeit zu trinken gegeben haben, woraufhin sich dieser übergab.

Dem Angeklagten wird außerdem vorgeworfen, nach der Rückkehr von einem Fastnachtsumzug und erheblichem Alkoholkonsum im Februar 2012, seine damalige Freundin als Hure betitelt und ihr eine heftige Ohrfeige versetzt zu haben. Er habe sie daran gehindert die Wohnung zu verlassen. Erst nach 20 Minuten sei ihr die Flucht gelungen. Daraufhin trennte sich die Frau von R. Diese Trennung soll er nicht verkraftet haben und terrorisierte sie fortan mit Telefonanrufen und SMS. Im Juli 2012 soll er versucht haben, sich mit Rosen bei ihr zu entschuldigen. Allerdings ohne Erfolg. Daraufhin würgte er sein Opfer mehrere Sekunden.

Im Oktober 2012 soll der Angeklagte nach vorherigem Alkoholkonsum gemeinsam mit einer Gruppe Jugendlicher und Heranwachsender auf einer Fahrbahn stehen geblieben sein, so dass ein Fahrzeug stoppen musste. In der Folgezeit soll es zu körperlichen und verbalen Auseinandersetzungen gekommen sein, wobei der Angeklagte den Beifahrer gemeinsam mit weiteren Personen gegen den Kopf und Körper geschlagen und getreten haben soll.

Im November 2012 soll der Angeklagte in der Wohnung eines Bekannten erschienen sein und diesen unter Androhung von Schlägen aufgefordert haben, gemeinsam mit ihm in eine Wohnung einzubrechen und deren Bewohner auszurauben. In dieser Wohnung solle die ehemalige Freundin des Angeklagten verkehrt haben. Der Einbruchsversuch blieb jedoch erfolglos, beide fuhren wieder zurück in die Wohnung des Bekannten. Als dieser den Angeklagten bat zu gehen, sagte dieser: „Wenn du mich jetzt rausschmeißt, schlage ich dich kaputt!“ Daraufhin soll der Vater des „Freundes per SMS über die Situation informiert worden sein und R. aus der Wohnung vertrieben haben. Dieser war es auch, der die Polizei informierte.

Nachdem Staatsanwalt Benjamin Gehlen die umfangreiche Anklageschrift verlesen hatte, war der erste Verhandlungstag auch schon fast beendet. Lediglich der Rechtsanwalt des Angeklagten, Otmar Schaffarzyk aus Trier, informierte das Gericht noch darüber, dass ihm eine weitere Anklage zugegangen sei. Er forderte, diese aus „ökonomischen Gründen“ mit in die Hauptverhandlung zu übernehmen, damit auf einen zusätzlichen Prozess verzichtet werden könne. Die Vorsitzende Richterin Petra Schmitz kam diesem Wunsch nicht entgegen: „Aus ökonomischen Gründen macht das zwar Sinn, allerdings ist es jetzt wahrscheinlich nicht mehr möglich, da die Anklageschrift zu spät einging. Zur nächsten Verhandlung erfahren sie mehr.“

Am 03.06. wird der Prozess mit ersten Zeugenaussagen weiter. (tw)

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